Inkrafttreten der Alpenkonvention in der Schweiz: CIPRA Österreich mahnt mehr Ernsthaftigkeit und Tempo beim Alpenschutz ein

Wien (OTS) - Nach langen und mühsamen innerstaatlichen Verhandlungen tritt mit Mittwoch, 28.4., die Alpenkonvention auch in der Schweiz in Kraft. Österreich hat diesen Schritt bereits im März 1995 vollzogen. Daß die Schweiz vollwertiger Vertragspartner der Alpenkonvention wird, ist wichtig und zu begrüßen, so CIPRA Österreich (Internationale Alpenschutzkommision): Damit haben sich endlich alle Alpenkernstaaten zu den wichtigen Grundsätzen für Schutz und nachhaltige Entwicklung der Alpen bekannt, wie sie in der 1991 in Salzburg unterzeichneten Alpenkonvention vereinbart worden sind. Von den mit der EU insgesamt neun Vertragspartnern ist nur mehr Italien mit der Ratifizierung der Alpenkonvention säumig.

Feiern fehl am Platz - mehr Tempo ist gefragt!

Große Feiern wären allerdings fehl am Platz, so CIPRA Österreich. Die Schweiz führt derzeit den Vorsitz bei der Alpenkonvention, seit der letzten Ministerkonferenz im Oktober 1998 ist aber so gut wie nichts geschehen. Eine erste Zusammenkunft der Staaten ist erst für Herbst vorgesehen. Die Zerstörung der Natur im Alpenraum schreitet indes munter voran, allerorten sprießen neue Straßenbauprojekte und Schigebietspläne aus dem Boden. Einmal jährlich ein Treffen zu organisieren, ist viel zuwenig für den Alpenschutz, so die Überzeugung der CIPRA. Damit kommt auch die Umsetzung der Alpenkonvention viel zu langsam voran.

Verkehr: Kampf der Verwässerung

Dies gilt insbesondere für den Verkehrsbereich: Die Staaten haben sich zum Senken der Belastungen aus dem Verkehr auf ein erträgliches Maß verpflichtet. Die geplagte Bevölkerung erwartet zurecht heute und nicht irgendwann Lösungen, die diese Verpflichtung umsetzen und eine Erleichterung bringen. Ob die endlich begonnene Neuverhandlung des Verkehrsprotokolls (Vorsitz Liechtenstein) Belastungssenkung und Alpenschutz bringen wird, ist aber offen. Manchen Verhandlern wäre ein Papier lieber, das keinem Straßenbaulandesrat weh tut und den zunehmenden Verkehrswahnsinn in den Alpentälern legitimiert. Dagegen setzt sich die CIPRA massiv zur Wehr!

CIPRA Österreich fordert daher:

o Mehr Tempo und mehr Engagement der Alpenstaaten bei der Alpenkonvention, damit die Umsetzung breit in Gang kommt und ihr Mehrwert für die Bevölkerung erlebbar wird

o Ernstnehmen von Alpenschutzzielen in der täglichen Tourismus- und Raumordnungspolitik der Alpenstaaten, auch Österreichs und der Bundesländer

o Kein verwässertes Verkehrsprotokoll! Ein "Verhandlungserfolg" durch einen zahnlosen Kompromiß wäre eine Schande für die Alpenstaaten und eine Verhöhnung all jener, die sich für die Erhaltung der Alpen als Natur- und Lebensraum einsetzen, so CIPRA Österreich abschließend.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Reinhard GSCHÖPF, Tel. 01-4011334

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS