Georg Chaimovicz im Jüdischen Museum

Wien, (OTS) Das Jüdische Museum der Stadt Wien zeigt vom 21. April bis 6. Juni unter dem Titel "Chaimovicz. Wege im Weg zum Bildlosen" eine umfassende Retrospektive des Künstlers. Rund 200 Arbeiten dokumentieren - anläßlich des 70. Geburtstages von Chaimovicz - seinen künstlerischen Lebensweg, in dem sein persönliches Schicksal und seine politische Haltung ihren Niederschlag finden. Als Jude 1939 aus Wien vertrieben, kehrte er nach dem Krieg in die Stadt zurück und reflektierte in seiner
Kunst immer wieder auch den versteckten Faschismus hinter der Fassade der Gesellschaft. Dabei blieb er aber nicht in den engen Grenzen antifaschistischer Gebrauchsgrafik hängen und opferte
auch nicht die künstlerische Form dem politischen Inhalt. Die Schau, die sich vom Erdgeschoß des Jüdischen Museums bis in den zweiten Stock erstreckt, verdeutlicht die künstlerische Phasen und die Entwicklung von Chaimovicz von den Fünzigerjahren bis in die Gegenwart.****

Georg Chaimowicz kehrt 1949 nach zehnjährigem Exil in seine Heimatstadt zurück, deren Entwicklung er seit nunmehr 50 Jahren
als kritischer, wacher Zeitgenosse beobachtet und kommentiert.
Seine Arbeitsweise ist zyklisch. Nicht selten über Jahre und hunderte von Arbeiten hinweg, schält Chaimowicz aus sehr
konkreten, finsteren Darstellungen von marschierenden Veteranen,
von Stahlhelmen, neonazistischen Schlägern und voreingenommenen Richtern aufs äußerst reduzierte kalligraphische Formen heraus. In dem Augenblick aber, in dem der letzte Schritt von der rein
weißen, unbeschwerten Fläche zum Bildlosen möglich scheint, leitet er oft abrupte die Wendung ins Schwere, Schwarze, Bedrohlich ein.

Die frühe Erfahrung von Ausgrenzung, Flucht, Exil und Rückkehr in ein Land, das von all dem nichts mehr wissen will, macht ihn zu einem homo politicus und - für ihn nicht davon zu trennen - zu einem politischen Künstler. Das Jüdische Museum Wien unternimmt nun erstmals den Versuch, nicht nur eine oder einige wenige seiner umfangreichen zyklischen Serien dem Publikum vorzustellen, sondern eine Vielzahl von Einblicken in das Werk
Georg Chaimowicz' anhand einer Auswahl herausragender Beispiele
aus den Grafiken, Gemälden und Plastiken zu geben.

Die Ausstellung "Chaimowicz. Wege im Weg zum Bildlosen" ist
von 21. April bis 6. Juni im Jüdischen Museum Wien (Wien 1., Dorotheergasse 11) zu sehen. Das Museum ist Sonntag bis Freitag
von 10 bis 18 Uhr, an Donnerstagen von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Kostenlose Führungen in deutscher Sprache sonntags um 12 und um 15 Uhr und donnerstags um 18.30 Uhr. Durch die ständigen
Ausstellungen des Museums gibt es jeden Sonntag um 16 Uhr eine Führung. Eintritt: 70 Schilling , 40 Schilling ermäßigt. Anmeldungen für Sonderführungen: Tel.: +43/1/535 04 31. (Schluß) gab/bs

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