Vranitzky im NEWS-Interview: "Wurde gefragt, ob ich als UN-Vermittler zur Verfügung stehe." - Der Ex-Bundeskanzler wird seine Entscheidung in den nächsten

Tagen treffen. - Vranitzky: "Aktivitäten auf dem Balkan wieder auf den Boden der UNO zurückbringen! Und Rußland wieder stärker in die internationalen Aktivitäten einbinden." Vorausmeldung zu NEWS Nr. 17 / 28.4.99

Wien (OTS) - In einem Interview mit dem morgen erscheinenden Nachrichtenmagazin NEWS bestätigt Ex-Bundeskanzler Franz Vranitzky in der engsten Wahl als UN-Vermittler im Kosovo-Kontlikt zu stehen. Vranitzky bestätigt ausführliche Gespräche mit UNO-Generalsekretär Kofi Annan am vergangenen Sonntag. Vranitzky zu NEWS: "Er hat mich gefragt, ob ich als Sonderbeauftragter der UNO zur Verfügung stünde und ich habe mich nach den Rahmenbedingungen einer solchen Mission erkundigt." Die Gespräche sollten "in den nächsten Tagen" fortgeführt werden. Vranitzky: "Diese Pause gibt mir die Gelegenheit, meine eigene Position zu überdenken." Es gäbe, so Vranitzky, vor allem einen gewichtigen Punkt, der dafür spräche. Vranitzky: "Die Schwierigkeit der Situation gebietet Eile. Es gibt einen akuten Handlungsbedarf: Das Morden und Bombadieren, die Vertreibungen und die Vergewaltigungen zu beenden."

Im NEWS-Interview steckt Vranitzky die Eckpfeiler einer möglichen UN-Mission ab: "Eine Befassung der UN hätte den unschätzbaren Vorteil, Rußland wieder stärker in die internationalen Aktivitäten einzubinden." Man müsse sich bemühen, "den Serben zu signalisieren, daß es nicht gegen sie geht, sondern um ein friedliches Süd-Ost-Europa. Serbien sei doch "bis zum offenen Kriegsausbruch keine komplett geschlossene Gesellschaft" gewesen. Vranitzky: "Es gibt zwar erst bescheidene Ansätze von Rissen im jugosIawischen Einheitsblock, aber es gibt sie."

Mittelfristig kann sich Vranitzky ein internationales Protektorat am Balkan vorstellen: "Man kann nicht ausschließen, daß Teile des Balkans eine zeitlang zu einer internationalen Verwaltungseinheit werden müssen. Aber man sollte keine Zweifel daran lassen, daß es sich nicht um eine Dauerlösung handeln kann."

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