Sanierung von Bauwerken schafft Arbeitsplätze und Lebensqualität

Steuerliche Diskriminierung von Sanierungsprojekten würde sich auf Bauarbeitslosigkeit verheerend auswirken

PWK - Anläßlich der Eröffnungsdiskussion bei der derzeit im Austria Center Vienna stattfindenden Sanierungsmesse bezeichnete der Bundesinnungsmeister der Baugewerbe Johannes Lahofer die Sanierung und Adaptierung als Hoffnungsträger für das heimische Baugewerbe. ****

Gleichzeitig ging Lahofer hart mit den Plänen des Finanzressorts ins Gericht, Privatinvestitionen in Altstadterhaltung und Sanierungsprojekte durch ein steuerliches Verlustausgleichsverbot unattraktiv zu machen.

Als bestechende Argumente für die Forcierung derartiger Projekte führte er eine Reihe von Punkten ins Treffen. So ist die Sanierung und Revitalisierung von Bauwerken sehr beschäftigungsintensiv und sichert daher Arbeitsplätze. Die Investition von einer Milliarde schafft Beschäftigung für etwa 1.800 Bauarbeiter. Da ein erheblicher Teil der Arbeiten auch im Winter ausgeführt werden kann, könnte der Anteil der ganzjährig Beschäftigten Arbeitnehmer erheblich gesteigert werden. Der starke Auftragseinbruch im Wohnbau (8,7 Prozent) könnte durch Revitalisierung des Altbestandes (Wärme-, Schalldämmung, Fenster, Türen, Leitungstausch, Dachbodenausbau, etc.) kompensiert werden. Ein gepflegtes Stadtbild wiederum hebt die Lebensqualität und fördert den Tourismus. Baudenkmäler und Kulturgüter werden erhalten. Verslumung und Ghettobildung wird verhindert. "Ohne Wohnhaussanierung ist eine Stadterneuerung nicht möglich", so Lahofer.

Eine thermische Sanierung mittels Wärmedämmung bringt ein hohes Maß an Energieeinsparung und senkt die Umweltbelastung. Dies wird besonders deutlich angesichts der Tatsache, daß 40 Prozent des gesamten Schadstoffausstoßes aus Gebäudeemissionen bestehen, die bis auf die Hälfte reduziert werden könnten. In diesem Bereich ergeben sich für Bauunternehmen außerdem interessante Möglichkeiten durch attraktive Contracting-Modelle.

Das Baugewerbe fordert daher neue steuerliche Anreize zur Investition in Stadterneuerungsprojekte sowie für die Erhaltung von Altbauten und Kulturgütern und den verstärkten Einsatz von Wohnbauförderungsmitteln für Erhaltung und Verbesserung. Derzeit fließen nur etwa ein Viertel der Wohnbauförderung in die Sanierung. Sofort eliminiert werden muß das Verlustausgleichsverbot bei Sanierungsprojekten im Entwurf zur Steuerreform 2000. Das Festhalten an diesem Schritt hätte den verhängnisvollen Effekt, daß Revitalisierungsinvestitionen im maßgeblichen Umfang wegfallen würden, was zu einem verstärkten Verfall der Altsubstanz, Kapitalabflüssen ins Ausland und einer erneuten Rekordarbeitslosigkeit am Bau führen würde. Denn nach der Streichung der sogenannten "Bauherrenmodelle" im Zuge des "Sparpaketes" und dem endgültigen Auslaufen der steuerlich begünstigten Auflösung der Mietzinsreserven Ende des Jahres muß ein riesieges Investitionsloch überbrückt werden.

Alle Vorschläge des Baugewerbes wie z.B. die Einführung von steuerlich begünstigten Stadterneuerungsmodellen, Mehrwertsteueranreize für arbeitsintensive Dienstleistungen, Bindung der Wohnbauförderung an Dienstleistungsrechnungen, etc., die auch von der EU-Kommission gefordert werden, wurden bisher von Finanzministerium und der Arbeiterkammer kategorisch abgelehnt. "Vor dem Hintergru8nd der gelungenen 1. Sanierungsmesse und dem sich formierenden hoffnungsvollen Markt, so der Bundesinnungsmeister, wäre es schade, wenn diese Aufbruchsstimmung durch eine ideologisch falsch verstandene Fiskalpolitik abgewürgt würde. "Wenn seitens der verantwortlichen Politiker nicht jetzt sofort wirksame Maßnahmen gesetzt werden, darf sich niemand wundern, wenn zur Jahrtausendwende mehr arbeitslose Bauarbeiter als je zuvor auf der Straße stehen und die Zahl der Pleiten weiter ansteigt", schloß Lahofer.
(Schluß) MH

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/8,7 PROZENT