- 22.04.1999, 10:02:58
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Chemische Industrie im konjunkturellen Abwärtstrend
Produktpreise im Tief - Gedämpfte Aussichten für 1999
PWK - Nach einem erfreulichen Jahresanfang 1998 begab sich die
österreichische chemische Industrie im zweiten Halbjahr auf eine
konjunkturelle Talfahrt, die sich im heurigen Jahr fortsetzt. Auch
die heimischen Unternehmen bekamen in den letzten Monaten die
Auswirkungen der Krisen in Asien und Rußland deutlich zu spüren,
erklärte der Vorsteher des Fachverbandes der chemischen Industrie,
Josef Frick, anläßlich einer Pressekonferenz in Wien. ****
Dem erfolgversprechenden ersten Halbjahr 1998 folgte ab dem Sommer
ein deutlich erkennbarer Abwärtstrend, der sich gegen Ende des Jahres
weiter verstärkte. An Stelle des erhofften Plus von 5 Prozent
erreichten die österreichischen Chemiebetriebe lediglich ein
wertmäßiges Wachstum von 3,3 Prozent bei einem Gesamt-Produktionswert
von 103,7 Milliarden Schilling.
Monatlich rückläufige bzw. stagnierende Ergebnisse seit September
weisen auch die jüngsten Konjunkturerhebungen des Fachverbandes auf.
"In den ersten drei Quartalen 1998 konnten bei den Fragen nach
Inlands- und Auslandsumsatz durchwegs positive Salden vermerkt
werden, die Umfrage des vierten Quartals ergab dagegen ein
zweistelliges Minus", schildert Frick die rasante Talfahrt der
chemischen Industrie. Einbußen im Produktionswert verzeichneten
insbesondere Kunststoffrohstoffe, Pflanzenschutzmittel, Dünger sowie
Seifen-, Wasch-, Putz- und Pflegemittel. Bessere Umsätze erzielten
dagegen Kautschukwaren, Pharmazeutika, Chemiefasern und technische
Gase - letztere bedingt durch die Inbetriebnahme einer neuen Anlage.
Zusätzlich zur ohnehin gedämpften Entwicklung des Inlandsmarktes,
der unter der Nachfrageschwäche wichtiger Abnehmerbranchen wie
Baubereich, Landwirtschaft oder Papiersektor litt, verlor auch der
Außenhandel an Dynamik.
Als Bremse erwiesen sich dabei die Wirtschaftskrisen in
Südostasien, Rußland und Südamerika: Obwohl die direkten Exporte der
österreichischen Chemiebetriebe in diese Regionen verhältnismäßig
gering sind, waren die indirekten Auswirkungen auch auf den Stamm-
Märkten der heimischen Unternehmen spürbar. Insbesondere durch die
schwache Nachfrage aus dem asiatischen Raum wurden Lieferungen nach
Europa umgelenkt und sorgten dort für einen verschärften Wettbewerbs-
und Preisdruck.
Waren zu Beginn die Grundchemikalien vom deutlichen Preisverfall
betroffen, so gerieten schließlich auch die Zwischen- und
Finalprodukte zunehmend unter Druck und sorgten für einen Tiefstand
bei den Produktpreisen zahlreicher Branchen. "Während in der
Vergangenheit Preiszugeständnisse zumindest teilweise durch ebenfalls
rückläufige Rohstoffpreise kompensiert werden konnten, fallen derzeit
die Produktpreise noch stärker als die Rohstoffpreise", rechnet Frick
mit einer weiteren Verschlechterung der Wirtschaftslage.
Für das erste Quartal 1999 meldeten 52 Prozent der befragten
Chemieunternehmen sinkende Erträge. Auch der Beschäftigtenstand, der
1998 bei rund 41.900 Mitarbeitern lag, wird 1999 durch
Rationalisierungen und Outsourcing-Maßnahmen der Betriebe
voraussichtlich um weitere 2 bis 3 Prozent rückläufig sein.
Nur ein schwaches Wachstum prognostiziert der europäische
Chemieverband für die Chemiebranche der wichtigen Handelspartner
Deutschland, Großbritannien und Italien. Auch für Österreich erwartet
der Fachverband der chemischen Industrie ein schwieriges Jahr 1999
mit Steigerungsraten von maximal zwei Prozent.
(Schluß) Ne
Rückfragehinweis: Dr. Johann Pummer
Fachverband der chemischen Industrie
Tel: 50105 DW 3372
email: pummerj@fcio.wk.or.at
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