P.S.K.-Bilanzpressekonferenz - 1

1998: Ein gutes Jahr in gutem Umfeld - 1999: Markterfolge unter Margendruck - Alle Kräfte auf Umsetzung der Strategie gerichtet

Wien (OTS) - 1998 war für die Österreichische Postsparkasse ein gutes Jahr in einem guten Umfeld: Es ist gelungen, an das erfreuliche Ergebnis des Jahres 1997 anzuschließen. Gleichzeitig wurden Schritte gesetzt, um dem Unternehmen auch in Zukunft eine starke Position am heimischen Markt für Finanzdienstleistungen zu sichern.

Um die P.S.K. zu stärken, wurde Ende 1997 ein Strategieprojekt gestartet, dessen Umsetzung im Jahr 1998 in großen Schritten vorangetrieben wurde. Alle Geschäftsfelder, in denen die P.S.K. ihre künftigen Kernkompetenzen sieht, wurden neu organisiert.

Voran das Privatkundengeschäft: Mit der Integration des Privatkunden- und Filialgeschäftes der P.S.K.Bank in die P.S.K.AG konnte die bisherige Zweigleisigkeit in diesem zentralen Geschäftsfeld aufgehoben werden. Das nunmehr in der P.S.K. geführte Privatkreditgeschäft wurde organisatorisch umgestaltet und zu einem wesentlichen Element unserer Privatkundenstrategie. Wir wollen hier dem Motto, "die P.S.K. ist die Bank für Jedermann" gerecht werden und Produkte anbieten, die für Kunden aller Einkommens- und Vermögensstufen gleich attraktiv sind.

Die Kommerzkundenaktivitäten wurden gleichzeitig unter einheitliche Führung gestellt und durch Kombination bewährter und neuer Kräfte reorganisiert. Ziel war die einheitliche Führung des Geschäftes - unabhängig davon, ob es in der Tochter P.S.K.Bank oder der Mutter P.S.K.AG getätigt wird. Die Neupositionierung erfolgte in Richtung hochwertige Bankprodukte für erste Adressen der österreichischen Wirtschaft.

Im Zahlungsverkehr galt es, der P.S.K. ihre Spitzenstellung zu bewahren und eine Reduktion der Belastungen im Laufkundengeschäft zu erreichen. Eine wesentliche Maßnahme dafür war die Erhöhung des Bareinzahlungsentgeltes.

Im Treasury wurden 1998 ein gutes, deutlich über Budget liegendes Ergebnis erwirtschaftet und Weichen gestellt, um mit verbesserten Steuerungssystemen auch unter schlechteren Marktverhältnissen erfolgreich zu arbeiten.

1998 war das erste volle Jahr des neuen Postvertrages. Umfassende Aktivitäten des neuen gemeinsam mit der Post und Telekom Austria geführten Schaltermanagements waren die Grundlage für den sich abzeichnenden Erfolg im Postvertrieb.

Zusammengefaßt war 1998 ein Jahr guter Erträge, in dem die für die Kontinuität des Markterfolges notwendigen Strukturänderungen erfolgreich vollzogen wurden.

Geschäftsentwicklung P.S.K. AG 1998

Wegen der Teilintegration des Privatkundengeschäfts der 100prozentigen Tochter P.S.K. Bank in die Muttergesellschaft P.S.K. AG im Geschäftsjahr 1998 ist ein direkter Vergleich des Jahresabschlusses der P.S.K. AG für 1998 mit dem Vorjahr nur eingeschränkt möglich.

Das bilanzwirksame Geschäft der P.S.K. erfuhr 1998 eine Ausweitung um 13 Mrd ATS bzw. 4,9 % auf 276,5 Mrd ATS. Die Veranlagungen konzentrierten sich primär auf verbriefte Finanzierungs-instrumente.

Die Kundenforderungen der P.S.K. stiegen im Berichtsjahr um 6,2 Mrd ATS oder 6,9 % auf 96,8 Mrd ATS. Für die Erhöhung war die Übertragung der Privatkredite von der P.S.K.Bank auf die P.S.K. ausschlaggebend. Wie erwartet, waren die Ausleihungen an den Bund und die Länder rückläufig, da den Tilgungen und vorzeitigen Rückzahlungen kein konditionenmäßig befriedigendes Neugeschäft gegenüberstand. Einerseits hat der Finanzierungsbedarf aufgrund der Budgetkonsolidierung der öffentlichen Haushalte abgenommen, andererseits werden traditionelle Bankkredite mehr und mehr von verbrieften Finanzierungsformen verdrängt. Im Kommunalkreditgeschäft konnte die P.S.K. hingegen ihre Marktposition stärken. Das Privatkreditgeschäft bedurfte einer etwas längeren Aufbauphase als ursprünglich geplant und entwickelte sich vorerst nicht voll zufriedenstellend. Im Kommerzkunden-, Immobilien- und Leasinggeschäft hingegen konnte die P.S.K.Gruppe das Kreditvolumen bei einer gleichzeitig vorsichtigen Risikopolitik weiter ausbauen.

Der Bestand börsenotierter festverzinslicher Fremdwährungswertpapiere wurde im Berichtsjahr aufgestockt, wobei das Nostro-Management den US-Dollar und Währungen des Euroraumes bevorzugte. Hingegen wurden die in Schilling denominierten Wertpapiere, vor allem Schuldtitel öffentlicher Stellen, in beinahe demselben Ausmaß reduziert, sodaß der Gesamtwert zum Bilanzstichtag von jenem des Vorjahres nur geringfügig abwich. Inklusive des von der P.S.K.Bank übernommenen Portefeuilles erhöhte sich die Position börsefähiger festverzinslicher Wertpapiere um 968 Mio ATS (+1,6 %) auf 59,8 Mrd ATS. Der Anteil des Auslandsgeschäftes nahm im Berichtsjahr neuerlich zu: Der durchschnittliche Anstieg der Aktiva und Passiva um rund ein Fünftel spiegelt die wachsende Bedeutung des europäischen Kapitalmarktes im Vorfeld der Wirtschafts- und Währungsunion wider.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden nahmen im Berichtsjahr geringfügig um 772 Mio ATS bzw. 0,7 % auf 115,0 Mrd ATS ab, da der Abbau der Termineinlagen des öffentlichen Sektors durch den Zuwachs der Spar- und Sichteinlagen nicht zur Gänze kompensiert werden konnte. Bei den Sparprodukten konzentrierte sich das Interesse unserer Kunden auf die fix verzinsten Kapitalsparbücher. Angesichts der Marktentwicklung kann die Steigerung des Sparaufkommens um 1,6 Mrd ATS (+2,0 %) auf 83,1 Mrd ATS als zufriedenstellend bezeichnet werden. Die sonstigen Kundeneinlagen reduzierten sich um 2,4 Mrd ATS bzw. 6,9 % auf 32,0 Mrd ATS.

Die starke Nachfrage am internationalen Kapitalmarkt nach Bankschuldverschreibungen einwandfreier Bonität nutzte die P.S.K. 1998 zur Emission großer Fremdwährungsvolumina in US-Dollar. Im Schillingbereich trat die P.S.K. neuerlich mit attraktiven Produkten für Privat- und Großkunden (5%ATS/CHF-linked-Obligation und ATS-7,6% Rand-Obligation) auf, zudem wurden sechs neue Tranchen von Profit-Bons begeben. Insgesamt nahm der Umlauf verbriefter Verbindlichkeiten im Vorjahr um 8,9 Mrd ATS (+11,9 %) auf 84,2 Mrd ATS zu und überstieg damit erstmals das Spareinlagenvolumen (+ 1,6 Mrd ATS auf 83,1 Mrd ATS). Die verbrieften Verbindlichkeiten in Schilling wiesen bei den Anleihen einen Rückgang um 748 Mio auf 12,96 Mrd ATS und beim Profit-Bon einen Anstieg um 450 Mio ATS auf 8,7 Mrd ATS aus. Die verbrieften Verbindlichkeiten in Fremdwährungen stiegen um 9,2 Mrd ATS auf 62,5 Mrd ATS.

Grund- und Partizipationskapital blieben 1998 mit 1,76 Mrd ATS bzw. 134 Mio ATS unverändert. Die anrechenbaren Eigenmittel gemäß § 23 Abs. 14 BWG erhöhten sich 1998 um 1,3 Mrd ATS (+14,4 %) auf 10,6 Mrd ATS. Ertragsentwicklung

Die P.S.K. konnte 1998 an den Erfolg des Vorjahres anschließen und neuerlich ein Betriebsergebnis in Höhe von 1,6 Mrd ATS erwirtschaften. Betriebserträge und Betriebsaufwendungen sind allerdings im Lichte der erfolgten Integration der P.S.K.Bank zu sehen, was keine unmittelbare Vergleichbarkeit zuläßt.

Die Betriebserträge beliefen sich 1998 auf 5,9 Mrd ATS, dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einer deutlichen Verbesserung um 856 Mio ATS bzw. 16,9 %. Unter Einbeziehung der integrierten Bankgeschäfte trugen alle Ertragskomponenten in etwa gleichermaßen dazu bei.

Mit einer Steigerung des Nettozinsertrages um 181 Mio ATS bzw. 6,0 % auf 3,2 Mrd ATS entwickelte sich das zinsabhängige Geschäft 1998 neuerlich positiv. Zwar erhöhte die teilweise Integration der P.S.K.Bank den Nettozinsertrag um knapp 400 Mio ATS, allerdings wurde im Berichtsjahr der Bestand an Investmentzertifikaten aufgestockt, wodurch sich der Nettozinsertrag zugunsten der Position 3, Erträge aus nicht festverzinslichen Wertpapieren, verringerte. Trotz der kontinuierlichen Verflachung der Zinskurve im Jahresverlauf konnte aus der Fristentransformation ein hoher Ergebnisbei= trag erwirtschaftet werden. Dem positiven Zinsensaldo und dem starken Aufbau stiller Reserven stehen Kosten der Absicherung des Zinsänderungsrisikos in der Position 11 gegenüber.

Die Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen erfuhren im Berichtsjahr eine kräftige Zunahme um 211 Mio ATS (+163,4 %) auf 339 Mio ATS. Dafür waren zum einen die erhöhten Ausschüttungen von als Fonds verbuchten Veranlagungen verantwortlich, zum anderen konnten die im Verbund der P.S.K.Gruppe stehenden Unternehmen eine deutliche Ergebnisverbesserung erzielen.

Die um 256 Mio ATS höheren Provisionserträge stammen im wesentlichen aus Zahlungsverkehrs-entgelten und dem Wertpapiergeschäft, während die Provisionsaufwendungen (+108 Mio ATS) durch Investmentfonds- und Kreditgeschäfte belastet wurden. Der Nettoertrag konnte 1998 um 149 Mio ATS bzw. 14,2 % auf 1,2 Mrd ATS gesteigert werden.

Die Erträge aus Finanzgeschäften verzeichneten im Vorjahr neuerlich eine erhebliche Zunahme um 150 Mio ATS oder 29,7 % auf 654 Mio ATS. Ausschlaggebend dafür waren die Kursgewinne der Nostrofonds, die bis Anfang 1999 im Handelsbuch geführt wurden. Der Personalaufwand erhöhte sich 1998 deutlich um 362 Mio ATS bzw. 38,7 % auf 1,3 Mrd ATS. Die Hauptursache für diese Entwicklung ist die Übernahme von 369 P.S.K.Bank-Mitarbeitern in die P.S.K. Die P.S.K. AG beschäftigte zum Jahresende 1998 2.168 Mitarbeiter.

Die Sachaufwendungen verzeichneten im Berichtsjahr eine Zunahme um 377 Mio ATS oder 17,9 % auf 2,5 Mrd ATS, wofür mehrere Faktoren ausschlaggebend waren. Neben den von der P.S.K.Bank übernommenen Aufwendungen sind vor allem die Nichtaktivierung bisher aktivierter EDV-Leistungen unserer Tochterfirma P.S.K.Datendienst erwähnenswert.

Insgesamt wuchsen die Betriebsaufwendungen 1998 um 851 Mio ATS bzw. 24,8 % auf 4,3 Mrd ATS.

Das Betriebsergebnis lag mit 1.635 Mio ATS leicht über dem Vorjahresniveau von 1.630 Mio ATS.

Der negative Saldo aus Wertberichtigungen für Forderungen und Wertpapiere vergrößerte sich 1998 von -80 Mio ATS auf -505 Mio ATS. Neben den von der P.S.K.Bank übernommenen Krediten waren dafür in erster Linie die hohen Aufwendungen aus Futures und Swaps ausschlaggebend, die der Absicherung der Wertpapiere des Bankbuches gegen Marktrisiken dienen. Dem Hedgeaufwand stehen höhere Zinserträge sowie gestiegene stille Reserven gegenüber.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit belief sich auf 1,1 Mrd ATS und lag damit um 350 Mio ATS unter dem Vorjahreswert.

An außerordentlichen Erträgen fielen im Berichtsjahr 45 Mio ATS an. Die außerordentlichen Aufwendungen in Höhe von 376 Mio ATS spiegeln im wesentlichen Vorsorgen für Restrukturierungen im Personalbereich, allfällige Risken rechtlicher Auseinandersetzungen sowie Belastungen aus Zahlungen der Einlagensicherung wider.

Der steuerliche Nachvollzug der im Vorjahr getätigten handelsrechtlichen Rückstellung aus dem Postvertrag führte zu einer Reduktion der Steuerleistung. Somit erhöhte sich der Jahresüberschuß der P.S.K. gegenüber dem Vorjahr um 36 Mio ATS bzw. 4,9 % auf 777 Mio ATS.

Da die Haftrücklagen durch die Hereinnahme des Privatkundengeschäftes der P.S.K.Bank und die Strukturveränderung des Wertpapier-Portefeuilles relativ stark zu erhöhen waren und auch die Gewinnrücklagen mit 101 Mio ATS neuerlich gestärkt werden sollten, errechnete sich ein Bilanzgewinn in Höhe von 380 Mio ATS (1997: 436 Mio ATS).

Somit wird der Vorstand der Hauptversammlung vorschlagen, auf das Partizipationskapital im Nennwert von ATS 134.000.000,- Gewinnanteile in Höhe von 15 % und ein Bonus von 5 % auszubezahlen sowie auf das Grundkapital von Nominale ATS 1.762,600.000,- eine Dividende von 15 % sowie einen Bonus von 5 % auszuschütten und den restlichen Bilanzgewinn von ATS 403.276,85 auf neue Rechnung vorzutragen.

(Fortsetzung)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PSK/OTS