GBH: Realeinkommenssteigerung durch KV-Abschlüsse und Steuerreform

Bauarbeitsmarkt braucht Struktur- und Arbeitsmarktfonds

Wien (GBH/ÖGB). Die Mitglieder des Bundesvorstandes der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) gaben heute den bereits vorliegenden Kollektivvertragsabschlüssen für die Arbeitnehmer der Bauindustrie und des Baugewerbe, der Stein- und keramischen Industrie sowie dem Bauhilfs- und Baunebengewerbe ihre Zustimmung. Man ist sich einig, "dass die KV-Verhandlungen bisher erfolgreich verlaufen sind. Das GBH-Verhandlungsteam konnte Erfolge mit guten Erhöhungen der KV-und Ist-Löhne sowie der Lehrlingsentschädigungen erreichen. Für den/die einzelne(n) ArbeitnehmerIn bedeutet dies eine Weiterentwicklung der Realeinkommen." ++++

Auch die Situation in den noch offenen KV-Bereichen - wie der Holzverarbeitenden Industrie, dem Holz- und kunstoffverarbeitenden Gewerbe, dem Maler, Lackierer- und Schilderherstellergewerbe sowie der Wildbach- und Lawinenverbauung - wurde diskutiert und die weitere Vorgangsweise - insbesondere für den Bereich der Holzverarbeitenden Industrie - abgestimmt. Die Kollektivverträge für diese Branchen laufen bis 30. April 1999. Der GBH-Bundesvorstand betonte ausdrücklich, "dass die
Interessenvertreter der Arbeitgeber in den Branchen, in denen noch kein KV-Abschluss vorliegt, aufgefordert sind, raschest im
Interesse der Arbeitnehmer und Unternehmen zu einer Einigung mit
der Gewerkschaft Bau-Holz zu kommen."

Brauchen Qualifizierungs- und Bildungsoffensive

Auch der GBH-Bundesvorstand bekräftigte nochmals, dass die Zeit
der zweijährigen Kollektivvertragsdauer für die Arbeitnehmer in der Bauindustrie und des Baugewerbes dazu genützt werden soll, rasch die am Tisch liegenden Vorschläge der Gewerkschaft Bau-Holz zur Schaffung eines "Struktur- und Arbeitsmarktfonds" umzusetzen. Durch die Schaffung eines "Struktur- und Arbeitsmarktfonds" für
die Arbeitnehmer und Arbeitgeber in der Bauwirtschaft könnten die Qualifikation und damit die Arbeitsmarktsituation in Zukunft wesentlich verbessert werden.

Der GBH-Bundesvorsitzende und ÖGB-Vizepräsident Johann Driemer betonte dazu: "Wir müssen gemeinsam - Gewerkschaft und Bauwirtschaft - daran arbeiten, dass einerseits Bildungsoffensiven zur Qualifikation der am Bau beschäftigten Arbeitnehmer gestartet werden,; anderseits müssen für jene Arbeitnehmer, die einen Wechsel in eine andere Branche anstreben oder die keinen Platz in der Baubranche haben, entsprechende Umschulungsangebote im ausreichenden Ausmass vom Arbeitsmarktservice angeboten werden."

Steuerreform bringt ab 1. 1. 2000 spürbare Lohnsteuerentlastung

Die Mitglieder des GBH-Bundesvorstandes sind mit den Ergebnissen
der Steuerreform zufrieden, weil die Vorschläge der GBH und des ÖGB zu einem großen Teil Niederschlag gefunden haben. Driemer meinte: "Die Steuerreform ist ein wichtiger Schritt in Richtung Verteilungsgerechtigkeit. Wir haben das Ziel der spürbaren Lohnsteuersenkung für die Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen erreicht. Ausserdem steigt durch diese Steuerreform die Kaufkraft der kleineren Einkommensbezieher, was den Konsum ankurbelt und
somit zu mehr Beschäftigung führt."
Die Steuerreform ab 1. 1. 2000 steht auf soliden Beinen. Der
Einsatz der GBH und des ÖGB hat sich für die ArbeitnehmerInnen ausgezahlt: Bereits ein monatliches Bruttoeinkommen von 13.000 S wird mit 4.000 S netto entlastet. Auch jene, die aufgrund ihres niedrigen Einkommens keine Steuern zahlen, kommen in den Genuss einer spürbaren Entlastung, indem ihnen eine Steuergutschrift in der Höhe von maximal 1.500 S angerechnet wird. Berücksichtigt man die Maßnahmen des Familienpaketes, dann kommen für alle Familien zusätzlich noch 6.000 S pro Kind und Jahr dazu.

Der GBH-Bundesvorstand ist davon überzeugt, "dass mit dieser Steuerreform und in Verbindung der KV-Abschlüsse eine spürbare Entlastung der ArbeitnehmerInnen erreicht wurde. Jedoch muss an
der künftigen Gestaltung des Steuersystems mit den Schwerpunkten Entlastung des Faktors Arbeit, der Vermeidung der kalten
Progression im Steuersystem und in Richtung Wertschöpfungsabgabe trotzallem intensiv weiter gearbeitet werden."
(Fortsetzung folgt)

ÖGB, 27. April 1999 Nr. 181

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