AK: Pendler in den Mittelpunkt der Verkehrspolitik stellen

Wien (OTS) – "Der Verkehr in Wien wird von Pendlern geprägt. Daher sind innovative Ideen und Maßnahmen gefordert, um sichere
und umweltfreundliche Arbeitswege zu verwirklichen," sagt Sylvia Sarreschtehdari-Leodolter, Leiterin der Abteilung Umwelt und
Verkehr in der AK Wien, heute, Freitag, beim 100-Jahr Symposium
des ARBÖ. Rund 190.000 Beschäftigte pendeln täglich nach Wien zur Arbeit ein. Innerhalb von Wien pendeln täglich etwa 590.000 ArbeitnehmerInnen. Die Verkehrspolitik muß daher die ArbeitnehmerInnen zu ihrem Schwerpunkt machen. Sarreschtehdari-Leodolter verlangt: "daß sich die Verkehrspolitik mit den Bedürfnissen und Anliegen der PendlerInnen auseinandersetzt. Daß die Kosten für die Pendler gering gehalten, und die Umweltbelastungen durch den Verkehr reduziert werden. Und daß die ArbeitnehmerInnen bei der Fahrplan- oder Tarifgestaltung mitreden können." ****

Der Verkehr in den österreichischen Städten wird entscheidend von ArbeitnehmerInnen geprägt, die auf dem Weg von und zu ihrem Arbeitsplatz längere Wegstrecken zurücklegen müssen. Wer sich mit Verkehrspolitik beschäftigt, muß sich daher mit den Anliegen und Bedürfnissen der PendlerInnen im Berufsverkehr auseinandersetzen, sagt Sylvia Sarreschtehdari-Leodolter, Leiterin der Abteilung
Umwelt und Verkehr der Wiener Arbeiterkammer bei der 100 Jahr
Feier des Arboes.

Eine Verkehrspolitik, die menschen- und umweltfreundliche Arbeitswege verwirklichen will, muß innovativ sein, erklärt Sarreschtehdari-Leodolter. Daher ist es notwendig, daß
+ die Verkehrspolitik auf die Vielfalt der Bedürfnisse der ArbeitnehmerInnen eingeht.

Pendler haben ein Recht darauf, rasch, sicher, kostengünstig und streßfrei zu ihrer Arbeit zu gelangen. Ziel ist es dabei, die öffentlichen Verkehrsmittel zu attraktivieren, wie zB rascherer Ausbau oder kürzere Intervalle, die Umweltbelastungen zu verringern, öffentliche Mittel effizient einzusetzen und sowohl
die physische als auch finanzielle Belastung der PendlerInnen zu verringern.

+ Die Kosten für die Pendler, aber auch für die Gesellschaft, müssen gering gehalten werden.

Eine sozial orientierte Verkehrspolitik muß die Beschäftigten unterstützen und entlasten, meint Sarreschtehdari-Leodolter. Wichtig ist dabei sicherlich, daß Bund, Länder und Gemeinden sich rasch auf eine neue Basis für die Organisation und Finanzierung
des öffentlichen Nahverkehr einigen.
Für Sarreschtehdari-Leodolter bedeutet eine innovative Verkehrspolitik, daß die Mittel für den öffentlichen Verkehr wirksamer eingesetzt werden, aber auch daß die Pendler besser unterstützt werden – die Alternativen zum PKW müssen reizvoller werden, und die Arbeitgeber dürfen nicht aus ihrer Pflicht entlassen werden (zB durch Kostenbeteiligung und betriebliche Mobilitätsberatung).

+ Die Umweltbelastungen durch den Verkehr müssen reduziert werden.

Die ökologisch sinnvollste Varinate ist für Sarreschtehdari-Leodolter der öffentliche Verkehr und hier vor allem der Schienenverkehr. Daher muß die Politik zwischen den verschiedenen Ministerien, Ländern und Gemeinden abgestimmt sein – "ein Lippenbekenntnis zum Umweltschutz allein ist zuwenig".

+ Verkehrspolitik muß interregional und verkehrsübergreifend planen und zusammenarbeiten.

Für Sarreschtehdari-Leodolter ist das die schwierigste Anforderung angesichts der Zersplitterung der verkehrspolitischen Kompetenzen. Daher müssen in die Verkehrspolitik die Auswirkungen auf die Siedlungsstruktur, die Veränderung der Lebensweisen, die geänderten Arbeitszeiten und –bedingungen sowie die ökologischen und wirtschaftlichen Konsequenzen miteinbezogen werden.

+ ArbeitnehmerInnen müssen mitreden können.

ArbeitnehmerInnen müssen überall dort, wo es um ihre Interessen geht, auch mitgestalten können. Sie haben meist keine Chance, direkt ihre Wünsche und Anforderungen in die Fahrplan- oder in die Tarifgestaltung einzubringen. Zukünftig sollen in allen Verkehrsverbünden Möglichkeiten vorgesehen werden, wo derartige Anliegen eingebracht und verwirklicht werden können, fordert Sarreschtehdari-Leodolter.

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