Bartenstein: Gewaltschutzgesetz hat sich bewährt

Offene Frage: Täterarbeit zum Schutz der Opfer

Wien (OTS) - Das Gesetz zum Schutz gegen Gewalt in der Familie
hat sich seit seinem Inkrafttreten vor zwei Jahren nach Einschätzung von Familienminister Dr. Martin Bartenstein bewährt. Allerdings sei auch zutagegetreten, daß das Gesetz nicht alle Probleme rund um die familiäre Gewalt lösen könne, sagte der Minister. "Am dringendsten müssen wir uns im Interesse der Opfer der Frage widmen, was mit dem Täter passiert."

Die Täterarbeit stehe noch immer am Anfang, betonte
Bartenstein. "Daß Täter bestraft und Opfer geschützt werden müssen, ist unbestritten. Die Frage ist nur: Was kommt danach?" Es gebe etliche Fälle aus den vergangenen Jahren, in denen aus dem Haus gewiesene Gewalttäter dadurch zu neuen Delikten motiviert wurden.

Die Öffentlichkeit und die Politik sei für das Thema der familiären Gewalt immer sensibler geworden, sagte Bartenstein.
Dies sei besonders in solchen Fällen von Bedeutung, in denen beide Elternteile gegenüber einem Kind gewalttätig sind oder ein Elternteil eine solche Gewaltanwendung dulde. Hier bietet auch das Gewaltschutzgesetz keine Hilfe. Betreuungspersonen in Schulen und Kindergärten sowie Bezugspersonen im persönlichen Umfeld eines Kindes seien auch weiterhin zur Wachsamkeit aufgerufen. "Die
Kinder sind immer das hilfloseste Glied in der Kette", unterstrich der Minister.

Er verwies in diesem Zusammenhang auf die Plattform gegen die Gewalt in der Familie, die vom Familienministerium jährlich mit zwei Millionen Schilling Basisförderung unterstützt wird. Ihr gehören 20 Organisationen an. Sie soll die Kommunikation und den Kontakt zwischen den einzelnen Trägergruppen stärken, Hilfseinsätze bei Gewaltfällen effizienter machen, Methoden der Vorbeugung diskutieren und gemeinsame Strategien erarbeiten. Vier inhaltlichen Schwerpunkten widmet sich die Plattform: der Gewalt gegen Kinder, gegen Frauen, gegen ältere Menschen und unter Jugendlichen.

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