Museumsquartier: 19 Monate bis zur Fertigstellung der Neubauten

Symbolische Ecksteinlegung dokumentiert Übergang vom Tief- zum Hochbau

Wien, (OTS) Donnerstag setzten Ministerin Elisabeth Gehrer, Finanzminister Rudolf Edlinger, Bürgermeister Michael Häupl und Kulturstadtrat Peter Marboe anläßlich des Überganges vom Tiefbau zum Hochbau im Wiener Museumsquartier einen symbolischen Eckstein.

Ministerin Elisabeth Gehrer: "Wir können heute den Start
einer neuen Etappe im Museumsquartier begehen. Nun geht es darum, auf Grundlage der bisher getroffenen Entscheidungen das Gemeinsame in der Vielfalt des kulturellen Lebens in diesem Quartier herauszustellen. Was wir ab jetzt brauchen, ist ein gemeinsames Konzept und ein Programm, das der Dimension dieses größten Kulturbaus der Zweiten Republik gerecht wird und diesem
gemeinsamen Vorhaben von Bund und Stadt Wien einen entsprechenden Stellenwert in der internationalen Öffentlichkeit gibt." Bürgermeister Michael Häupl hob das Engagement der Vorväter in Stadt und Bund für das Museumsquartier trotz Widerstände und Kritik hervor und betonte, daß sich Wien auch betreffend die Gestaltung des Vorplatzes, der U-Bahn-Station u.v.m. einbringen wird.

Kulturstadtrat Marboe unterstrich die Bedeutung des Museumsquartiers für die Kulturweltstadt Wien. Für ihn ist aber auch das Eintreten des Quartiers in die Wirklichkeit der Stadt und eine Beseelung des Bereiches maßgeblich.

Auch Finanzminister Rudolf Edlinger wünschte sich, daß die im Museumsquartier angebotene Vielfalt in Zukunft Raum für Begegnung verschiedener Gruppen schafft. Er betonte außerdem die Leistung
der Architektur, mit den Neubauten und Sanierungen den
Zusammenhang zwischen Vergangenheit und Gegenwart herzustellen.

Sämtliche anwesenden Stadt- und Bundespolitiker waren sich einig, daß die Errichtung des Museumsquartiers als eines der größten Kulturereignisse in Europa zu bewerten ist, auf das die Wienerinnen und Wiener stolz sein können, und das auch international beworben werden wird.****

Die Idee, einen Meteoriten in eine Fassadenvitrine zu legen, stammt vom Künstler und Biennaleteilnehmer Ecke Bonk, der den "Himmelsboten" mit einem Zitat von William Blake versieht: "We are born in stars and live on earth as poets". War es zunächst reines Phänomen am Himmel, ohne Begrifflichkeit, so sind die Meteore
heute Himmelsboten, die uns – nach Aussage von Wissenschaftlern – etwas über die Vergangenheit und die Zukunft unseres Universums erzählen können.

Temporäre Gestaltung des Vorplatzes

Um das Museumsquartier zukünftig auch nach außen hin sichtbar zu machen, wurden im Rahmen eines Projektes von "Kunst auf der Baustelle" (Kuratoren: Markus Wailand und Vitus H. Weh) drei junge Wiener Architektenteams zu einem Gestaltungswettbewerb für die Fassade des Fischer-von-Erlach-Traktes eingeladen. Ziel des Projektes: Bereits während der Bauzeit eine auffallende Visitenkarte abzugeben, die dem Museumsquartier und seinen verschiedenen Akteuren ein Forum der Darstellung bietet und für
die Zukunft ein künstlerisch hohes Niveau signalisiert. Wettbewerbssieger wurde die Architektengruppe "querkraft". Nach ihrem Konzept wurden als erstes die Büsche, die den Fischer-von-Erlach-Trakt wie eine grüne Mauer verbargen, entfernt, um das heranwachsende Areal sichtbar zu machen. Die aufgespannten Bahnen aus roten Netzen repräsentieren die vielfältigen Nutzer und signalisieren ab sofort die Idee des Museumsquartiers, nämlich kulturelle Vielfalt und gesellschaftliche Vernetztheit, sowie
seine Lebendigkeit bereits auf der Vorplatzfläche. All diejenigen, die am Museumsquartier vorbeikommen, werden aufmerksam gemacht und eingeladen, hineinzugehen. Eine kontinuierliche Nutzung dieser "wiedereroberten" Fläche ist Teil dieser Initiative.

Architektonisches System - offenes Besiedelungskonzept

Das Museumsquartier versteht sich konzeptionell als Mosaik gleichberechtigter Partner: Seine einzelnen Teile bleiben sichtbar und sind klar umgrenzt, bilden aber zugleich architektonisch wie inhaltlich für die Besucher ein Ganzes. Anspruch ist es, durch die Vielfalt und Wechselbeziehung der Institutionen und Initiativen
ein Umschlagplatz und Konzentrationspunkt in der internationalen Kulturlandschaft zu sein, der aktuelle Impulse aufnimmt und verarbeitet, von dem aber auch Impulse für die kulturelle und künstlerische Entwicklung der Stadt und des Landes ausgehen.
Die Neubauten (nach Planungen der Architekten Ortner & Ortner),
mit deren Errichtung vor ca. einem Jahr begonnen wurde, sowie die Sanierung des Altbestandes (Federführung: Architekt Univ.Prof. Dipl.Ing. Dr. Manfred Wehdorn) sollen Ende 2000 bzw. bis Mai 2001 abgeschlossen sein.

Schon vor dem eigentlichen Baubeginn wurde damit begonnen,
das Besiedlungskonzept in die Realität umzusetzen. Längst haben einige wichtige Initiativen ihre Arbeit aufgenommen, andere sind bereits mit Planungsbüros vor Ort: Allein im vorigen Jahr fanden
an mehr als 300 Tagen über 600 Veranstaltungen im Museumsquartier statt. Noch vor Errichtung der großen Museumsbauten und der Kunst-und Veranstaltungshallen ist das Quartier damit bereits ein zentraler Attraktionspunkt auf der kulturellen Kartographie Wiens. Mehr als 20 Einrichtungen und Büros halten auch während der Bauzeit den (kulturellen) Betrieb aufrecht.

Museumsquartier - kultureller und städtebaulicher Generator

Die Bauarbeiten im Wiener Museumsquartier - mit rund 60.000
m² Europas größte Kulturbaustelle - laufen auf Hochtouren. Nur noch 19 Monate sind es bis zur Fertigstellung der Neubauten
Leopold Museum, Museum Moderner Kunst, Kunsthalle und Veranstaltungshallen der Stadt Wien.

Gegen die Jahrtausendwende wird ein international bedeutendes Forum für verschiedene künstlerische Initiativen und Projekte mit unterschiedlichen kulturellen Funktionen fertiggestellt, das durch seine Vielschichtigkeit, Dichte und Flexibilität weltweit einzigartig sein wird. Mit seinen zahlreichen autonom agierenden Institutionen wird das Museumsquartier sowohl künstlerisches Labor als auch kulturelles Archiv, Ort der experimentellen Praxis wie
der theoretischen Reflexion, Raum der Produktion wie der
Vermittlung von Kunst sein. Seine modulare Struktur garantiert,
daß das Quartier auch auf kulturelle Initiativen der Zukunft flexibel reagieren kann. (Schluß) eg

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