Tragödie um den kleinen Mirel: Kinderanwalt fordert endlich Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention

Gewalt gegen Kinder ist noch immer gesellschaftsfähig

Wien (OTS) - Auch wenn der traurige Fall des kleinen Mirel
jetzt Empörung und Ruf nach strengeren Strafen für "Eltern", die Kindern derartiges Leid antun, laut wird, liegt die eigentliche Ursache für Gewalt an Kindern viel tiefer, stellte der Wiener Kinder- und Jugendanwalt Dr. Anton Schmid fest****

Die Bereitschaft zur Gewalt entsteht im Kopf und noch immer
wird die alltägliche Gewalt gegen Kinder in unserer Gesellschaft als Kavaliersdelikt angesehen.

Erst wenn derart brutale Vorfälle wie bei Mirel ans Tageslicht kommen, wird uns wieder bewußt, daß der Weg von der schmerzenden Ohrfeige bis zur Kindesmisshandlung nicht sehr weit ist.

Aber genau dieser Anfang der Gewalt bei Ohrfeigen und Prügel
aus "erzieherischer Absicht" wird von vielen Erwachsenen als notwendig und wertvoll eingestuft. Das "Mir hat es auch nicht geschadet - Syndrom" und das Märchen über die g´sunde Watschn aber müssen öffentlich angeprangert werden, so der Kinderanwalt.

Es fehlt an Zivilcourage und Einsicht in die Notwendigkeit des Handelns bei der Frau und dem Mann auf der Straße. Obwohl die
Stadt Wien bereits eine Fülle von Aktivitäten zur Änderung des Bewußtseins diesbezüglich durchgeführt hat (Plakataktionen, Unterstützung für Opfer etc.) sind weitere Maßnahmen zur Ächtung der Gewalt gegen Kinder notwendig.

Vor 10 Jahren wurde die UN-Kinderrechtskonvention beschlossen und
es wird höchste Zeit die Kinderrechte so ernst zu nehmen, daß sie in die Verfassung Österreichs aufgenommen werden.
Und eines der Grundrechte ist der Schutz vor Gewalt, schloß der Kinderanwalt.

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Herr Dr. Anton Schmid
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