17. April - Tag des bäuerlichen Widerstandes

Vielfalt statt Patente auf Leben

Wien (OTS) - Im Rahmen des weltweiten Tages des bäuerlichen Widerstandes von "La via Campesina", einer internationalen Bauernbewegung, überreichen die Öster. Bergbauernvereinigung die Südwind-Agentur und FIAN-Österreich (Intern. Menschenrechtsorganisation für das Recht sich zu ernähren) einen offenen Brief an Minister Dr. Hannes Farnleitner. Mit dem Einsatz der Gentechnologie und vor allem mit der Patentierung von Leben wird die Landwirtschaft in ein neues Abhängigskeitsverhältnis gedrängt. Im Mai 98 wurde die EU-Patentrichtlinie beschlossen. Inzwischen hat die Regierung der Niederlande, die von Italien und Norwegen unterstützt wird, Klage auf Nichtigkeit der EU-Patentrichtlinie beim europäischen Gerichtshof eingereicht. Wir fordern Minister Fanrleitner auf, mit der Umsetzung der Richtlinie noch so lange wie möglich zu warten, da damit eine neue Situation entstanden ist und das Ergebnis der Klage den Inhalt noch stark verändern kann!

Weiters fordern die unterzeichnenden Organisationen in diesem offenen Brief den Wirtschaftsminister auf, sich aktiv gegen den im europäischen Patentamt in München aufliegenden Antrag EP 775212 der Firma Delta&Pine Land Company, die inzwischen von Monsanto aufgekauft wurde, einzusetzen. Darin wird die sogenannte Terminatortechnologie unter anderem auch für Österreich beantragt. Sie macht Saatgut steril und beraubt die Bauern ihres uralten Rechtes auf Nachbau. Solche Patente verstossen unserer Meinung nach gegen die guten Sitten und sollten erst gar nicht genehmigt werden. Diese Terminatortechnologie ist nicht nur die Spitze eines Eisberges, sondern es wurde aufgedeckt, dass eine Reihe von Konzernen mehrere solcher Technologien in der Pipeline haben. Die weitreichenden Patentansprüche auf die belebte Natur bewirken eine Monopolisierung des Saatgutmarktes. Weltweit wird dieser bereits jetzt von nur 35 Firmen zu über 60 Prozent beherrscht.

Am 17. April wird weltweit auf die Probleme der bäuerlichen Landwirtschaft aufmerksam gemacht. Im Süden kämpfen die Bauern um ihre Lebensgrundlagen und oft um ihr physisches Überleben. In Brasilien werden zum Besipiel landlose Bäuerinnen und Bauern von den Großgrundbesitzern zunehemend mit Waffengewalt bedroht. Die bäuerliche Landwirtschaft in Europa wird wiederum von der Agenda 2000 bedroht und der Einsatz der Gentechnologie in der Landwirtschaft bringt neue Abhängigkeiten und Risiken für die Bäuerinnen und Bauern, aber auch für KonsumentInnen.

Bei Interesse senden wir Ihnen den offenen Brief an Minister Dr. Hannes Farnleitner gerne zu.

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