Fernwärme 1998: Trotz milder Witterung Absatzniveau gehalten

Zahl der Wohnungen mit Fernwärmeanschluß um 11% gestiegen - Fachverband fordert neue energiepolitische Rahmenbedingungen

PWK - Österreichs Fernwärmewirtschaft konnte 1998 trotz höherer Temperaturen das Absatzniveau von 1997 nahezu halten. Wurden 1997 11.004 GWh Fernwärme produziert, so waren es 1998 10.950 GWh, was einem Rückgang von 0,5 Prozent entspricht. Etwa 68 Prozent davon (7.450 GWh) stammen aus Kraft-Wärme-Kopplungen (KWK), berichtete Thomas Irschik, Vorsitzender des Marketingausschusses Fernwärme des Fachverbandes Gas und Wärme bei der heutigen Jahrespressekonferenz. ****

Die Zahl der Heizgradtage lag mit 3.654 um 3,1 Prozent unter jener des Jahres 1997 und um 10,2 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Andererseits setzte sich 1998 die starke Erweiterung in der Flächenversorgung fort. "Insgesamt konnten wir im letzten Jahr bei den Fernwärmeleitungen einen Zuwachs von rund 5 Prozent verzeichnen", freute sich Irschik. Das Fernwärmenetz in Österreich beträgt somit 2.534 Kilometer.

Die Zahl der an das Fernwärmenetz angeschlossenen Wohnungen erhöhte sich 1998 um 11 Prozent und stieg von 390.000 (1997) auf 433.000 Objekte an. Der Anteil fernwärmeversorgter Wohnungen beträgt in Österreich somit bereits über 13 Prozent, erklärte Irschik. Der höchste Anteil ist mit 23 Prozent in Wien festzustellen. Weitere Schwerpunkte der Fernwärmeversorgung sind Graz, Linz, Salzburg, Klagenfurt, St. Pölten und Wels.

Die Gewinnung der Fernwärme erfolgt fast ausschließlich in Heizkraftwerken der Energieversorgungsunternehmen und in sogenannten Heizwerken. Daneben wird industrielle und andere Abwärme in das Fernwärmenetz eingespeist. "Beim Brennstoffeinsatz war 1998 aufgrund geänderter Preisrelationen eine leichte Verschiebung weg von festen Brennstoffen und Erdgas, hin zu Heizöl und sonstigen Brennstoffen zu beobachten", so Irschik.

Der Ausbau von Fernwärme stellt einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz dar. Damit dies in Österreich weiter möglich ist, bedarf es allerdings in Zeiten fortschreitender Liberalisierung neuer energiepolitischer Rahmenbedingungen, betonte der Vorsteher des Fachverbandes Gas und Wärme, Karl Skyba. "Fernwärme ist aufgrund der kapitalintensiven Investitionen auf längerfristige Amortisationen ausgerichtet. Diese sind jedoch mit einer sehr kurzatmig gewordenen Wettbewerbssituation nur schwer in Einklang zu bringen."

Vor allem für die in Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen produzierte Fernwärme müssen faire Wettbewerbsvoraussetzungen definiert werden, um eine weitere positive Entwicklung sicherzustellen. Die Fernwärmewirtschaft habe kein Verständnis dafür, daß im Augenblick nur über die Förderung der regenerativen Energien diskutiert wird und die rationelle Energieverwendung in der KWK außer acht gelassen wird, ärgerte sich Skyba. Insbesondere, wo sich bei der gemeinsamen Erzeugung von Strom und Wärme in der KWK eine Brennstoffeinsparung von einem Drittel gegenüber der getrennten Erzeugung von Strom und Wärme erzielen läßt.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Fachverband Gas und Wärme
Tel. 513 15 88 DW 26

Dr. Ute Boccioli

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/7.450 GWH