NÖ-Gewerkschaftsjugend: "Keine neuen Le(e)hrberufe"

Wien (ÖGB NÖ). Die NÖ Gewerkschaftsjugend erhebt massive Vorwürfe gegen Wirtschaftsminister Farnleitner. Unter dem Vorwand neue Lehrberufe zu schaffen, werde die Ausbildungsqualität in Österreich untergraben, kritisiert Patrick Slacik, Landesjugendvorsitzender der ÖGJ-NÖ.++++

"Die Strategie Farnleitners, bereits vorhandene Lehrberufe zu überarbeiten, wird längerfristig zu einer erhöhten Jugendarbeitslosigkeit in Österreich führen", ist Slacik überzeugt. "Farnleitner macht nichts anderes, als wichtige Punkte im Berufsbild zu streichen und dem Rest einen neuen Namen zu
geben. Das hat mit der Schaffung neuer Lehrberufe aber nichts zu tun."

Ausbildung von Lehrlingen an Würstelbuden?

Als typisches Beispiel führt Slacik die Servierfachkraft an. Der Entwurf Farnleitners erinnere sehr stark an den Lehrberuf des Restaurantfachmanns/-frau, dabei sei allerdings nur ein Bruchteil der Lehrinhalte übriggeblieben. "Es kann doch nicht ernst gemeint sein, einen neuen Beruf zu fordern, dessen Kernpunkt das Sauberhalten der Gläser und Teller, das Bereitstellen und Ausschenken von Getränken, die Kenntnisse über Kaffeespezialitäten und deren Rezeptur, das Herstellen kleiner Speisen und die
Erteilung einfacher Auskünfte sind", meint der Vorsitzende der NÖ-Gewerkschaftsjugend. Entweder gehe es Farnleitner darum,
Statistiken zu verschönern oder das Ausbilden von Lehrlingen an Würstelbuden zu ermöglichen, befürchtet Slacik. Solche Lehrberufe führen längerfristig dazu, aus Jugendlichen gelernte Hilfskräfte zu machen, die den Anforderungen des modernen Arbeitsmarktes nicht gewachsen wären und somit früher oder später als Arbeitslose auf der Straße stehen.

"Wenn Bundesminister Farnleitner wirklich etwas für Lehrlinge tun möchte, dann wäre es an der Zeit, die von ÖGJ, ÖGB und AK geforderten Flächenberufe endlich umzusetzen", so Slacik. Solche Berufe, die die gesamte Fläche eines Arbeitsgebietes, zum Beispiel im Metallsektor abdecken, würden Jugendlichen die Möglichkeiten geben, auf die sich ständig veränderten Anforderungen des Arbeitsmarktes einzugehen und ihnen damit eine längerfristige Zukunftsperspektive zu geben. (Bac-)

ÖGB, 7. Mai 1999 Nr. 209

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