Gewerkschaft Bau-Holz: 4,6 Prozent KV-Lohnerhöhung am Bau

Kollektivvertragsabschluss für 24 Monate

Wien (GBH/ÖGB). Das KV-Verhandlungsteam der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) konnte für die rund 120.000 ArbeitnehmerInnen im Kollektivvertragsbereich Bauindustrie und Baugewerbe bereits
gestern in der ersten Verhandlungsrunde eine kollektivvertragliche Erhöhung der Mindestlöhne und Lehrlingsentschädigungen in Etappen um 4,6 Prozent erreichen. Das bedeutet für alle Arbeitnehmer im Baubereich eine Weiterentwicklung der Realeinkommen. Anfang nächster Woche befasst sich der GBH-Bundesvorstand mit dem vorliegenden Verhandlungsergebnis. ++++

Die kollektivvertraglichen Mindestlöhne und Lehrlingsentschädigungen werden per
1. Mai 1999 für eine Laufzeit von 8 Monaten um 2,1 Prozent erhöht. Ab 1. Jänner 2000 werden die kollektivvertraglichen Mindestlöhne und Lehrlingsentschädigungen um weitere 0,5 Prozent für die Dauer von 4 Monaten erhöht. Diese kollektivvertragliche Lohnerhöhung ergibt sich aus der wertneutralen Umlegung eines Teiles des Zuschlagsfaktors des Weihnachtsgeldes von 34 auf 25 Prozent. Für die darauf folgenden 12 Monate werden die kollektivvertraglichen Mindestlöhne und Lehrlingsentschädigungen per 1. Mai 2000 bis 30. April 2001 um weitere 2,0 Prozent erhöht. Die bisherige Parallelverschiebungsklausel bleibt aufrecht. Weiters werden wertneutrale Änderungen des Rahmenkollektivvertrages, die von der Arbeitsgruppe aus Vertretern der GBH, der Bauindustrie und des Baugewerbes im vergangenen Jahr erarbeitet wurden, umgesetzt.

Brauchen Qualifizierungs- und Bildungsoffensive

"Es ist erfreulich, dass sich die Interessenvertreter der Bauwirtschaft mit der GBH wieder zur sozialpartnerschaftlichen Verhandlungskultur zurück gekehrt sind", erklärte der GBH-Verhandlungsleiter, Johann Driemer. Im Zuge der KV-Verhandlung
wurde auch über die Vorschläge der GBH eines "Struktur- und Arbeitsmarktfonds" diskutiert. Dazu fanden bereits zwei Gespräche mit den Spitzenvertretern der Gewerkschaft Bau-Holz, der Bauwirtschaft und mit der Bundesministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Lore Hostasch, statt, die auch fortgesetzt werden.
Der GBH-Bundesvorsitzende und ÖGB-Vizepräsident Driemer betonte abschliessend: "Die Zeit des zweijährigen KV-Abschlusses müssen wir gemeinsam - Gewerkschaft und Bauwirtschaft - dazu nutzen, dass einerseits Bildungsoffensiven zur Qualifikation der am Bau beschäftigten Arbeitnehmer gestartet werden, und andererseits müssen für jene Arbeitnehmer die einen Wechsel in eine andere Branche anstreben oder die keinen Platz in der Baubranche haben entsprechende Umschulungsangebote im ausreichenden Ausmass
angeboten werden. Durch die Schaffung eines Struktur- und Arbeitsmarktfonds für die Arbeitnehmer und Arbeitgeber in der Bauwirtschaft könnte die Arbeitsmarktsituation in Zukunft wesentlich verbessert werden."

ÖGB, 22. April 1999 Nr. 175

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