Specials Nr. 2: Der Euroasiatische Biber

Nagetier wird von Plakat und Broschüre beworben

St.Pölten (NLK) - Als "Specials Nr. 2" eines Plakates gilt der Euroasiatische Biber, ein Nagetier, das seit 1976 am nördlichen Donauufer zwischen Eckartsau und Wien ausgewildert wurde, mittlerweile bis Amstetten vorgedrungen ist und auch die Nebenflüsse erobert hat. Statt 45 Nagetiere im Jahr 1976 leben heute zumindest 1.000 Biber an heimischen Gewässern als Angehörige der "ostösterreichischen Gruppe". Dazu kommen noch mindestens 150 Biber in den nordöstlichen Nachbarstaaten. Der Distelverein in Deutsch-Wagram gibt nun eine Broschüre über den Biber heraus, die unter der Telefonnummer 02247/51108 bestellt werden kann. Auch Informationen über das Exkursionsprogramm sind dort erhältlich. Der erste Termin ist übrigens Sonntag, 2. Mai, 10 Uhr, in Marchegg, Gasthof Marcheck, wo man zum Preis von 100 Schilling (Kinder zahlen die Hälfte) zu einer Exkursion auf den Spuren des Bibers starten kann. Das Plakat über den Euroasiatischen Biber als "Specials Nr. 2" - Nummer 1 war bekanntlich die Schildkröte - kommt vom Nationalpark Donau-Auen in Orth an der Donau, Telefon 02212/3450, Fax DW 17. Plakat und Broschüre sind kostenlos erhältlich.

Darüber hinaus stammen Informationen über die Wiederansiedlungen von Bibern in Osteuropa vom WWF Österreich (Telefon 01/48817-0). Über das Management der Nagetiere kann der Naturfreund vom Amt der NÖ Landesregierung, Dr. Erhard Kraus, Telefon 02742/200-5256, Näheres erfahren, vom Leben der Biber in der jeweiligen Region von der Naturschutz- oder der Wasserbauabteilung des Landes Niederösterreich oder einer anderen Landesregierung.

Biber sind die größten Nagetiere der nördlichen Hemisphäre. Mit ihrem Körperbau sind sie perfekt an kühle Gewässer angepaßt. Allerdings können sie nicht schwitzen und leiden leicht unter Hitzestau. Beim Schwimmen sind sie ausdauernd, tauchen bis zu 15 Minuten lang und bewegen sich auch an Land rasch und geschickt. Dennoch spielt sich der Großteil ihres Lebens innerhalb eines 20 bis 30 Meter breiten Uferstreifens ab. Biber ernähren sich ausschließlich vegetarisch und fressen im Sommer mit Vorliebe krautige Pflanzen. Im Winter müssen sie sich auf den Verzehr von Baumrinde umstellen. Sie verlassen erst in ihrem 3. Lebensjahr das Revier ihrer Eltern, suchen ein eigenes Territorium und auch einen Partner, mit dem sie eine lebenslange Ehegemeinschaft gründen, die bis zu 20 Jahre dauern kann. Noch im Mittelalter waren Biber an allen Gewässern Mitteleuropas zu finden. Gutes Pelzwerk, wohlschmeckendes Wildpret, das gern als Fastenspeise gegessen wurde, schließlich auch die Verwendung in der Naturapotheke machten die großen Nager zu einer begehrten Beute. Der letzte österreichische Biber wurde 1863 bei Fischamend erlegt. Kleine Restgruppen überlebten in Rückzugsgebieten und waren in unserem Jahrhundert der Grundstock für Wiederansiedlungsprojekte.

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