HGPD: Kein sozialer Kahlschlag bei HausbesorgerInnen

Wien (HGPD-ÖGB). "Die Abschaffung des Hausbesorgergesetzes, wie
von VP-Wohnbausprecher Walter Schwimmer gefordert, kommt für die Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD) nicht in Frage", stellt der Sektionsvorsitzende für die HausbesorgerInnen, Karl Ehrlich, fest. Dies würde einem "sozialen Kahlschlag" bei den HausbesorgerInnen gleichkommen. Besonders betroffen wären vor allem Frauen und hier wiederum Alleinerzieherinnen oder Familienalleinerhalterinnen.++++

Auf massive Ablehnung stößt der ÖVP-Vorschlag nach Abschaffung des Hausbesorgergesetzes, was gleichbedeutend mit der "Entsorgung" von 32.000 in ganz Österreich beschäftigten Hausbesorgern wäre. Der ÖVP-Vorschlag sei umso unverständlicher, als aus einer jüngst erfolgten Umfrage im Auftrag der Stadt Wien hervorgeht, dass 70 Prozent aller befragten MieterInnen sich für HausbesorgerInnen aussprechen. Auch die sozialen Aufgaben der HausbesorgerInnen, so die Studie weiter, sind für MieterInnen von großer Bedeutung: Für jeden fünften Befragten sind HausbesorgerInnen Anlaufstelle für soziale Hilfeleistungen wie die Betreuung von Behinderten und älteren Menschen.

Frauen wären besonders betroffen

80 Prozent der HausbesorgerInnen sind Frauen, davon fast 50
Prozent Alleinerzieherinnen oder Familienalleinerhalterinnen. Die HGPD mutmaßt, dass mit der Abschaffung des Hausbesorgergesetzes Tür und Tor für atypische Beschäftigungsverhältnisse ohne soziale Absicherung geöffnet werden, womit die ÖVP sich offensichtlich vom Beschäftigungsthema verabschiedet.

HGPD verlangt umgehend Gespräche mit der Wohnungswirtschaft

Es bedarf nicht der Abschaffung des Hausbesorgergesetzes, um
Wohnen billiger zu machen. Die Gewerkschaft HGPD verlangt daher umgehend Gespräche mit der Wohnungswirtschaft, Politikern und Vertreter der Mieter, um gemeinsame Lösungen zu finden. Ein Dorn
im Auge ist der Gewerkschaft beispielsweise eine Entscheidung des OGH, wonach Hausbesorgerkosten den MieterInnen in Rechnung
gestellt werden können, obwohl es überhaupt keinen Hausbesorger gibt.

Zur Kritik über die Großverdiener unter den Hausbesorgern, stellt die HGPD fest, dass nur rund zehn Prozent aller Hausbesorger - das sind etwa 3.200 in ganz Österreich - monatlich mehr als 16.000 S brutto verdienen. Zu den von der ÖVP angekreideten Spitzenbezügen mancher HausbesorgerInnen von bis zu monatlich 80.000 S stellt die HGPD fest, dass diese "Großverdiener" keine Idee der Gewerkschaft sind, sondern von den Wohnbauträgern geschaffen wurden, um sich Kosten von Dienstwohnungen zu ersparen.

Abschließend fordert die Gewerkschaft HGPD nochmals alle VerantwortungsträgerInnen auf, sich gemeinsam zur Lösung der anstehenden Probleme an einen Tisch zu setzen, um im Sinne der HausbesorgerInnen und MieterInnen vernünftige Lösungen zu schaffen. Dies wäre auch im Interesse des zuständigen Ministeriums, das schon vor längerer Zeit den Bundesgenossenschaftsverband aufgefordert hat, mit der
Gewerkschaft HGPD in Verhandlungen zu treten. (ew)

ÖGB, 15. April 1999
Nr. 170

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