WWF zu NATURA 2000 in Niederösterreich: Nutzen für Natur und Regionalwirtschaft

Wien (OTS) - Natura 2000 ist ein unschätzbarer Gewinn für die Natur und ein wertvoller Impuls für die Regionalentwicklung, bekräftigt heute der WWF. "Die derzeitige Diskussion in Niederösterreich dreht sich um Details, während das Wichtigste übersehen wird: Nur durch Natura 2000 werden in Niederösterreich bereits jetzt europaweit gefährdete Tierarten wie Braunbär, Weißstorch oder Huchen gerettet. Und nur aufgrund der Natura 2000-Nominierungen holte sich Niederösterreich über 150 Millionen Schilling an LIFE-Mitteln von der EU!" erklärt Mag. Christoph Walder, Leiter der WWF-Kampagne "Netz des Lebens" zur Rettung der wichtigsten Naturgebiete in Österreich. Natura 2000 sei außerdem kein Verhinderungsinstrument. "Wegen Natura 2000 wird kein Betrieb zusperren müssen. Die Zukunft liegt in einer naturverträglichen Regionalentwicklung - und hier ist Natura 2000 ein wichtiges Instrument", versichert Walder.

Seit drei Jahren gibt es in Niederösterreich Natura 2000 Gebiete. 19 Naturjuwele werden so dauerhaft vor Verschlechterungen bewahrt. Zahlreiche Naturschutzmaßnahmen wurden über LIFE- Mittel der EU finanziert - Geld, das nur für Natura 2000 Gebiete zur Verfügung steht. Einige Beispiele:

Der Nutzen für die Natur: Rotwald, Weißstorch, Braunbär, Huchen gerettet Urwald: Das einzige Urwaldgebiet Österreichs, der Rotwald, wird dauerhaft vor Eingriffen bewahrt und zum Wildnisgebiet erklärt

Braunbär: In Zusammenarbeit mit der Landesregierung wurde das Management der niederösterreichischen Braunbären geregelt und steht heute auf stabilen Beinen

Weißstorch: Der Lebensraum von Europas größte Storchenkolonie auf Bäumen in Marchegg wird erhalten und verbessert: Die March wird durch Anbindung von Altarmen wieder zum lebenden Fluß, im Umkreis der Auen wurden Feuchtwiesen geschaffen, in denen das "Storchenfutter" (Frösche und Insekten) prächtig gedeiht. Im Rahmen des Projekts wird auch die erste Herde schottischer Hochlandrinder in Österreich gehalten - gut für die Wiesenpflege und die ansäßigen Bauern!

Huchen: Österreichs größter Fisch, ein Verwandter der Lachse, hat an der Pielach Zukunft: Im Rahmen eines LIFE-Projektes wird der Fluß für die europaweit gefährdeten Huchen wieder zum durchgängigen Lebensraum.

Moore: In enger Zusammenarbeit mit den ansäßigen Bauern werden im Waldviertel wertvolle Feuchtgebiete, Teiche und Feuchtwiesen erhalten und verbessert. Auch der europaweit gefährdete Fischotter hat hier wieder einen Lebensraum!

...150 Millionen aus Brüssel für Regionalentwicklung und Naturschutz Auch der finanzielle Nutzen von Natura 2000 ist beträchtlich:
Niederösterreich ist österreichweit die Nummer eins bei der Lukrierung von LIFE-Mitteln aus der EU - Geld, das nur für Natura 2000 Gebiete zur Verfügung steht. 392,4 Millionen Schilling beträgt das Gesamtvolumen seit dem Beitritt zur EU - über 150 Schilling kamen dabei aus Brüssel. Dieses Geld kommt direkt der regionalen Wirtschaft und Bevölkerung zugute - zu einem großen Teil den Grundbesitzern und Bauern in Natura 2000 Gebieten (etwa für Pflegemaßnahmen, Regionalentwicklung. Ökotourismus-Projekte oder Abgeltungen für Naturschutzleistungen). Natura 2000 ist somit ein wichtiger Impuls für die naturverträgliche Regionalentwicklung. Diesen zukunftsträchtigen und modernen Weg hat Niederösterreich als einziges Bundesland rechtzeitig erkannt.

...Niederösterreich profitiert von den großzügigen Gebietsabgrenzungen Von der Größe der genannten Gebiete hat Niederösterreich bereits profitiert, wie ein einfachen Zahlen-Beispiel zeigt: Niederösterreich hat 30% der Landesfläche genannt und 392,4 Millionen an LIFE-Mitteln lukriert - Oberösterreich hat 3% genannt und LIFE-Projekte um nur 7 Millionen bekommen. Außerdem ist Natura 2000 kein Verhinderungsinstrument: Betriebe, Straßen und Siedlungsgebiete, die innerhalb der Gebiete liegen, sind von den Naturschutz-Maßnahmen natürlich nicht betroffen und können wie bisher weiter funktionieren. Die einzige Einschränkung: Der Zustand der wertvollen Lebensräume und Arten in den Natura 2000 Gebieten darf nicht verschlechtert werden. "Eines ist sicher: Wegen Natura 2000 wird kein Betrieb zusperren müssen", versichert Mag. Walder.

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