Verbesserte Chancen bei PHARE-Projekten

300 Mio S-Großaufträge kürzlich an Österreich vergeben - Neue WKÖ-Broschüren über EU-Osteuropa-Programme

pwk - "Das EU-Programm PHARE ist ein kleiner Marshall-Plan für die MOEL und das wichtigste Instrument für die Vorbereitung der Kandidatenländer für den EU-Beitritt", sagte Walter Ertl, Leiter der Abteilung für Integrations- und Handelspolitik der Wirtschaftskammer Österreich, bei einem Pressegespräch. Österreichs Unternehmen hätten sich bisher sehr aktiv und erfolgreich an PHARE-Projekten beteiligt. Im Hinblick auf die Bedeutung des Osthandels für die österreichische Wirtschaft und auf den Know-How-Vorsprung im Osteuropageschäft könnte das österreichische PHARE-Engagement jedoch noch stärker sein. ****

In den Jahren 1996 und 1997 gingen PHARE-Aufträge in Höhe von insgesamt 380 Mio S an Österreich. Das sind rund vier Prozent aller von Unternehmen aus den EU-Ländern durchgeführten PHARE-Aufträge, erklärte Ertl. In dieser Zahl seien allerdings nur jene Aufträge enthalten, bei denen österreichische Firmen als Konsortialführer fungieren. Projekte, bei denen österreichische Firmen bei internationalen Konsortien als Sublieferanten mitwirken, seien nicht erfaßt.

Im Vergleich zu den gleichzeitig beigetretenen EU-Mitgliedern Finnland und Schweden schneidet Österreich gut ab, betonte Ertl. Auf Finnland entfallen drei Prozent, auf Schweden nur etwa ein Prozent der Aufträge.

Zahlen für 1998 liegen derzeit noch nicht vor, bemerkte Ertl, es könne aber eine steigende Tendenz für die österreichische PHARE-Beteiligung angenommen werden. Die Bedeutung von Liefer- und Bauprojekten nimmt zu, was für heimische Firmen bessere Chancen bringt als die bisher dominierenden Consultingprojekte.

Anfang 1999 wurden zwei PHARE-Großprojekte in einem Gesamtvolumen von über 300 Mio S an österreichische Unternehmen vergeben, berichtete Gregor Leitner (WKÖ-Referat "EU-Drittlandförderungen"). Das Volumen der Jahre 1996 und 1997 sei allein damit schon beinahe verdoppelt worden. Bei den beiden Aufträgen handelt es sich um die Errichtung von eingleisigen Bahnstrecken in Ungarn (Firma Hinteregger, Salzburg) und um die Steuerungs- und Kontrollausrüstung der bulgarischen Eisenbahnen (Firma Alcatel).

Die österreichische Wirtschaft ist im Rahmen der PHARE-Projekte am stärksten in Ungarn engagiert, so Leitner. Dort entfielen über 20 Prozent der von EU-Firmen durchgeführten Aufträge auf Österreich. In weiterer Reihenfolge sind Rumänien, Bulgarien und Slowenien zu nennen.

Die EU stellt für die Finanzierung von PHARE-Projekten jährlich rund 19 Mrd S zur Verfügung. Nächstes Jahr soll der Betrag auf rund 21 Mrd.S erhöht werden. PHARE umfaßt die zehn EU-Beitrittswerber sowie Bosnien-Herzegowina, Mazedonien und Albanien. Die Durchführung der von der EU finanzierten PHARE-Projekte kann sowohl von Unternehmen aus EU-Ländern als auch von Firmen aus den Empfängerländern erfolgen.

Zusätzlich zu PHARE wird die EU ab nächstem Jahr noch weitere Finanzierungsinstrumente schaffen, die den Beitrittskandidaten Mittel in Gesamthöhe von weiteren 21 Mrd S zur Verfügung stellen. Für Österreich bedeutet das erhöhte Projektchancen (Leitner).

Für das Programm TACIS, das sich auf die Länder der ehemaligen Sowjetunion bezieht, stellt die EU jährlich Mittel in Höhe von sieben Mrd S bereit. An Österreich gingen bis Ende 1998 Aufträge im Gesamtwert von 310 Mio S. Österreich liegt damit ähnlich wie Schweden, aber hinter Finnland.

Mitte 1996 hat die EU das Programm OBNOVA für den Wiederaufbau in Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Mazedonien und der BR Jugoslawien ins Leben gerufen. Die derzeit dafür bereitgestellten Mittel in Höhe von 140 Mio S jährlich fließen hauptsächlich in Bau- und Lieferprojekte in Bosnien-Herzegowina.

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