100 Jahre Deutscher Schäferhund

Tierhilfswerk kritisiert Überzüchtung

Wien (OTS) - Am 22. April feiert der Deutsche Schäferhund seinen 100. Geburtstag. Ein Tag zur Freude, aber auch Zeit zum Umdenken. Denn durch Überzüchtung ist das Genpotential dieser Rasse bereits stark geschädigt. Das TIERHILFSWERK AUSTRIA (THWA) fordert Züchter wie Kynologen auf: Klasse statt Masse !

Am 22. April 1899 präsentierte der preußische Soldat Max-Emil von Stephanitz auf einer Hundeausstellung in Karlsruhe den Prototypen des Deutschen Schäferhundes. Der Rüde mit dem Namen "Horand von Grafrath" wurde zum Ahnherren von bis heute gezüchteten zwei Milliarden Rassegenossen. Der Deutsche Schäfer war geschaffen worden, um einen idealen Gebrauchshund ins Leben zu rufen. Robuste Hütehunde aus Württemberg, Thüringen und dem Elsaß wurden dafür gekreuzt.

Heute ist vom idealen Gebrauchshund wenig übriggeblieben. Egal, ob Hundesportler oder Diensthundeausbildner bei Polizei und Heer. Immer mehr Klagen über Triebschwächen des Deutschen Schäfers werden laut. Demnach ermüden viele der Hunde übermäßig rasch oder leiden an starken Schmerzen beim Springen.

Der Grund dafür ist in der Überzüchtung der Rasse zu suchen. Von Überzüchtung spricht man, wenn züchterische Maßnahmen das Erbgut des Hundes nachteilig verändern.

Mag. Alexander Willer: "Schuld daran ist ein vorgeschriebener Rassestandard, der den Deutschen Schäfer über Generationen konsequent zum Krüppel degenerieren ließ. Ein Hund sollte entstehen, der einem von Menschen erstellten Ideal entspricht, dessen körperliches Wohlergehen allerdings nicht berücksichtigt wurde."

Tatsächlich hat der Zuchtstandard (23% abfallendes Hinterteil) zu genetischen Defekten geführt. Dt. Schäfer weisen daher vor allem im hinteren Körperbereich überdurchschnittlich oft auf folgende Krankheiten auf.

a.. Hüftgelenksdysplasie, kurz HD: Deformation im Gelenksbereich, die zu Luxationen und chronischen Entzündungen führt.

b.. Cauda Equina Syndrom (CES): Einengung der Leitkanäle von Nerven am Rückenmarkende. Führt unter starken Schmerzen zu Lähmungen der Hinterhand

c.. Spondylose: Krankhafte Knochenbildungen entlang der Wirbelsäule. Führt ebenfalls zur Lahmheit. Des weiteren treten vermehrt Augenkrankheiten (Keratitis), Fellprobleme (Pyodermie) oder idiopathische Epilepsie auf.

Mag. Willer: "Der Dt.Schäfer wurde leider zum Modehund. Ständig müssen neue Welpen her, um die Nachfrage zu befriedigen und den finanziellen Gewinn zu optimieren. Da kommt es auch vor, daß mit leicht HD-kranken Hunden gezüchtet wird, vor allem bei nicht registrierten Hobbyzüchtern. Langfristig kann der Deutsche Schäfer nur durch folgende Maßnahmen gerettet werden:

Änderung des Rassestandards, b) weniger gezüchtete Tiere und c) Einkreuzung gesünderer Rassen."

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