Integration von Jugendlichen mit Behinderung in das Berufsleben

Wien, (OTS) Die Lehrwerkstätte in Stadlau bietet benachteiligten Jugendlichen eine Berufsausbildung mit
Lehrabschluss in diversen Sparten (Maler und Anstreicher, Koch, Restaurant-Fachfrau/Fachmann, Tischler und Schlosser) an. Nach
einem Berufsvorbereitungsjahr, das für diese jungen Menschen verpflichtend ist, haben die Jugendlichen eine Lehrzeit von drei
bis vier Jahren, die in der Lehrwerkstätte absolviert wird.

"Nach dem Lehrabschluss sind wir den ausgebildeten
Fachkräften bei der Arbeitsplatzsuche behilflich - und zwar recht erfolgreich. 62 Prozent der Jugendlichen können wir auf Dauerarbeitsplätze vermitteln", erklärt Gottfried Kühbauer vom Werkstättenzentrum.

In den vergangenen Jahren zeigte sich laut Kühbauer eine interessante Trendwende: 73 Prozent der Arbeitgeber waren Privatunternehmer, 20 Prozent gehörten dem halböffentlichen Dienst wie etwa Pensionistenheime an und nur sieben Prozent der Jugendlichen konnten im öffentlichen Sektor untergebracht werden. "In Anbetracht dieser Entwicklung werden wir im Parlament eine Initiative starten", kündigt Kühbauer an.

Auch das Wiener Schulwesen setzt im Berufsschulwesen auf Integration. In vier Pflichtgegenständen unterrichtet ein zusätzlicher Begleitlehrer, die Klassenschülerzahlen sind geringer. "Ziel ist es, die jungen Menschen optimal in den Klassenverband einzugliedern", erklärt Stadtschulratspräsident Dr. Kurt Scholz. Insgesamt konnten in diesem Schuljahr 60 Jugendliche mit Behinderung in 20 Integrationsklassen untergebracht werden. Begleitlehrer in den Pflichtgegenständen und geringere Klassenschülerzahlen helfen, das Modell pädagogisch optimal umzusetzen.

Für Dr. Heinz Paul von der Wirtschaftskammer Wien ist die Problematik der Behindertenintegration ganz anders gelagert: "Es werden zwar relativ hohe Fördermittel für jene Betriebe ausgeschüttet, die sich entschließen, benachteiligte junge Menschen aufzunehmen. Doch Geld allein reicht nicht aus. Derzeit fehlt es nämlich an pädagogisch geeigneten Begleitmaßnahmen, falls es innerbetrieblich zu einem Konflikt kommt. Zudem schreckt viele Unternehmer der derzeitige Kündigungsschutz vor der Anstellung von Behinderten ab." (Schluß) ssr

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