Festwocheneröffnung am 7. Mai

Kartenverkauf ab 24. April

Wien, (OTS) Am 7. Mai werden die diesjährigen Wiener Festwochen mit einem "Fest für drei Sträusse" auf dem Wiener Rathausplatz eröffnet. Damit startet das Festival, das heuer 27 Produktionen/Projekte mit insgesamt 121 Vorstellungen mit einem weiten künstlerischen Bogen von der Tradition zur Modernen präsentiert: von der "Fledermaus" als Tribut an Johann Strauß über Mozarts "Giovanni" bis hin zur Uraufführung von Olga Neuwirths "Bähmanns Fest", von "Hamlet" über Maeterlincks "Blauen Vogel" und Beckets "Godot" zur jungen Garde angelsächsischer Theaterautoren, weiters mit einer Reihe von Abenden im Zeichen des künstlerischen Crossover, bis hin zur Festwochenausstellung in der Kunsthalle und dem Musikfest im Konzerthaus. Der Kartenverkauf an den
Tageskassen, Wien 6., Lehargasse 3 a und Wien Ticket (Salettl
neben der Staatsoper), Wien 1., Karajan Platz, startet am Samstag, dem 24. April. Hier gibt es auch noch Karten für Vorstellungen,
die im telefonischen Kartenverkauf bereits ausverkauft sind.****

Das Fest der "Drei Sträusse" am Rathausplatz ist Johann Strauß Vater und Sohn sowie Richard Strauss gewidmet. Die erste Premiere der Festwochen steht im Zeichen von Johann Strauß: "Die Fledermaus" in der Neuinszenierung von Jürgen Flimm, dirigiert von Nikolaus Harnoncourt im Theater an der Wien. Die Premiere am 8.
Mai wird auch auf den Rathausplatz übertragen und im ORF gezeigt. Peter Zadek inszeniert im Volkstheater Shakespeares "Hamlet" mit Angela Winkler in der Titelrolle, Luc Bondy mit Becketts "En attendant Godot" ein zentrales Werk des 20. Jahrhunderts.

Frank Castorf wird Dostojewskis Roman "Die Dämonen" in dramatisierter Form u.a. mit Martin Wuttke und Sophie Rois inszenieren. Der israelische Regisseur David Mayaan wird
bei den diesjährigen Festwochen unter dem Titel "Kohelet II" seine Beschäftigung mit dem Alten Testament und der Reflexion über den israelischen Alltag weiterführen.

Nach "Cosi fan tutte" wird mit "Don Giovanni" der Mozart-Da Ponte-Zyklus von Wiener Festwochen und Staatsoper unter der musikalischen Leitung von Riccardo Muti, in der Inszenierung von Roberto de Simone fortgesetzt.

Eine junge Künstlergeneration von Theater- und Kunstschaffenden und die Werke von zeitgenössischen Autoren und Komponisten prägen das Programm der Wiener Festwochen 1999.

Die österreichische Komponistin Olga Neuwirth (* 1968) hat im Auftrag der Wiener Festwochen eine Komposition geschaffen -"Bählamms Fest", in der Librettofassung von Elfriede Jelinek nach dem Stück "Das Fest der Lämmer" von Leonora Carrington. Seit der Uraufführung ihrer beiden Miniopern bei den Wiener Festwochen 1991 erlangte die Komponistin internationale Anerkennung als Erneuerin der musikalischen Moderne. Benjamin Brittens "Curlew River", nach dem japanischen No-Theater "Sumidagawa" von Juro Motomasa, mit dem Libretto von William Plomer ist eines der ersten Werke der europäischen Musikgeschichte, das die kulturelle Grenze zwischen West und Ost überschreitet. Es wird von jungen Sängern und Musikern der Academie europeenne de musique, in einer Inszenierung von Yoshi Oida, bekannt durch seine Zusammenarbiet mit Peter
Brook, gezeigt. "König des Glücks" ist eine heutige Bearbeitung von Mozarts "II re pastore" durch Wolfgang Staribacher:
Interpretiert von einer international besetzten Mozartband.

Sarah Kane, eine der erfolgreichsten jungen Dramatikerinnen, schied heuer freiwillig aus dem Leben. Ihr Stück "Gesäubert", der zweite Teil ihrer Trilogie über Liebe und Gewalt, wurde im Mai
1998 in London am Royal Court Theatre uraufgeführt. Die deutschsprachige Erstaufführung inszenierte Peter Zadek (Premiere Dezember 1998). Es ist im Theater in der Josefstadt zu sehen.

Thomas Ostermeier ist mit drei Inszenierungen bei den Wiener Festwochen vertreten, die auch eine Entwicklung seines Werdeganges in den letzten Jahren dokumentieren: "Messer in Hennen" von David Harrower, "Shoppen & Ficken" von Mark Ravenhill und seine neueste Inszenierung von "Der Blaue Vogel", einem symbolistischen Märchen von Maurice Maeterlinck.

Aus dem ersten Regiewettbewerb der Wiener Festwochen, sind
1998 zwei Preisträger hervorgegangen: Jan Bosse und Ute Rauwald. Jan Bosse inszeniert eine dramatisierte Fassung von Robert Louis Stevensons Erzählung "Dr. Jekyll & Mr. Hyde". Ute Rauwald wird in "killed by P." eine theatralische Recherche zu Heinrich von
Kleists "Penthesilea" inszenieren. Luc Bondy wird die Uraufführung des neuesten Stückes von Botho Strauß "Lotphantasie" mit Schauspielstudenten des Max-Reinhardt-Seminars inszenieren.

"Wahlverwandtschaften", ein zentrales Projekt der Wiener Festwochen 1999, setzt sich mit heutiger Kunstproduktion, die jenseits angestammter Klassifikationen eine interdisziplinäre und intermediale Praxis verfolgt, auseinander. Österreichische und internationale Künstler unterschiedlichster Kunstsparten wurden eingeladen, gemeinsame Arbeiten für die Räumlichkeiten der Sofiensäle zu entwickeln. Die Beiträge an der Schnittstelle von Theater, Tanz, Bildender Kunst, Musik und Film kommunizieren untereinander und verwandeln die Sofiensäle ein Wochenende lang in einen Ort einmaliger künstlerischer Interaktion.

Drei junge Choreographen, die sich mit ihren irritierenden Arbeiten im Zwischenbereich von Tanz und Performance bewegen,
stehen im Mittelpunkt eines Abends: Jerome Bel zeigt seine Choreographien "The last performance" und "Jerome Bel". Benoit Lachambre, bekannt für seine unkonventionelle Bilder- und Körpersprache, präsentiert "delire defait". In "Self Unfinished" hat der Choreograph und Molekularbiologe Xavier Le Roy eine Performance geschaffen, die der Frage nach der menschlichen Figur und ihrer Repräsentation nachgeht.

In Zusammenarbeit mit dem Museum für angewandte Kunst präsentieren die Wiener Festwochen Ulrike Grossarths Aktion "Subject of Study" und ihre Ausstellung "rot/grün, grau".

Die im vergangenen Jahr initiierte Zusammenarbeit mit zwei bedeutenden Choreographen über den Zeitraum von drei Jahren wird mit weiteren Arbeiten fortgesetzt: William Forsythe, international anerkannt als radikaler Reformer des klassischen Balletts, präsentiert mit seinem Ensemble Ballett Frankfurt sein Stück "ALIE/N A(C)TION".

Meg Stuart, eine der innovativsten Choreographinnen der 90er Jahre, setzt mit ihrem Ensemble Damaged Goods ihr zentrales Thema, die Konfrontation von Tanz und bildender Kunst, fort. "appetite" entstand in Zusammenarbeit mit Ann Hamilton, die bei der kommenden Biennale in Venedig die USA vertreten wird.

Das Musikfest im Konzerthaus steht unter dem Motto
"Apokalypse" und widmet sich zur Jahrtausendwende der
musikalischen Auseinandersetzung mit endzeitlichen Visionen. Unter anderem kommen Franz Schmidts" Buch mit den sieben Siegeln" und Händels "Messias" zur Aufführung. Hervorragende Ensembles und Interpreten bestreiten das Programm.

Die Kunsthalle Wien präsentiert zu den Festwochen mit der Ausstellung "Rodney Graham" einen Künstler, dessen Werk in der Verknüpfung verschiedenster Medien und künstlerischer Mittel den Fragen der Bedeutungs- und Sinnänderung im Leben nachgeht. (Schluß) gab

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