Bilanz zum WWF-Symposium und FSC Messe in Mainz vom 13.4.-16.4.99: Global gültiges Holz-Ökosiegel FSC für die Eroberung der Märkte gerüstet

Sprecher der europäischen Umweltverbände und der Wirtschaft beziehen Stellung zu konkurrierenden Zertifikaten wie PEFC -einhellige Ablehnung!

Wien (OTS) - Österreich und Deutschland ziehen eine positive Bilanz: Praxistauglichkeit und Marktchancen des FSC sind in eindrucksvoller Weise unter Beweis gestellt worden. Dies ist das Ergebnis des internationalen Symposiums in Mainz/Deutschland "Wald Wirtschaft 2000" und der ersten internationalen Ausstellung von Holzprodukten aus umweltgerechter Waldwirtschaft mit dem FSC-Gütesiegel (Forest Stewardship Council). Währenddessen planen europäische Privatwaldbesitzerverbände als Konkurrenz zum FSC ein eigenes Holzsiegel (PEFC), das ausschließlich auf Europa beschränkt ist und wenig Kontrolle verlangt. Auf der Bilanzpressekonferenz zum Mainzer Symposium bezogen daher die großen europäischen Umweltverbände, zahlreiche Unternehmen und der WWF klar Stellung für ein glaubwürdiges und weltweit gültiges Siegel und damit gegen den PEFC.

Nachvollziehbar vom Baumstamm bis zum Produkt, unabhängig kontrolliert, international anwendbar und gewinnorientiert bei ökologischer Nutzung des Waldes: Das zeichnet das internationale FSC-Siegel nach einhelliger Meinung der über 300 Symposiumsteilnehmer aus. Umweltverbände gleichermaßen wie Wirtschaftsunternehmen aus aller Welt konnten sich drei Tage lang von der Funktionsfähigkeit und den Marktchancen des Holz-Ökosiegels FSC überzeugen: Unternehmen, die auf FSC setzen, erobern neue Märkte – vom Kleinunternehmen über den weltgrößten Parketthersteller bis hin zu Baumarktketten (wie OBI) und dem größten europäischen Waldbesitzer Assi Domän. Die Zeichen der Zeit werden auch in Deutschland erkannt: Im Rahmen des Symposiums stellten die Umweltministerien von Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein ihre Projekte vor, die eigenen Wälder auf eine naturnahe Waldwirtschaft gemäß FSC umzustellen. Die kostengünstige Gruppenzertifizierung kommt dabei wieder zur Anwendung, wie bereits erfolgreich in Rheinland-Pfalz. "Eine ähnliche Entwicklung ist auch für Österreich zu hoffen, will man den Anschluß an den internationalen Holzmarkt nicht verlieren!" erklärt Mag. Thomas Katjejowsky, FSC- Experte beim WWF Österreich.

Umweltverbände lehnen paneuropäisches Holzsiegel ab Das Holz-Ökosiegel hat durch ein von den Organitionen privater Waldbesitzer angestrebtes "Paneuropäisches Zertifikat" (PEFC) für Holzprodukte Konkurrenz bekommen. Dieses Siegel sei allerdings als nicht als glaubwürdiges und fachlich seriöses Siegel für eine naturnahe Waldnutzung geeignet, erklärten die europäischen Umweltverbände (drunter Greenpeace und WWF) in Mainz. Folgende Wesentliche Elemente werden vermißt: Ökologische Fortschritte in der Waldwirtschaft: Es gibt bislang keinerlei Anzeichen dafür, daß das paneuropäische Zeichen darauf ausgerichtet ist, die Forstwirtschaft in Europa ökologisch zu verbessern.

Gleichberechtigte Beteiligung und Mitbestimmung im Sinne der Agenda 21 von Rio: Das PEFC wurde bisher hinter verschlossenen Türen ohne gleichberechtigte Beteiligung von Umweltverbänden und sozialen Interessenvertretern entwickelt.

Kontrollierbarkeit und Glaubwürdigkeit: Jeder Waldbesitzer muß dem Zertifizierer eine vertraglich geregelte Kontrolle seines Betriebes ermöglichen. Ganze Bundesländer oder Regionen können daher nicht, wie im PEFC vorgesehen, zertifiziert werden - eine glaubwürdige Zertifizierung ist nur auf einzelbetrieblicher Ebene möglich.

Verbraucherinteresse: Das PEFC-Siegel berücksichtigt auch in keiner Form das Verbraucherinteresse an einem glaubwürdigen Umweltsiegel, denn es ist keine klare Kontrolle der Handelskette vom Wald bis zum Endprodukt vorgesehen. Ein Manko, das auch für die Baumarktkette OBI entscheidend ist: "Wir wollen ein glaubwürdiges Siegel, das hohe Umweltstandards garantiert, weltweit gültig ist und von den wichtigen Umweltverbänden anerkannt ist. Daher setzen wir auf FSC!", betont Stephan Botschen, Umweltkoordinator von OBI Deutschland.

Weltweite Gültigkeit und Bekanntheit: Da Holz weltweit gehandelt wird, muß auch ein Gütesiegel weltweit gültig und anwendbar sein. Das geplante PEFC-Siegel würde ein europäisches Zertifikat einführen, das die Bemühungen in den Ländern anderer Kontinente ausgrenzt.

"Alle genannten Anforderungen erfüllt bisher nur das FSC-Label", erklärt Mag. Thomas Katjejowsky vom WWF Österreich. "Natürlich kann der FSC kann andere Zertifikate - so auch das auf Europa beschränkte PEFC - anerkennen, sofern diese die ökologischen Mindeststandards des FSC erfüllen."

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

WWF Österreich,
Mag. Thomas Katjejowsky
Tel.: (01) 488 17 / 226

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | WWF/OTS