Naturschutzlandesrat Dr. Hannes Bauer zum "Tag des Baumes”

Vorbildlicher Baumschutz in Niederösterreich

St. Pölten, (SPI) – "Auf der ganzen Welt wird morgen Sonntag, dem 25. April 1999, der internationale "Tag des Baumes” gefeiert. Bäume zählen aufgrund ihrer Größe und ihrer langen Lebensdauer zu den wertvollsten Elementen unserer Kulturlandschaft. Seit jeher werden sie von der Menschheit dementsprechend beachtet: Von der Dorflinde, den vielen Gerichtsbäumen, Schloßalleen, Mostobstreihen bis hin zum kleinen Weingartenpfirsich prägen sie ganz
entscheidend das Gesicht der Landschaft. Baumschutz wird deshalb
in Niederösterreich ganz groß geschrieben” betont Naturschutz-Landesrat Dr. Hannes Bauer.****

Die Aktivitäten des NÖ Naturschutzes sind dabei reichhaltig:

In mehr als zwei Dutzend NÖ Gemeinden wird ein Baumbetreuungsprojekt durchgeführt, bei dem die Gemeinden ihren gesamten Baumbestand gemeinsam mit Experten fachgerecht pflegen
und schützen. Immer noch sind die Schäden, die Bäumen in Gemeinden und an den Straßen und in der Flur zugefügt werden, enorm. "Man sagt: Bäume sterben leise – weil sie eine enorme Widerstandsfähigkeit besitzen, um eben mehrere hundert Jahre überleben zu können. Deshalb lassen sich Verursacher von Baumschäden auch oft so schwer feststellen – Schadensursachen können Jahre, ja Jahrzehnte zurückliegen”, so der NÖ Naturschutzlandesrat.

Die Aktion ist vorbildlich: denn als erstes Bundesland praktiziert der NÖ Naturschutz einen praxisgerechten, präventiven Baumschutz. Konkret bedeutet das, daß z.B. Schnittmaßnahmen an Straßen rechtzeitig durchgeführt werden und damit große Schnittwunden vermieden werden können, oder daß beim Künettenbau "Wurzelvorhänge” vorgesehen werden, um ein Austrocknen und eine Infektion der Wurzel zu verhindern. "Alle Begutachtungen werden in diesen Projekten mit den Gemeindebediensteten abgestimmt, die gleichzeitig für die Umsetzung der Maßnahmen eingeschult werden.” Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die
Aktivitäten in der Landeshauptstadt St. Pölten: Das Gartenamt zählt im Bereich des Baumschutzes zu den besten in unserem Bundesland”, so Landesrat Bauer.

Auch die großen Streuobstbestände Niederösterreichs sind wesentlicher Teil des Naturschutz-Programmes: Mit spezifischen Flächenprämien an die Landwirte werden jährlich 10 Millionen Schilling ausbezahlt. Damit konnten mehr als 120.000 Bäume
erhalten werden. Der Lebensraum für Steinkauz, Wiedehopf und viele andere Arten kann mittelfristig mit diesem Programm gut gesichert werden. "Die Erhaltung der Streuobstbestände werde ich deshalb mit ÖPUL 2000 deutlich ausbauen und weiter verbessern.” betont Bauer.

Aber nicht nur der Schutz bestehender Bäume wird in Niederösterreich groß geschrieben. Jährlich werden tausende Bäume ausgepflanzt. Dabei wird besonderes Augenmerk auf eine standortgemäße und heimische Artenauswahl gesetzt. "Viele Arten sind bereits so selten geworden, daß wir sie aus wenigen noch vorhandenen Altbeständen beernten und in Baumschulen selbst vermehren lassen” umschreibt Bauer die Aktivitäten im Bereich der Auspflanzung. Ökotypen von Eichen, Buchen, Elsbeeren und mehr als hundert Obstsorten werden auf diese Weise neu gesetzt. In Obergrafendorf wurde diese Woche eine "Dirndl-Baumreihe” gesetzt – eine regionale Rarität.

"Der Baum ist für die Menschheit ein Mythos. Nicht umsonst ketten sich Menschen an Bäume, nicht umsonst fanden früher Gerichtsverhandlungen unter der schützenden und "gerechten” Krone des Dorfbaumes statt. Das große Baumschutzprogramm NÖ hilft mit, diese Lebensräume und diese Kultur für unsere nächsten Generationen zu erhalten und mancherorts sogar auszubauen”, so Landesrat Bauer abschließend.
(Schluß)

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