"Gute Spielzeit" des St.Pöltner Stadttheaters geht zu Ende

Großes Bemühen trotz knapper Mittel

St.Pölten (NLK) - "Theater ist nach unserer Auffassung in erster Linie ein künstlerisches Unternehmen. Einspielergebnisse sind zwar wichtig, können aber durch großes Engagement bei der Jugend - stark verbilligte Eintrittskarten - zurückbleiben. Das St.Pöltner Stadttheater wird sich weiterhin trotz knapper Mittel bemühen, das Bestmögliche zu bieten", umreißt Direktor Peter Wolstorff die Situation des St.Pöltner Stadttheaters, des "Theaters für alle Niederösterreicher", gegen Ende der laufenden Spielzeit.

Es gab, wie Wolstorff erklärte, sehr große Erfolge, die durch ungünstige Umstände nie ganz zum Tragen kamen. Zum Beispiel, als sich der Schauspieler Ernst Stankovsky in dem Moment ein Bein brach, als seine Vorstellungen stets ausverkauft waren. Der Autor Ephraim Kishon war viel bejubelt selbst zur Premiere seines Stückes "Es war die Lerche" erschienen, das Stück selbst hatte, obwohl mit Schauspielerprominenz angereichert, keinen sonderlichen Erfolg. Auch in Zukunft will man bei Uraufführungen niederösterreichischer Autoren bleiben, auch wenn man dabei auf manche Einnahmen verzichten muß.

Deutlicher sagt es Kultur-Stadtrat Dr. Siegfried Nasko, der die Linie des Theaters als "moralische Anstalt" voll unterstützt: In einer Zeit verstärkter Konkurrenz in einer Stadt sei es lobenswert, daß die Bühne sich trotzdem behaupten kann und durchaus auch Erfolge aufweise. Mit Sicherheit werde das St.Pöltner Stadttheater nicht auf Sprechstücke reduziert, da man damit gegen die Wünsche des Publikums handle. Einen Zustand der Rechtssicherheit verspricht sich die Stadt für ihr Theater durch den bevorstehenden Abschluß des Fördervertrages über drei Jahre, der mindestens 15,8 und höchstens 18,2 Millionen Schilling Förderungssumme bringt.

Auf die Besucher wartet in der kommenden Saison 1999/2000 ein anspruchsvolles Programm: "Don Carlos" von Friedrich Schiller ebenso wie "Der Bauer als Millionär" von Ferdinand Raimund oder "Der Theatermacher" von Thomas Bernhard. Ein zeitgenössischer Autor, nämlich Alois Haider, schrieb mit "Brüderlein, halt!" ein Schauspiel mit Musik über Ferdinand Raimund. Schließlich steht auch mit "Das Land des Lächelns" eine Operette auf dem Programm, "Die Blume von Hawaii" von Paul Abraham wird dieses Genre abrunden. Musical gibt es mit "The Sound of Music" von Richard Rogers. Einen Opernabend bescherten "Der Schauspieldirektor" von Wolfgang Amadeus Mozart und "Der Apotheker" von Joseph Haydn. Darüber hinaus gibt es noch den Nico Dostal-Wettbewerb erstmals mit Orchesterbegleitung, die 4. St.Pöltner Schiller-Gespräche mit einer besseren Einbindung der Schüler und ein Ferdinand Raimund-Symposion. Beim 6. Österreichischen Theatertreffen sind Bühnen aus allen Bundesländern zu Gast und versetzen St.Pölten für einige Tage in ein Theaterfieber. Für junge Menschen gibt es eine vereinfachte "Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart.

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