Außenhandel mit Kanada rückläufig

Kanada mit 5 Mrd S Exporten vierter Überseemarkt Österreichs Angekündigte Strafzölle würden max. 30 Mio S Exporte treffen

pwk - Österreichs Exporte nach Kanada - unserem viertwichtigsten Überseemarkt nach den USA, Japan und China - betrugen 1998 rund 5 Mrd. S und lagen damit um zwei Prozent unter dem Wert des vorangegangenen Jahres, meldet Gudrun Hager, Nordamerika-Referentin der Wirtschaftskammer Österreich. Ausschlaggebend für den Rückgang seien die verringerten konzerninternen Motorenlieferungen der Firma Bombardier-Rotax gewesen. Bei anderen wichtigen Ausfuhrpositionen wie Fertigwaren und chemische Produkte seien hingegen beachtliche Zuwächse erzielt worden. Österreichs Einfuhren aus Kanada gingen 1998 (bedingt durch geringere Flugzeuglieferungen) um zehn Prozent auf 4,5 Mrd Schilling zurück. ****

Die von Kanada angekündigten Strafzölle würden aufgrund der vorläufigen Liste max. 30 Mio Schilling des österreichischen Exportvolumens nach Kanada betreffen, erläutert Helmut Klemesch (WKÖ-Abteilung für Intergrations- und Handelspolitik). Es handle sich dabei vor allem um Waffeln und Kekse mit Schokoladenüberzug, Pralinen, Zuckerwaren und Konfitüren. Die Lieferungen von Zuckerwaren und Waffeln nach Kanada hätten in den letzten Jahren deutlich zugenommen. 1998 erreichten sie einen Exportwert von über 15 Mio Schilling.

Die Wirtschaftskammer Österreich werde sich - wie im Konflikt mit den USA - auch bei der Auseinandersetzung mit Kanada für die Erstellung eines glaubwürdigen Kompensationsangebots an Kanada beziehungsweise für die WTO-konforme Umsetzung der EU-Verpflichtungen einsetzen, so Klemesch. Kanada dürfte einem Kompensationsangebot der EU aufgeschlossener gegenüberstehen als die USA. Ein kanadischer Regierungssprecher habe diesbezügliche Vorstellungen angedeutet (Erleichterungen für kanadische Exporte von Hartweizen, Pferdefleisch und anderen Fleischprodukten).

Die kanadische Regierung hat die Öffentlichkeit und die betroffenen Exporteure eingeladen, bis zum 17. Mai zu den vorgesehenen Strafmaßnahmen Stellung zu nehmen. Es sei zu erwarten, daß Kanada die Liste auf ein realistisches Ausmaß einschränken wird, so Klemesch. Die Schadenshöhe würde grundsätzlich noch der WTO-Schiedsgerichtsbarkeit unterliegen.

Die vorläufige kanadische Sanktionsliste betrifft Nahrungsmittel im Wert von ca. 2,9 Mrd Schilling, während die EU den Schaden Kanadas, der durch das Importverbot von Fleisch von "Hormonrindern" verursacht wurde, mit lediglich 7,5 Mio Schilling bewertet.

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