Religion - einigende Kraft für die Menschheit

Österreichische Baha'i halten ihre 41.Nationaltagung ab - jüngste Weltreligion sieht sich als Weg zum Frieden

Wien (OTS) - Die österreichische Baha'i-Gemeinde hält vom 23. bis 25.April in Spital am Pyhrn in Oberösterreich ihre alljährliche Nationaltagung ab. Auf ihr wählen die Delegierten der örtlichen Baha'i-Gemeinden aus allen Bundesländern den Nationalen Geistigen Rat, ein aus neun Mitgliedern bestehendes Verwaltungsgremium, das für die Belange der österreichischen Baha'i-Gemeinde zuständig ist.

Die Wahl erfolgt in Gebetsstimmung und ohne Aufstellung von Kandidaten oder Wahlpropaganda. Die Baha'i-Religion kennt kein Priestertum. Der Glaube stützt sich auf ein System örtlicher, nationaler und internationaler Verwaltungsgremien, das von Baha'u'llah, dem Stifter der Baha'i-Religion, begründet wurde. Bei der Verwaltung der Gemeindeangelegenheiten handeln die Baha'i-Institutionen nach dem Prinzip der freien und offenen Beratung.

Mit der diesjährigen Wahl besteht der Nationale Geistige der Baha'i von Österreich nun seit 40 Jahren. Doch diese jüngste Weltreligion hat schon vor über 80 Jahren in Österreich fußgefaßt. Im April 1913 hielt sich Abdu'l-Baha, der Sohn und Nachfolger Baha'u'llahs, im Anschluß an seine Lehrreise durch die Vereinigten Staaten und Europa in Wien auf, wo er auch Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner empfing. In seinen Vorträgen und Ansprachen, die ihn als "Botschafter des Friedens" bekannt machten, rief Abdu'l-Baha gleichsam am Vorabend des Ersten Weltkriegs dazu auf, Vorurteile abzulegen und für die Verwirklichung der Einheit der Menschheit zu arbeiten.

Abdu'l-Baha hat mit seinem Besuch in Wien einen wichtigen Impuls für den Aufbau der österreichischen Baha'i-Gemeinde freigesetzt. 1930 konnte der örtliche Geistige Rat der Baha'i in Wien gegründet werden. Dieser wurde jedoch 1939 unter dem Nationalsozialismus verboten, nachdem auch die Baha'i-Institutionen in Deutschland aufgelöst worden waren. Grund dafür waren die Baha'i-Lehren von der Einheit der Menschheit und der Ablehnung alle Vorurteile vor allem ethnischer und religiöser Art, was im schroffen Gegensatz zum Prinzip der Rassendiskriminierung des Nationalsozialismus stand. Doch 1946 konnten der "Nationale Geistige Rat für Deutschland und Österreich" und 1948 der örtliche Geistige Rat in Wien wiedergebildet werden. Mit der Bildung des Nationalen Geistigen Rates von Österreich im April 1959 wurde die österreichische Baha'i-Gemeinde verwaltungsmäßig von der deutschen Gemeinde unabhängig.

Heute leben in Österreich über 1.200 Baha'i in rund 170 Städten und Orten von Vorarlberg bis ins Burgenland. Die Baha'i-Gemeinde wurde in Österreich nach einem neuen Gesetz als religiöse Bekenntnisgemeinschaft mit Rechtspersönlichkeit am 10.Juli 1998 staatlich eingetragen.

Der im 19.Jahrhundert im Iran begründete Glaube zählt heute rund sechs Millionen Anhänger in über 190 Ländern, wobei rund 2000 ethnische Gruppen vertreten sind. Baha'i-Schriften sind bereits in über 800 Sprachen übersetzt und veröffentlicht worden. Die Baha'i-Weltgemeinde stellt einen einzigartigen gesellschaftlichen Organismus dar, der repräsentativ für die Vielfalt der Menschheit ist. Nach Angaben der Encyclopädia Britannica gilt die Baha'i-Religion als die nach dem Christentum am weitest verbreitete Religion.

Die Baha'i glauben an den göttlichen Ursprung aller Hochreligionen und sehen in den Lehren Baha'u'llahs einen Weg zu Frieden und Einheit für die Menschheit. "Die Wohlfahrt der Menschheit, ihr Friede und ihre Sicherheit sind unerreichbar, wenn und ehe nicht ihre Einheit fest begründet ist", verkündete Baha'u'llah. In diesem Sinne arbeitet die internationale Baha'i-Gemeinde, die beratenden Status bei den Vereinten Nationen hat, in UNO-Projekten in den Bereichen Menschenrechte, Erziehung, Umwelt, Sozial- und Gesundheitswesen sowie Gleichberechtigung von Mann und Frau u.a. mit. An der jüngsten Aktion des ORF, Nachbar in Not, ist die österreichische Baha'i-Gemeinde mit namhaften Spenden beteiligt.

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