VP-Pfeiffer: U-Bahn-Verlängerungen ins Umland Wiens teuer und ineffektiv

Locker verbaute Gebiete anders besser erschließbar

Wien, VP-Klub: "Verbesserungen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) sind - insbesondere im Südraum Wiens - ohne Zweifel notwendig, wenn man die verstopften Straßen entlasten will. Der Anteil des öffentlichen Verkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen (modal split) kann nur mit attraktiven Angeboten verbessert werden", räumt der Leiter des Wiener Planungsausschusses, Gemeinderat Gerhard PFEIFFER ein. "Die Verlängerung von U-Bahn-Linien ins Wiener Umland ist dazu aber kein taugliches Mittel", warnt er gleichzeitig vor teuren Fehlinvestitionen.*****

Die freiheitlichen Forderungen in Wien und Niederösterreich nach U-Bahn-Verlängerungen veranlaßte die VP- und SP-Klubs Niederösterreichs, eine Machbarkeitsstudie im Landtag zu beantragen, sind aber nach Presseberichten "skeptisch, daß das Projekt U-Bahn-Verlängerung verwirklicht werden kann". Pfeiffer: "Ich stimme dem niederösterreichischen VP-Klubobmann Strasser voll zu, wenn er meint, wir bräuchten eine bessere Anbindung öffentlicher Verkehrsmittel an das U-Bahn-Netz".

Daß das "städtische" Verkehrsmittel U-Bahn für die Randbereiche und das Umland kaum geeignet ist, wird auch von Experten bestätigt:

"Man kann locker besiedelte Gebiete mit einem Bruchteil der Kosten, die ein U-Bahn Ausbau verursachen würde, flächendeckend und mit kurzen Intervallen versorgen, wenn man dazu Busse, Straßenbahnen und Anrufsammeltaxis als Ergänzung zum bestehenden S-Bahn-Netz einsetzt", meint dazu Dipl. Ing. Wünschmann, zuständig für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs in der Wiener Magistratsabteilung 18. "Diese Verkehrsmittel sind sowohl in der Errichtung als auch im Betrieb wesentlich günstiger als die U-Bahn".

Der Südraum Wiens wird sich in den nächsten Jahren dynamisch entwickeln. So wird die Bevölkerung zwischen 1997 und 2015 um knapp 10% auf 823.000 zunehmen, die Zahl der Arbeitsplätze um gut 18% auf 432.000 und die "Personenwege", die pro Tag im Südraum Wiens zurückgelegt werden, gar um 40% von 760.000 auf 1,100.000, davon 79% im motorisierten Individualverkehr (MIV) und nur 21% in öffentlichen Verkehrsmitteln (ÖV). Dies stellt der Ziviltechniker Dr. Snizek in einer für die Niederösterreichische Landesregierung erstellten Studie fest. Um dieser ungünstigen Modal-split-Entwicklung gegenzusteuern, schlägt er die Einrichtung eines flächendeckenden "Tangentialbussystems" vor: Busse, die die wichtige Verbindung vom Wohn-/Arbeitsort zum hochrangigen öffentlichen Verkehrsmittel Schnell- und Regionalbahn herstellen. Die Kosten dafür betrügen 60 Millionen Schilling pro Jahr.

Gutachter einer 1997 von Regional Consulting im Auftrag der Planungsgemeinschaft Ost (PGO) durchgeführten Studie kommen zu dem Schluß, daß U-Bahnen in Niederösterreich selbst zur Spitzenstunde nur zu 4% bis 15% ausgelastet und daher "wirtschaftlich nicht sinnvoll" wären. Grundsätzlich geeignet für den regionalen ÖPNV sei dagegen das S- und Regionalbahnsystem, zu dessen Attraktivierung intensive Anstrengungen unternommen würden. Eine Verlängerung von U-Bahnlinien oder auch der Badner Bahn liefe diesen Bemühungen jedoch zuwider und sei außerdem wirtschaftlich nicht vertretbar.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, daß im Niederösterreichischen Landesverkehrskonzept von 1997 U-Bahnverlängerungen kein Thema sind.

Schlußendlich ist alles eine Frage des Geldes. Wenn Ausbau und Betrieb der U-Bahnen in Niederösterreich von Bund und/oder Land Niederösterreich finanziert werden, sei auch Wien bereit, das Vorhaben zu unterstützen, heißt es in der Beantwortung eines Antrags der Wiener Freiheitlichen seitens der Magistratsdirektion-Stadtbaudirektion Wien.***

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