Museumsquartier Wien: Symbolische Ecksteinlegung auf Europas derzeit größter Kulturbaustelle

Wien (OTS) - Auf der Baustelle des bedeutendsten Kulturprojekts
in der Geschichte der Republik Österreich, in den ehemaligen Wiener Hofstallungen im Herzen von Wien, setzten heute, Donnerstag, Bundesministerin Elisabeth Gehrer, Wiens Bürgermeister Dr. Michael Häupl, Kulturstadtrat Dr. Peter Marboe und Finanzminister Rudolf Edlinger ei-nen symbolischer Eckstein. Aktueller Anlaß war der Übergang vom Tiefbau zum Hochbau. Die Wände der Neubauten markieren bereits das Areal, auf dem seit dem 2. April 1998 umgebaut, zugebaut, neugebaut wird.

Die Idee, einen Meteoriten als symbolischen Eckstein in eine Fassadenvitrine zu legen, stammt von dem Künstler und Biennaleteilnehmer Ecke Bonk, der den "Himmelsboten" mit einem Zitat von William Blake versieht: "We are born in stars and live on earth as poets." Waren es zunächst, so Bonk, reine Phänomene am Himmel, oh-ne Begrifflichkeit, so sind die Meteoriten heute "Himmelsboten", die Wissenschaftlern zufolge etwas über die Vergangenheit und die Zukunft unseres Universums erzählen können.

Mit dem Wiener Museumsquartier entsteht auf 60.000 m2, gerahmt durch den barokken Bau Fischer von Erlachs, ein kulturelles Zentrum für Gegenwartskunst mit großen Flächen für Ausstellungsprojekte, mit einer Spielstätte für experimentelle Musik- und Theaterveranstaltungen, mit dem Architektur Zentrum Wien, einem Kinderqua-tier, mit Aktions- und Produktionsräumen für neue Medien, Tanzstudios und Künstlerateliers. Zusammen mit Restaurants, Cafés und Shops ein lebendiger Umschlagplatz, von dem wichtige Impulse für die kulturelle Entfaltung des Landes ausgehen und der ein bedeutender Konzentrationspunkt in der europäischen Kulturlandschaft sein wird.

Wesentliche Teile des Besiedelungskonzeptes wurden bereits vor Baubeginn - wenn auch provisorisch - verwirklicht. Mehr als 20 kleine und mittelgroße autonome Kulturbetriebe beleben seither, also schon während der Bauzeit, das Terrain. Allein im vorigen Jahr fanden etwa 600 Veranstaltungen im Museumsquartier statt.

Die Errichtung der Neubauten Leopold-Museum, Kunsthalle der Stadt Wien, Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien sowie die Sanierung der historischen Reithalle zur Nutzung als Veranstaltungshalle der Stadt Wien werden bis November 2000 bzw. Mai 2001 abgeschlossen sein. Die Umsetzung erfolgt nach den Planungen der Architekten Ortner & Ortner; für die denkmalgeschützte Altbestandsanierung liegt die Federführung bei Architekt Manfred Wehdorn. Die Bausumme von 2 Milliarden Schilling wird vom Bund mit 1,6 Milliarden Schilling und von der Stadt Wien mit 400 Millio-nen Schilling getragen.

Ein wesentlicher Aspekt des Standortes Museumsquartier ist die Tatsache, daß dieser innerstädtische Bereich Wiens mit der Hofburg, der Neuen Burg, dem Heldenplatz, den beiden Hofmuseen und den Hofstallungen ein städtebaulich und historisch einzigartiges Kraftfeld österreichischer Identität darstellt. Die Verbindung und gegen-seitige Durchdringung von historischer Substanz und zeitgemäßer Architektur ist außen wie innen bestimmendes Motiv. Im Unterschied zur Sammlungsfunktion der beiden Museen bilden die stattfindenden Ausstellungen und Veranstaltungen den vitalen Schwerpunkt des vielfältigen kulturellen Angebots, das mit dieser Dichte und Fle-xibilität europaweit einzigartig sein wird.

Um das Museumsquartier nach außen hin sichtbar zu machen, wurde der Vorplatz nun temporär von der Architektengruppe "querkraft" gestaltet. Nach ihrem Konzept wurden als erstes die Büsche, die den Fischer-von-Erlach-Trakt wie eine grüne Mauer verbargen, entfernt, um die Fassade sichtbar zu machen. Die aufgespannten Bahnen aus roten Netzen tragen die Namen der vielen Nutzer des Areals und sollen ab sofort die kulturelle Lebendigkeit signalisieren. Ein Projekt der Reihe "Kunst auf der Baustelle". Kuratoren: Markus Wailand und Vitus H. Weh.

(Siehe auch APA/OTS-Bild www.ots.apa.at/file-service/4043.htm)

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