eischberger: Von Haider menschlich tief enttäuscht. Ex-FPÖ-Spitzenmann findet im NEWS-Interview starke Worte zum Abschied.- 'FPÖ nur mehr ein Anbetungsverein."

Vorausmeldung zu NEWS Nr. 16/22.4.99

Wien (OTS) - In einem Interview mit dem morgen erscheinenden Nachrichtenmagazin News übt Ex-FPÖ-Spitzenmann Walter Meischberger scharfe Kritik an seiner - nun schon ehemaligen - Partei. Meischberger hatte dieses Interview NEWS bereits Dienstag abend, also vor seiner Prognostizierten Wiederangelobung, gegeben. Meischberger zu NEWS: Ich hatte nicht vor, wirklich ins Parlament zurückzukehren. Das war jetzt nur Show. Ich wollte meine Freunde bis zuletzt ein bißl dunsten lassen."

Meischberger sei es stets nur um seine Rehabilitierung gegangen. Ihm sei diese Rehabilitierung im Falle eines Freispruchs durch das FPÖ-Schiedsgericht zugesichert worden. Meischberger: "Unter dieser Bedingung habe ich vor ein paar Monaten schließlich auf meinen Parlamentssitz verzichtet."

In scharfen Worten äußert sich Meischberger über seine ehemaligen Parteifreunde: "Westenthaler hat auf schmutzige Art und Weise das besorgt, was ich mir eigentlich vom politischen Gegner erwartet hatte." Das freilich nicht ohne Billigung Haiders. Meischberger: "Der macht doch keinen Handgriff ohne seinen Herrn." Der gesamte Vorstand der FPÖ sei zum "Anbetungsverein" verkommen. Meischberger: "Mit Westenthaler als Vorbeter und Rumpold als Hohepriester. Und wer nicht brav anbetet, wird von der nächsten Zeremonie ausgeschlossen."

Die Partei mache eine "erschreckende personelle Verdünnung" mit. Es drohe, so Meischberger, die "Verwestenthalerung," der FPÖ. Meischberger: "Nicht erst seit mir. Da war die Heide Schmidt, dann der Norbert Gugerbauer. Immer nach der gleichen Methode: Erst bist du ein Lehrhub, dann profilierst du dich erlaubst dir eine eigene Meinung - und Rübe ab! Wartet ja schon der nächste Lehrbub."

Mit seinem "Beißzwang" hätte Westenthaler die gesamte Partei konditioniert.

Meischberger: "Westenthaler verbeißt sich in jeden, der längere Schatten wirft, als er selbst. Ob der jetzt Grasser, Prinzhorn oder eben Meischberger heißt. Er scheint seine nicht nur politische Kleinheit kompensieren zu wollen." Haider scheine diese personelle Ausdünnung "nicht zu stören". Meischberger: Er genügt sich offenbar selbst."

Über die Zukunft Haiders mutmaßt Meischberger: Er wird wohl noch in zehn Jahren Landeshauptmann in Kärnten sein. Wenn er nicht wieder übermütig wird und seine berühmten Fehler macht. Wie zum Beispiel die Ernennung des Herrn Mölzer zum Kultur-Guru. Schwerer Fehler. Er glaubt schon wieder, sich alles erlauben zu können".

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

News Chefredaktion
Tel. 01/213 12 101

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS