Hostasch: Gesundheitsreform entwickelt sich hervorragend-

Ambulante Medizin aufgewertet, Qualität verbessert, Spitalskosten eingebremst

Wien, 11. April 1999 (BMAGS).- Vor dem Hintergrund der vom
BMAGS veröffentlichten Kostenrechnungsergebnisse der Spitäler, zieht Gesundheitsministerin Lore Hostasch eine positive Zwischenbilanz der Gesundheitsreform: "Das wichtigste Ergebnis ist für mich nicht bloß die Einbremsung der Kostenentwicklung oder die Effizienzsteigerung, sondern die verbesserte Betreuungsqualität für die Patienten", erklärte Hostasch. Besonders positiv: Der ambulante Bereich ist seit dem Inkrafttreten der Gesundheitsreform gegenüber dem Spitalssektor finanziell besonders gestärkt worden. "Ein Beweis mehr, dass die Gesundheitsreform voll gegriffen hat", so Gesundheitsministerin Hostasch.****

Ein Vergleich der Spitalsdaten mit den Daten über die
ambulante ärztliche Versorgung zeigt eine klare Trendumkehr: Die Steigerung der Ausgaben für ärztliche Hilfe im niedergelassenen Bereich war 1997 erstmals mehr als doppelt so hoch wie jene für den Spitalsbereich! Die Steigerungsrate bei den Spitalskosten lag 1997 bei knapp 1,8 Prozent und damit auch deutlich unter dem Vergleichswert von 1996. Demgegenüber sind die Ausgaben für ärztliche Hilfe (v.a. niedergelassene Ärzte) 1997 um 3,3 Prozent gestiegen, was deutlich über dem Vergleichswert von 1996 liegt.

Der ambulante Bereich ist somit gegenüber dem Spitalssektor finanziell deutlich gestärkt worden.

Auch bei der Entwicklung der Versorgungskapazitäten ist der ambulante Sektor gegenüber dem stationären im Vormarsch: Im ersten Jahr der Gesundheitsreform wurden österreichweit 200 (+ 1,9 Prozent) zusätzliche Kassenverträge für niedergelassene Ärzte vergeben. Hingegen wurde die Zahl der Spitalsbetten im selben Zeitraum um 640 (- 1,2 Prozent) reduziert.

Qualität der Patientenbetreuung hat sich verbessert

Die vorliegenden Daten bestätigen zudem eindrucksvoll, "dass Kostenkontrolle und Qualitätsverbesserung kein Widerspruch sind", so Hostasch. Im ersten Jahr der Gesundheitsreform konnte die Zahl der Ärzte und Pflegekräfte pro Spitalsbett erhöht werden. Damit wurde die unmittelbare Patientenbetreuung weiter gestärkt. Gleichzeitig konnte die Zahl des Betriebspersonals pro Spitalsbett gesenkt werden. Die Kosten in den für die Patienten nicht sichtbaren Betriebsbereichen, wie etwa Wäscherei, Küche oder Werkstatt, wurden reduziert.

Intelligentes und sozial verträgliches Wirtschaften im Spitalsbereich steht unter dem Motto "Verbesserung im
patientennahen Bereich (Behandlung und Pflege) und Sparen im patientenfernen Bereich (Betrieb und Administration)".

Mehr tagesklinische Leistungen - kürzere Verweildauer im Spital

Die nun im Detail vorliegenden Daten bestätigen weiters, dass
seit der Umstellung auf die leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierung (LKF) die Effizienz des Spitalssektors verbessert werden konnte. Die durchschnittliche Verweildauer der Patienten wurde gesenkt, die Zahl der Spitalsentlassungen vor dem Wochenende ist gestiegen und der Trend zu mehr tagesklinischer Behandlung hat sich deutlich verstärkt.

Die in der Vergangenheit oftmals kritisierte hohe Zahl an Spitalstagen der Österreicherinnen und Österreicher konnte wesentlich gesenkt werden. Während im Jahr 1987 jeder Einwohner im Durchschnitt noch rund 2,4 Tage in einem Akutkrankenhaus verbracht hat, waren es im Jahr 1997 nur noch 1,8 Tage, also um 25 Prozent weniger. Allein von 1996 bis 1997 - dem ersten Jahr der Gesundheitsreform - konnte die Zahl der Spitalstage um fast 3 Prozent gesenkt werden!

"Es freut mich, dass die Österreicherinnen und Österreicher
nun keine Weltmeister im Spitalliegen mehr sein müssen", betonte Hostasch.

Erfreulich ist auch die gelungene Einbremsung der Kostensteigerungsraten im Spitalswesen. Während die jährliche Kostensteigerungsrate für die öffentlichen Akutspitäler in den frühen 90er Jahren noch bei rund 10 Prozent lag, betrug die Kostensteigerungsrate 1997 nach Auswertung der endgültigen Zahlen nur noch 1,8 Prozent.

Österreichisches Reformmodell international beispielgebend

Das österreichische Reformmodell erhält international höchste Anerkennung und hat für den gesamten EU-Raum Vorbildcharakter. Vor kurzem besuchte eine hochrangige Delegation aus Deutschland unter der Führung des Vorsitzenden des parlamentarischen Gesundheitsausschusses, Herrn Abg. Kirschner, Österreich, um sich vor Ort über die erfolgreiche österreichische Gesundheitsreform und das LKF-Modell zu informieren.

(schluss)

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