Bartenstein: EU fördert vier heimische Naturschutzprojekte mit 74 Mio. ÖS

Projekte in Kärnten, Niederösterreich, Salzburg, Oberösterreich

Wien (OTS) - "Mit 74 Millionen Schilling unterstützt die EU vier bedeutende österreichische Naturschutzprojekte. Die Mittel wurden heute vom zuständigen Ausschuß der EU-Kommission in Brüssel beschlossen", teilt Umweltminister Dr. Martin Bartenstein mit. "Damit fließen heuer 10 Prozent des EU-Naturschutzbudgets nach Österreich. Unsere erfolgreiche Naturschutzpolitik findet damit erneute Bestätigung." Die vier Projekte, an denen sich das Umweltministerium ebenfalls beteiligt, sind der Auenverbund Obere Drau (Kärnten), das Artenschutzprojekt "Lebensraum Huchen" an den niederösterreichischen Voralpenflüssen Melk, Pielach und Mank, das Projekt "Wallersee -Wenger Moor" nördlich von Salzburg und das Naturwald-Management im oberösterreichischen Nationalpark Kalkalpen.

Die Fördermittel stammen aus dem Budget des EU-Förderprogramms LIFE-Natur. Dieses dient dazu, international bedeutsame Maßnahmen zur Erhaltung oder Wiederherstellung von natürlichen Lebensräumen für Tiere und Pflanzen zu unterstützen und so die Habitatschutz-Richtlinie der EU in die Praxis umzusetzen. Dotiert ist dieser "Topf" im Jahr 1999 mit etwas mehr als 650 Millionen Schilling. Gefördert können allerdings nur Gebiete werden, die von den Mitgliedstaaten als Gebiete für das EU-weite Schutzgebietsnetz Natura 2000 nominiert wurden. Den österreichischen Anteil, mit dem die genehmigten Projekte kofinanziert werden, bringen in der Regel Länder, Umweltministerium und Umweltorganisationen auf.

Der Auenverbund Obere Drau erstreckt sich auf einer Flußstrecke von 60 Kilometer. Um den Lebensraum von seltenen Tierarten wie Eisvogel, Huchen, Bachneunauge, Dohlenkrebs und Flußuferläufer zu schützen, werden Gewässer und Auwälder flächenhaft revitalisiert. Im Auenverbund finden sich unter anderem die größten Eschen-Erlen-Wälder Mitteleuropas.

Das Artenschutzprojekt "Lebensraum Huchen" an Melk, Pielach und Mank konzentriert sich auf die Vernetzung von Fließgewässern. Damit sollen die Wandermöglichkeiten für Fische - auch von der Donau her -verbessert werden. An der Pielach können damit die letzten dynamisch erhaltenen Wildflußabschnitte erhalten werden, deren Mäander den Lebensraum für eine überregional bedeutende Vogelfauna bilden.

Im Wenger Moor am Wallersee, 25 Kilometer nördlich von Salzburg gelegen, können durch die EU-, Bundes- und Landesmittel weitere 300 Hektar wertvoller Moor- und Feuchtflächen für den Naturschutz gesichert werden. Das Schutzgebiet ist vegetationsökologisch gesehen ein vielfältiges Mosaik aus Hochmoorflächen, Birken- und Latschenhochmooren, Pfeifengraswiesen, Seggenrieden, Schilfbereichen und Wald. Der Vogelwelt, vor allem Wasservögeln und Schilfbrütern, dient es als Wiesenbrutfläche.

Im Nationalpark Kalkalpen wird man sich speziell der Rückführung von Waldbeständen in standortgerechte Naturwaldgesellschaften widmen. Für Almflächen soll ein neues Erhaltungsmanagement gestartet werden, dazu kommen Maßnahmen zur Betreuung der Besucher. Im größten Waldschutzgebiet Österreichs mit 470 Kilometern natürlicher Bachläufe, 500 Quellen und dem größten Karstwasserkomplex der Alpen werden außerdem auf 6.000 Hektar vorhandene Feuchtgebiete und Quellen saniert. In diesem Gebiet wachsen über 750 Pflanzenarten, darunter 112 gefährdete Arten der Roten Liste. Auch zahlreiche gefährdete Tierarten wie der Weißrückenspecht und Alpenbock-Käfer haben in den Kalkalpen Zuflucht gefunden. Langfristig könnten auch Raubtiere wie Braunbär und Luchs wieder angesiedelt werden.

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