Zum Umgang der österreichischen Polizei mit Ausländern

Erfahrungen von helping hands

Wien (OTS) Die Anti-Rassismus-Hotline der Menschenrechtsorganisation helping hands möchte an dieser Stelle kommentarlos einige ihrer Erfahrungen zum Thema "Umgang der österreichischen Polizei mit Ausländern” veröffentlichen (einige dieser Fälle sind auch im Rassismusbericht 98/99 von helping hands wiederzufinden):

November 1998: Ein Afro-Österreicher wird im Rahmen einer Verkehrskontrolle von Beamten krankenhausreif geprügelt. Er muß 11 Tage lang stationär behandelt werden.

November 1998: Ein Bulgare überquert in einer kalten Novembernacht bei Rot eine menschenleere Kreuzung. Er wird von Beamten auf sein Fehlverhalten aufmerksam gemacht, entschuldigt sich, wird aber von diesen Beamten vor seiner Haustüre erneut aufgehalten und im Rahmen der Amtshandlung mißhandelt (gewürgt, mit dem Kopf auf den Asphalt gedrückt) und auf das Kommissariat gebracht. Von dort wird er aufgrund seiner Verletzungen vom diensthabenden Amtsarzt des Kommissariates ins Lorenz Böhler Unfallkrankenhaus überwiesen.

Jänner 1999: Zwei Schwarze werden in der U6 von einem Polizeibeamten aufgefordert, sich auszuweisen. Sie kommen der Aufforderung nach und folgen dem Beamten aufs Kommissariat. Dort werden sie der Drogendealerei verdächtigt, perlustriert, geschlagen und erst am nächsten Morgen nach der Vernehmung durch einen Polizeijuristen wieder freigelassen.

März 1999: Ein diabeteskranker Asylwerber aus Sierra Leone wird im Laufe einer Amtshandlung von Beamten mißhandelt und eine Nacht lang inhaftiert. Als die Ärztin aus dem Lager Traiskirchen von dem Vorfall erfährt und den Amtsarzt am Kommissariat von der Erkrankung verständigt, meint dieser, daß der Verdächtigte auch ohne Insulin ein paar Tage auskommen würde.

April 1999: Eine 41kg schwere Ungarin wird im Zuge einer Verkehrskontrolle nach ihrem Reisepaß gefragt. Da sie diesen nicht vorweisen kann (sie verständigt per Handy ihren Mann, der sich zwei Minuten von der Amtshandlung entfernt befindet und den eingesteckten Paß vorbeibringen würde. Das Warten wird ihr aber verwehrt), wird sie brutal verhaftet (gegen den Dienstwagen geworfen...). Ihr Gatte erreicht zu diesem Zeitpunkt den Ort der Festnahme und hält das Ganze auf Film fest. Beide werden verhaftet. Später stellt sich heraus, daß der Film anscheinend von den Beamten ausgetauscht wurde.

Kontakt: helping hands,
Johanna Landgrebe (Leiterin der Anti-Rassismus-Hotline), Tel.: 310 88 80/67

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