Greenpeace: Bohunice-Betrieb über das Jahr 2000 hinaus

Für Greenpeace liegt klarer Bruch internationaler Vereinbarungen vor. Greenpeace fordert Bundeskanzler Klima auf, beim slowakischen Ministerpräsidenten Dzurinda für eine Zurücknahme des slowakischen Beschlusses zu sorgen

Wien (OTS) - Nach Greenpeace vorliegenden Informationen hat die slowakische Regierung in ihrer gestrigen Ministerratssitzung den Beschluß gefaßt, die beiden V1-Hochrisikoreaktoren des Atomkraftwerkes Bohunice über das Jahr 2000 hinaus zu betreiben. Für Greenpeace liegt damit ein klarer Bruch internationaler Vereinbarungen zum Ausstieg aus Bohunice vor. Greenpeace fordert den österreichischen Bundeskanzler Viktor Klima auf, beim slowakischen Ministerpräsidenten Dzurinda für eine Zurücknahme des slowakischen Regierungsbeschlusses zu sorgen. "Die slowakische Regierung versucht ihren Betrug an allen internationalen Partnern ohne Rücksicht durchzuziehen. Österreich muß auf diesen Affront sofort und entschlossen reagieren. Es ist jetzt vor allem die Aufgabe von Bundeskanzler Klima die Slowakei mit dem Hinweis auf die Unvereinbarkeit zwischen den weiteren EU-Beitrittsambitionen der Slowakei und dem Weiterbetrieb von Bohuince zu einer Rücknahme des Beschlusses zu bewegen", forderte Greenpeace-Sprecher Alexander Egit.

Die slowakische Regierung hat mit diesem Regierungsbeschluß, der kommenden Montag von Dzurinda durch seine Unterschrift in Kraft treten würde, einen Regierungsbeschluß (Nr. 466) zur Bohunice-Abschaltung vom 14. Mai 1994 außer Kraft gesetzt. Die Slowakei hat damit außerdem die mehrfach gegenüber den österreichischen Bundeskanzlern Vranitzky und Klima abgegebene Zusage zur Schließung der Hochrisikoreaktoren gebrochen. Außerdem hat die slowakische Regierung damit die Beitrittsbedingungen mit der EU gebrochen, die an eine Bohunice-Schließung geknüpft waren. Außerdem hat die Slowakei die Kreditbedingungen für die Vergabe eines Kredites der staatlichen deutschen Hermes-Bank gebrochen. Mit diesem Kredit wird die Errichtung zweier Reaktoren des slowakischen AKW Mochovce finanziert. Er ist ebenfalls an eine Bohunice-Abschaltung geknüpft gewesen.

Rückfraehinweis: Mag. Alexander Egit, Greenpeace Österreich,

Tel.: 5454580-25 oder: 0664/3262555
Bettina Tasser, Pressesprecherin
Greenpeace Österreich,
Tel.: 5454580-29 oder: 0664/2407075

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