Prammer zu Eherecht: Keine Scheinmoral auf Kosten der Frauen Eigenständige Alterssicherung für alle Frauen

Wien (OTS) - Anläßlich der gestrigen ORF-Sendung "Zur Sache" zum Thema Eherecht betonte Frauenministerin Barbara PRAMMER heute, Montag, "daß die ÖVP scheinbar noch immer nicht verstanden hat, worum es bei der Neuregelung betreffend den Unterhalt geht". Und weiter:
"Frau Fekter führt nach wie vor eine scheinmoralische Diskussion ohne sich der Folgen für die Frauen bewußt zu sein. Ich frage mich, wo hier die vermeintliche Familienpartei ÖVP bleibt. Bei der Reform des Paragraphen 68a geht es nämlich n u r um die Besserstellung für Hausfrauen!" Als Beispiel nannte Prammer den Fall einer Frau, die nach einer 30jährigen Ehe, in der sie sich ausschließlich der Kindererziehung und der Haushaltsführung gewidmet hat, auf Grund einer Lapalie schuldig geschieden wurde, und obwohl mittlerweile 52 Jahre alt und wegen fehlender Berufserfahrung am Arbeitsmarkt faktisch unvermittelbar, bei der momentanen Gesetzeslage keinen Unterhalt bekommen würde. "Das ist unfair, Frau Fekter. Ich kann nicht verantworten, daß Frauen in die Armut gestoßen werden und keine Unterstützung für die von ihnen jahrzehntelang geleistete Familienarbeit bekommen", so Prammer in Richtung ÖVP. ****

Prammer sprach sich weiters auch gegen den von Fekter
vorgebrachten Vorschlag im Rahmen der Eherechtsnovelle ein Pensionssplitting für Geschiedene einzuführen, aus. "Wir brauchen eine eigenständige Alterssicherung für a l l e Frauen. Und zwar in einer Höhe, die ein eigenständiges Leben ohne Armut ermöglicht". Bei einer durchschnittlichen ASVG-Pension von rund 11.800 Schilling stelle sich die Frage, so Prammer weiter, wie diese Summe auf zwei Personen aufgeteilt werden kann, so daß beide davon "anständig und würdig leben können". "Nicht alle Menschen sind Spitzenmanager und hohe Beamte, Frau Fekter. Denken sie bitte an die Mehrzahl der Familien, die sie mit diesem Vorschlag in die Armut stürzen würden."

Die Frauenministerin widmet sich jedoch schon seit längerem der Frage, wie eine eigenständige, armutsvermeidende Pensionregelung für alle Frauen aussehen könnte. Prammer hat daher bereits vor mehr als einem Jahr ein "Weißbuch" zum Thema "eigenständige Alterssicherung" vorgelegt. "Die ÖVP ist den Frauen eine eigenständige Alterssicherung vier Jahre lang schuldig geblieben. Jetzt, kurz vor den nächsten Wahlen mit einer unbefriedigenden Teillösung, die für Frauen keine Verbesserung bringt, politisches Kleingeld sammeln zu wollen, finde ich unglaublich", unterstrich Prammer ihre Position abschließend.

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