Wirtschaftskammer begrüßt Untersuchung der Nachfolgeproblematik

Rund 30.000 Unternehmer suchen einen Erben - Gründler: "Versorgungsrente bei Betriebsnachfolgen nicht abschaffen"

Wien (PWK) - Die Wirtschaftskammer begrüßt die Initiative von Wirtschaftsminister Hannes Farnleitner, sich der Probleme und Barrieren für erfolgreiche Betriebsübergaben anzunehmen. Bei einer Enquete des Wirtschaftsministeriums zur Nachfolgeproblematik betonte Manfred Gründler, Generalsekretär-Stellvertreter der Wirtschaftskammer Österreich, daß es nicht nur ein zentrales Anliegen der Wirtschaftskammer sei, in Österreich positive Rahmenbedingungen für Unternehmensgründungen zu schaffen und damit die heimische Selbständigenquote an die der EU anzupassen, sondern auch Betriebe und Arbeitsplätze zu erhalten. Dies sei nur möglich, wenn Betriebsübergaben so unbürokratisch und effizient wie möglich über die Bühne gehen können. ****

In diesem Zusammenhang machte Gründler auf mehrere Probleme aufmerksam. So müsse die steuerliche Begünstigung des Veräußerungsgewinns für Unternehmerinnen auf deren Frühpensionsalter gesenkt werden, um einen Gleichklang mit dem Sozialversicherungsrecht zu erzielen. Auch die anfallenden Gebühren für Darlehens- bzw. Kreditverträge bei Übernahmen sei eine unzumutbare Belastung und müsse daher abgeschafft werden. Gründler warnte davor, die Versorgungsrente bei Betriebsnachfolgen anzutasten, da Eltern ihren Betrieb nurmehr gegen eine Kaufpreisrente oder Unterhaltsrente übergeben könnten, was die Kosten der Betriebsübernahme unnötig in die Höhe treiben würde.

Die Wirtschaftskammer, so Gründler, habe bereits eine Reihe von Initiativen gestartet, um die Nachfolgeproblematik zu mildern. So bietet die WKÖ im Rahmen des neuen Gründerservice eine eigene Nachfolgeberatung an, damit Übergaben besser vorbereitet werden können. Ergänzt wird das Service durch einen "Übernahme-Check" des WIFI, der die Übernahme-Tauglichkeit eines Unternehmens vorab prüft.

Als wichtigen Beitrag zur Lösung der Nachfolgeproblematik bezeichnete

JW-Bundesgeschäftsführer Alfons H. Helmel die heutige Enquete im Wirtschaftsministerium, bei der auch die Ergebnisse einer Studie zum Thema präsentiert wurden. Rund 51.400 Betriebe - plus weitere 10.600 als nicht "übergabefähig" qualifizierte Unternehmen - stehen bis zum Jahr 2007 zur Übergabe an, wovon zwischen 360.000 und 430.000 Arbeitsplätze betroffen sind. "Wir sind froh darüber, daß die Bundesregierung mit dem Wegfall der betrieblichen Erbschafts- und Schenkungssteuern für KMUs, den wir schon seit vorigem Jahr vehement gefordert haben, den wichtigen ersten Schritt gesetzt hat. Auch die heutige Enquete geht auf eine Initiative von uns zurück und soll Österreich dabei helfen, die Zeitbombe der Nachfolgeproblematik zu entschärfen", so Helmel. Jetzt müsse es darum gehen, das neue Betriebsanlagenrecht rasch umzusetzen, damit es endlich weniger, schnellere und konzentriertere Verfahren für Übernehmer geben könne, fordert der JW-Bundesgeschäftsführer.

Die Junge Wirtschaft selbst hat eine Nachfolgebörse im Internet ins Leben gerufen, die Unternehmer und Nachfolger zusammenbringt. Die Nachfolgebörse wird in einer eigenen JW-Kampagne unter dem Titel "30.000 Erben gesucht" speziell bei Jungunternehmern beworben. "In traditionellen Branchen macht eine Übernahme für Jungunternehmer sicher mehr Sinn als eine eigene Gründung und ermöglicht zudem ein rascheres Wachstum", erläutert Helmel, der sich für die Zukunft gezielte Lösungen für die Nachfolgeproblematik erwartet: "Österreich muß alles dafür tun, daß die wirklich sehr heiklen Betriebsnachfolgen erleichtert und attraktiver gemacht werden. An den übergabereifen Unternehmen hängen hunderttausende Arbeitsplätze, die man nicht aufs Spiel setzen darf."

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