Korrektur AK: EU-Einfuhrverbot von amerikanischem Hormonfleisch nicht vorschnell aufheben

Wien (OTS) – Das EU-Einfuhrverbot für amerikanisches Hormonfleisch darf nicht vorschnell aufgehoben werden, fordern die AK Konsumentenschützer erneut. Es müssen jedenfalls die endgültigen Ergebnisse der EU Untersuchungen über die krebserregende Wirkung von Hormonen abgewartet werden. Für die AK Konsumentenschützer steht fest: In der Bewertung von Lebensmitteln muß für die Konsumenten jegliches Risiko ausgeschlossen werden, insbesondere auch negative langfristige Auswirkungen. Käme es zu einer Aufhebung des EU-Importverbotes von US-Fleisch, so muß die Herkunfts-Kennzeichnung strengstens kontrolliert werden. Darüber hinaus muß dann auch die Herkunftsangabe bei jenem Fleisch verpflichtend werden, das in Produkten weiterverarbeitet wird,
oder in Gasthäusern angeboten wird, verlangt die AK. Eine
nationale Regelung ist unbedingt notwendig. ****

In Österreich sind Hormone in der Tierhaltung seit 1975 verboten, in der EU sind seit 1989 auch die Hormone Testosteron,
Progesteron, 17-ß-Östradiol, Zeranol, Trenbolon und Melengestrol-acetat verboten. In den USA werden diese Hormone zur Leistungsförderung und Wachstumssteigerung in der Rinderzucht eingesetzt.
1996 hatte die USA bei der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf eine Klage wegen des geltenden EU-Importverbotes von hormonbehandeltem Rindfleisch eingebracht und Recht bekommen. ES MUSS RICHTIG HEISSEN: Die EU muß nun bis 13. Mai nachweisen, daß hormonbehandeltes Rindfleisch gesundheitsschädlich ist, um das Importverbot aufrecht erhalten zu können.

Die EU-Kommission hat weitergehende Untersuchungen und Überprüfungen insbesondere im Hinblick auf die krebserregende Wirkung der in den USA verwendeten Hormone beauftragt. Zwischenergebnisse dier Studien sollen am 30. April vorgelegt werden.

Sicherheit für Konsumenten
Das Einfuhrverbot von amerikanischem Rindfleisch muß aufrecht bleiben, verlangen die AK Konsumentenschützer, und zwar bis die endgültigen Untersuchungsergebnisse vorliegen. Die AK spricht sich generell auch für die Anwendung eines umfassenden
Vorsorgeprinzipes aus. In dieses Vorsorgeprinzip müssen neben wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Gesundheitsschutz auch andere Faktoren einfließen, wie zB Tiergesundheit, Tierschutz und Konsumentenerwartung, aber auch ethische Grundsätze. Dieses muß aber auch Sicherheitsfaktoren für Fälle wissenschaftlicher Unsicherheiten bzw bislang noch unbekannter Risiken vorsehen. Bei der Bewertung von Lebensmitteln muß jegliches Risiko, vor allem negative langfristige Auswirkungen, definitiv ausgeschlossen
werden.

Dieses Vorsorgeprinzip muß Grundlage der lebensmittelrechtlichen Regelungen innerhalb der EU werden, soll aber auch zukünftig auf Ebene des Welthandels angewandt werden, fordert die AK. Da die Regelungen des weltweiten Codex Alimentarius die Beurteilungsgrundlage bei WTO-Streitigkeiten darstellen, müssen nach Ansicht der AK auch bei allen lebensmittelrechtlichen Regelungen des Codex Alimentarius neben der Wissenschaft auch
diese anderen Faktoren berücksichtigt werden.

Umfassende Kennzeichnung notwendig
Sollte das EU-Importverbot von US-Fleisch aufgehoben werden, so
muß die Herkunfts-Etikettierung strengstens kontrolliert werden, verlangen die AK Verbraucherschützer. Konsumenten sollen auch erfahren, aus welchem Land das Rindfleisch stammt, das in Verarbeitungsprodukten enthalten ist, oder in Restaurants
angeboten wird, will die AK. Daher ist eine nationale Regelung unbedingt notwendig.

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