Konflikt in der E- Wirtschaft Verbund-Chef Haider: "Für Fusion mit EVN und Wienstrom" EVN- Syndikatsvertrag im Original: Der Plan zu Entmachtung des

Verbundes - Vorausmeldungen zu NEWS Nr. 18/99 vom 6.5.1999

Wien (OTS) - In der morgen, Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazin NEWS, nimmt Verbund-Chef Hans Haider zum aktuellen Konflikt der österreichischen Energiewirtschaft Stellung. Er fordert darin, "wesentlich radikaler" vorzugehen als in den bisherigen Überlegungen, und den Verbund mit den Konkurrenten EVN und Wien Strom zu fusionieren. Die von der EVN vorgeschlagene Syndizierung der Anteile von EVN, Wien Strom, TIWAG und der Anteile des Bundes, lehnte er wegen befürchteter Wertverluste entschieden ab: "Wir müssen sehr darauf achten, daß der Wert des Verbund-Konzerns durch einen Syndikatsvertrag nicht gemindert wird."

Zu seinen eigenen Vorstellungen sagt Haider: "Wir sollten wesentlich radikaler agieren und Verbund, EVN und Wien Strom wirklich zusammenführen." Eine echte Fusion der drei Unternehmen, meint Haider, "wäre sicher der bessere Weg." Für die Aktionäre hieße das:
"Die würden eben in einem bestimmten Verhältnis Aktien der neuen Gesellschaft bekommen. Für eine derartige Vorgangsweise gibt es ja viele internationale Beispiele."

Zur Machtverteilung in diesem Model meint der Verbund-Chef : "Das ist keine Machtfrage, sondern eine Frage, ob eine Einheit geschaffen werden kann, die im Umfeld der europäischen Stromgiganten wettbewerbsfähig ist. Bei einer Verschmelzung der Gesellschaften verschwinden auch die Gesellschaften. Der Verbund-Bereich würde aufgrund seiner Kapazitäten natürlich eine wesentliche Größe darstellen."

NEWS veröffentlicht auch den Vertragsentwurf für das geplante Syndikat zwischen EVN, Wien Strom, TIWAG und der Republik sowie eine interne Stellungnahme von Wirtschaftsminister Farnleitner.

Laut diesem Entwurf könnte im Verbund kaum eine Entscheidung, ohne die Zustimmung jedes einzelnen Syndikatsmitgliedes fallen. Denn Artikel V des Vertrages sieht einen "einstimmigen Beschluß in der Syndikatsversammlung" für praktisch alle größeren Entscheidungen, etwa jede Investition ab ÖS 100 Mio. vor.

Die vom Syndikat entsandten Aufsichtsratsmitglieder "werden jeweils gemäß dem Ergebnis eines Syndikatsbeschlußes abstimmen. Sofern ein Aufsichtsratsmitglied nicht einem gefassten Syndikatsbeschluß entsprechend abstimmt, verpflichten sich die Vertragsparteien dafür Sorge zu tragen, daß dieses Aufsichtsratsmitglied über begründeten Antrag auch nur einer Vertragspartei in einer Hauptversammlung unverzüglich abberufen wird."

Weiters sieht der Vertrag ein gegenseitiges Vorkaufsrecht für die syndizierten Aktien vor.

In einem Brief, der NEWS vorliegt, reagiert Wirtschaftsminister Hannes Farnleitner auf den Entwurf des EVN-Konsortiums: "Ich begrüße besonders die darin geäußerte positive Einstellung zur Kooperation auf den verschiedenen Sachebenen wie Produktion, Handel u.a., die meines Erachtens letztlich allen Bundesländern offenstehen sollte. Ich stehe auch einer Syndizierung unserer Anteilsrechte grundsätzlich positiv gegenüber, betrachte aber den vorgelegten Vertragsentwurf nur als einen ersten Ansatz für weitere Gespräche."

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