LR Bauer: Naturraum – Kulturraum – Lebensraum - Donauraum

Enquete zum Thema "Neupositionierung des Donauraumes"

St. Pölten, (SPI) - "Im Europa der Zukunft haben Staats- und Ländergrenzen nicht mehr jene Bedeutung als in früheren Zeiten. Ein Europa der Zukunft ist ein Europa der Regionen, eines Zusammenwachsens von Regionen, die wirtschafts-, sozial-, aber vor allem kulturpolitisch das Gemeinsame vor das vielleicht ohnehin wenig vorhandene Trennende stellen. Auch der Donauraum ist eine solche "grenzüberschreitende” Region über Staats- und Ländergrenzen hinweg. Der Donauraum, die Bevölkerung und die politische Entwicklung haben viel gemeinsames - eine jahrhundertelange gemeinsame Geschichte, eine ähnliche Kultur, ja sogar gemeinsame Familienbande knüpften sich seit Jahrzehnten über politische Grenzen. Die Menschen wissen vom Gleichklang ihrer Interessen, diese Entwicklung ist nicht mehr staatspolitisch motiviert, sondern sie ist vielmehr Ausdruck eines neuen Bewußtseins der Regionen, die innerhalb eines wachsenden Europas einen viel höheren Stellenwert genießen als Staatsgrenzen", stellt Landesrat Dr. Hannes Bauer anläßlich der heutigen Enquete "Naturraum-Kulturraum-Lebensraum-Donauraum", veranstaltet vom Zukunftsforum Niederösterreich, in Ardagger (Bez. Amstetten) fest.****

In der Ausrichtung der EU-Politik wird den Regionen künftig besonderes Augenmerk gewidmet – dies ist ein wichtiger Schritt, die Zusammenarbeit auf allen Ebenen über die Grenzen hinaus intensivieren und die Kommunikation im Sinne einer guten Nachbarschaft fördern. Grenzüberschreitende Kooperationen in allen gesellschaftspolitisch relevanten Bereichen sowie grenzüberschreitende Produktions- und Wirtschaftsmöglichkeiten werden in der Zukunft einen noch größeren Stellenwert bekommen, als dies heute der Fall ist. Damit diese Entwicklung aber von
Erfolg gekrönt ist, müssen rechtzeitig entsprechende Maßnahmen gesetzt werden. Die Situation Niederösterreichs hat sich durch die politischen Veränderungen in Osteuropa, die EU-Mitgliedschaft Österreichs und durch den weltweiten ökonomischen Wandel fundamental verändert. Die globale Wirtschaftsentwicklung hin zu einem Kurs der Wirtschaftsliberalisierung hat hier auch zu spürbar negativen Auswirkungen geführt, die von der Verlagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer bis zum Kaufkraftabfluß ins benachbarte Ausland führen. Gefragt ist einmal mehr eine bewußte und grenzüberschreitende Kooperationsstrategie, eine klare Positionierung der Regionen und ihrer wirtschaftlichen,
kulturellen und gesellschaftlichen Stärken. Auch die vorhandenen Schwächen bedürfen einer entsprechenden "Aufarbeitung”, um gezielt Gegenstrategien entwickeln zu können.

"Hier sind vor allem die Regionen der Raum für eine zukunftsträchtige Entwicklung. Sie sind Felder der Bewußtseinsbildung in gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Belangen. Für eine derartige Strategie können wir auf verschiedene Instrumente zurückgreifen. Ein bedeutendes Instrument ist die Förderung von Projekten aus den verschiedenen EU-Fonds,
aus Mitteln der Länder und Gemeinden, wobei leider angemerkt
werden muß, daß hier noch viele Ressourcen brach liegen. Regionalpolitisches Denken und grenzüberschreitende Kooperationen sind Ansätze, die auch im politischen Handeln forciert werden müssen", so Bauer weiter.

Ansatzpunkte dazu sind:
- Entwicklung eines unverwechselbaren Standortprofils – Wirtschaft, Tourismus, Natur, Umwelt, Kultur, Gesellschaft – für den Donauraum
- Funktionale Standortqualität und damit Überwindung von Lokalpatriotismen zugunsten grenzüberschreitender Kooperationen
- Standortoptimierung durch räumliche Spezialisierung entsprechend der lokalen Ressourcen im Tourismus, aber auch in der Wirtschaft
- Tourismus
- Wettbewerb durch interregionale Arbeitsteilung entlang des Donauraumes
- Weiterentwicklung der Infrastruktur – Telekommunikation, Verkehrswege und Tarifpolitik
- Nachhaltige Energiewirtschaft und damit verstärkte Kooperation der donaustromorientierten Energiegewinner
- Einsatz eines breiten politischen Instrumentenmix – Vereinheitlichung von Auflagen, Bestimmungen und Gesetzen, Zusammenarbeit in der Raumordnung, in der Förderpolitik und ähnlichen Instrumenten
- Umwelt- und Naturschutz als Standortqualität – Fördermittel, Forschung – stärken

"Die heutige Enquete soll dazu dienen, eine erste Plattform für
die "Region Donauraum” zu bieten, über "Grenzen” hinweg neue Wege zum Vorteil der Menschen zu suchen und neue Chancen im Lebens-, Wirtschafts- und Kulturraumes "Donauraum” wahrzunehmen", so Landesrat Dr. Hannes Bauer abschließend.
(Schluß) fa

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel: 02742/200/2794

Landtagsklub der SPÖ NÖ

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSN/SPI