Verhängnisvolle Raserei: Frau und Kind getötet, 2Lenker und 2 weitere Kinder schwer verletztz

KfV-Appell an Vernunft und Verantwortungsbewußtsein

Wien (OTS) - Raserei wurde einem 29jährigen Lenker, seiner jungen Familie und dem schuldlosen Unfallgegner zum Verhängnis: Seine 30jährige Frau und sein 11jähriger Sohn sind tot, seine beiden jüngeren Kinder (4 und 8 Jahre), der andere, unschuldige Pkw-Lwenker und er selbst sind lebensgefährlich verletzt. Zeitpunkt und Ort des Dramas: Sonntag, 25. April, gegen 18.30 Uhr, auf der steirischen B72 im Bereich Birkfeld.

Der Unfallhergang: Der Pkw des Unfallverursachers geriet wegen stark überhöhter Geschwindigkeit ins Schleudern, kam am rechten Straßenrand von der trockenen Asphaltfahrbahn ab - und prallte wieder zurück auf die Fahrbahn, frontal gegen den Pkw eines 32jährigen Lenkers, der bei dieser Kollision ebenfalls schwer verletzt wurde.

Zwei Todesopfer und vier zum Teil Schwerstverletzte - die Bilanz eines schrecklichen Unfalls, die Folge unbedachten Handelns, der Beweis für unterschätzte Gefahr. Nichtangepaßte Geschwindigkeit ist Woche für Woche Unfallursache Nummer 1 auf Österreichs Straßen, darf aber nicht traurige Gewohnheit werden.

Eine KfV-Untersuchung zur Problematik "Schnellfahren" hat gezeigt:
Das Phänomen "Temporausch" gibt es nicht. Es sind nicht die Hormone, die schuld am Bleifuß-Syndrom sind - das Problem des Rasens ist eine rein psychische Angelegenheit, der nur durch entsprechende Einstellung und Verantwortungsbereitschaft beizukommen ist.

Die Tempo-Studie des KfV beweist weiter: Dem Menschen fehlt generell eine "biologische Bremse" - Raser besitzen daher keine natürliche Hemmschwelle. Der Mensch - von Natur aus ohne Hilfsmittel für Geschwindigkeiten bis etwa 30 km/h "ausgelegt" - hat kein geeignetes Sinnesorgan, um das Gefahrenpotential der hohen Geschwindigkeit wahrzunehmen. Was bei 30 km/h kein Problem ist, wird bei höherem Tempo zur großen Gefahr. Der Mensch kann zwar mit Hilfe der Technik 130, 150, 180 km/h erreichen, diese Situationen aber nicht entsprechend verarbeiten.

Die "Pille gegen Raser" gibt es leider nicht. Die Aufhebung der Toleranzgrenzen bei Überschreitung der gesetzlichen Tempolimits wäre aber nach Meinung der KfV-Experten ein erster Schritt in die richtige Richtung. Verantwortungsbewußtsein, Vernunft und das richtige Verständnis des Straßenverkehrs als soziales Geschehen können durch Aufklärung und andere pädagogische Maßnahmen geschaffen werden. Eine davon ist der bereits international bewährte Punkteführerschein - er schützt die Mehrheit der verantwortungsbewußten Verkehrsteilnehmer vor der gefährlichen Minderheit der Raser und Rowdies. Seine beste Wirksamkeit erreicht der Punkteführerschein in der Altersgruppe 30 bis 50 Jahre - bei den Vorbildern der jungen Fahrer.

Für die Fahranfänger selbst wäre der Stufenführerschein für Pkw ein probates Mittel zur Reduktion des Unfallrisikos: Die ersten Erfahrungen auf vier Rädern im Straßenverkehr sollten nach Meinung der Verkehrssicherheitsexperten - analog dem Stufenführerschein für Motorräder - mit geringerer Motorleistung erfolgen, frei nach dem Motto "Stark mit weniger PS".

Parallel zu generalpräventiven gesetzlichen Maßnahmen wie Punkte-und Stufenführerschein muß gezielte Bewußtseinsbildung Akzeptanz und Toleranz für ein konstruktives Miteinander im Verkehrsgeschehen schaffen - wie etwa die KfV-Aktionen "Mobile Tempoanzeige" oder "Vorrang für Zebras", eine Initiative zum Schutz der Fußgänger.

Die Verkehrstoten der Woche vom 19. bis 25. April 1999

Insgesamt starben letzte Woche auf Österreichs Straßen 22 Menschen - 11 Pkw-Insassen (davon 6 Lenker), 2 Lkw-Insassen (davon 1 Lenker), 3 Motorrad-Lenker, 2 Moped-Lenker und 4 Fußgänger. Nach vorläufigen Zahlen gibt es 1999 bisher 247 Todesopfer im Straßenverkehr zu beklagen, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es - nach endgültigen Zahlen - 236 Verkehrstote.

"Wenn der Trend des Unfallgeschehens wieder in die richtige Richtung gehen soll, ist auch jeder einzelne von uns gefordert, sein persönliches Scherflein dazu beizutragen", so KfV-Hauptgeschäftsführer Dr. Othmar Thann. "Das beginnt beim Griff zum Gurt, beim Sichern des Nachwuchses in einem geeigneten Kindersitz, beim maßvollen Genuß von oder im Optimalfall Verzicht auf Alkohol und bei der Wahl einer vernünftigen Fahrgeschwindigkeit. All diese leicht realisierbaren, bewußt gesetzten Taten können Leben retten - und das sollte den geringen Mehraufwand an Handlungsschritten und die Unbequemlichkeit der Selbstkontrolle rechtfertigen."

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