Virtuelle Ausstellung im Renner-Museum in Gloggnitz

Zeitreise - vom Vielvölkerstaat zur EU

St.Pölten (NLK) - Gezeigt werden die letzten 80 Jahre: Am
Mittwoch, 12. Mai, wird um 10 Uhr im Hof der Renner-Villa in Gloggnitz die Ausstellung "Zeitreise - vom Vielvölkerstaat zur EU" eröffnet. Der Begrüßung durch Bürgermeister Dr. Jürgen Cserny folgen die Ansprachen von Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka und EU-Sonderbotschafter Dr. Wolfgang Petritsch. Ausstellungsgestalter Prof. Dr. Siegfried Nasko wird anschließend Informationen über das Gezeigte geben.

Und das Gezeigte wird auch für sich selbst sprechen: Nach 20jähriger Präsentation des Renner-Museums in der ehemaligen Villa des Bundespräsidenten in Gloggnitz haben die Schöpfer der damaligen Daueraustellung, Prof. Dr. Siegfried Nasko und Prof. Gotthard Fellerer, dem Museum unter dem Titel "Zeitreise - vom Vielvölkerstaat zur EU" eine völlig neue und zeitgerechte Konzeption verpaßt. Geschichte sollte nicht durch das Zusammentragen von Archivalien vermittelt werden, sondern als Erlebnismuseum, das Einblicke in die Phänomene, Konflikte und Spannungen der letzten acht Jahrzehnte auf spannende, multimediale und virtuelle Weise nachvollziehbar und einsichtig gestaltet.

Dabei erlebt der Besucher das Gezeigte an sich mit. Schon am Beginn schreckt er unter einem Schuß zusammen und sieht die aufleuchtenden Totenmasken des Thronfolger-Ehepaares, das in Sarajevo ermordet wurde. Er hört auf der düsteren "Stiege des Todes" den Schlachtenlärm des Ersten Weltkrieges und steht wie Karl Renner bei den Verhandlungen des Staatsvertrages von Saint Germain vor verschlossenen Türen. Sprechende Objekte vermitteln den traurigen und gewaltigen Alltag der Ersten Republik. Dann findet sich der Besucher vor einem riesengroßen Volksempfänger, der die NS-Propaganda verbreitet und sich zum beängstigenden Luftschutzkeller verwandelt, der unter heulenden, herabstürzenden Bomben und dem Zerbersten der getroffenen Häuser erschüttert. Vorbei an Figls Steirerrock und Renners Gehstock erfährt man vom Staatsvertrag, von Ungarn und der Tschechenkrise, hält Einschau in Belege von Bundespräsident Kirchschläger oder Paul Lendvai und gelangt in das Reich des "Sonnenkönigs" Kreisky. Die Emanzipierung der Bevölkerung in Zwentendorf und der Stopfenreuther Au ist genauso Thema wie der neue Klangturm in St.Pölten, der EU-Vertrag mit der dazugehörigen Füllfeder Vranitzkys, das Stacheldraht-Relikt des Eisernen Vorhanges aus dem Besitz von Alois Mock und die Zeichnung eines kroatischen Kriegsgefangenen aus einem serbischen KZ. Am Ende stürzt vor dem Besucher eine mächtige, trennende Mauer ein, und er wird gleichsam in ein schrankenloses, vereintes Europa hineingezogen, in dem die Friedenstaube auffliegt. Die Europäische Union als Happy End? Aber die Zeitreise geht weiter ...

Die Zeitreise ist - neben den anderen Ausstellungen - von Freitag bis Sonntag und an Feiertagen von 9 bis 17 Uhr zum Preis von 50 Schilling zu sehen. Pensionisten und Studenten mit Ausweis zahlen 25 Schilling. Die Schau kann aber gegen Voranmeldung - Telefon 02662/42498 - auch außerhalb der Öffnungszeiten besucht werden.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle
Tel.: 02742/200/2312

Niederösterreichische Landesregierung

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NLK/NLK