US-Hormonfleisch-Importe: GLOBAL 2000 kritisiert "Umfaller" von Wirtschaftsminister Farnleitner.

"Vorgeschlagener Kennzeichnungs-Kompromiss ist nicht praktikabel und ein Verrat am Konsumentenschutz. Torpediert Bemühungen Österreichs und der EU, Importverbot aufrechtzuerhalten"

Wien (OTS) - . Die Umweltorganisation GLOBAL 2000 übt scharfe Kritik an den heutigen Aussagen von Wirtschaftsminister Hannes Farnleitner im "Standard", wonach im Streit um die drohenden Importe von hormonbehandeltem US-Rindfleisch nach Europa ein "Kennzeichnungs-Kompromiss" vorstellbar sei. "Die von Farnleitner vorgeschlagene Kennzeichnung ist ein nicht praktikables Instrument und ein klarer Verrat am Konsumentenschutz", kritisiert GLOBAL 2000-Sprecher Lothar Lockl. "Abgesehen von der technischen Nachweisbarkeit bzw Kontrollierbarkeit stellt sich die Frage, wie eine Kennzeichnung bei weiterverarbeitenden Produkten wie Packerlsuppen oder Tiefkuehlkost gewährleistet werden soll. Ausserdem haben die USA klar deponiert, dass sie einer "diskriminierenden" Kennzeichnung, die das Wort "Hormone" enthaelt, niemals zustimmen werden, sondern dass sie bestenfalls eine "Made in USA"-Kennzeichnung akzeptieren. Letztlich wird durch die um bis zu 30 Prozent billigeren US-Hormonfleisch-Importe und die dadaurch bedingten unterschiedlichen Produktionsstandards nur der Druck auf die EU-Bauern steigen, in der Tiermast ebenfalls Hormone zur Steigerung des Muskelwachstums einzusetzen." Nach Ansicht von GLOBAL 2000 haben bereits die seit Jahren erfolglosen Bemuehungen um eine Kennzeichnung von gentechnisch manipulierten Lebensmitteln gezeigt, dass eine Etikettierung nicht praktikabel sei.

Kritik üben die Umweltschuetzer auch am falschen Zeitpunkt des Farnleitner- Vorschlags. GLOBAL 2000-Sprecher Lockl: "Abgesehen von den inhaltlichen Zweifeln an der Durchsetzbarkeit einer Kennzeichnung ist es absolut unverständlich, warum der österreichische Wirtschaftsminister mit seinem abstrusen Vorstoss schon am Beginn der entscheidenden Verhandlungen zwischen der EU und den USA hinter die bisher strikte Anti-Hormonfleisch-Position der EU zurueckgeht. Er fällt damit nicht nur den europaeischen Umwelt- und Konsumentenschutzverbänden in den Rücken, sondern torpediert auch alle Bemühungen, das bestehende EU-Importverbot fuer US-Hormonfleisch trotz des US-Drucks aufrechtzuerhalten."

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