Evangelische Diakonie kritisiert mangelnde Vorbereitung Österreichs auf Kosovo-Krise

Wien (OTS) - Ult.: Bereits vor Beginn der Massenvertreibungen wurde vor Eskalation gewarnt und Planung von Hilfsmaßnahmen gefordert=

Die Pannen-Serie, mit der die österreichischen
Hilfsmaßnahmen für die nach Mazedonien und Albanien geflüchteten Kosovo-Albanern begonnen hat, führt jetzt zu Kritik seitens der Hilfsorganisationen. Das Nachrichtenmagazin FORMAT zitiert in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe aus einem Fax, das die Evangelische Diakonie schon zwei Tage vor Beginn der NATO-Bombardements und der daraufhin einsetzenden Massenvertreibungen an das Büro von Staatssekretärin Benita Ferrero-Waldner, die Sektion IV des Außenministeriums (Katastrophenhilfe) und das Kabinett des Innenministers sandte.

Darin richtet die Diakonie einen dringenden Appell an die Behörden:

"Unsere Partner in Mazedonien und Albanien melden uns einen wachsenden Flüchtlingsstrom aus dem Kosovo. Wir befürchten, daß im Falle einer Verstärkung der serbischen Offensive bzw. eines Eingreifens der Nato die Lage vor Ort eskalieren könnte. Wir möchten Sie deshalb ? für den Fall einer Verschärfung der Lage ? auf rechtzeitige Planung von Hilfsmaßnahmen hinweisen."

Der Eingang des Schreibens sei nicht einmal bestätigt worden, so die Diakonie.

Auch der Wiener Caritas-Chef Michael Landau bewertet die anfängliche zögerliche Haltung der Bundesregierung kritisch: "Die Bevölkerung hat angesichts der Flüchtlingskrise wesentlich mehr Courage gezeigt als die Regierung", so Landau.

UNHCR-Chef Werner Blatter vertritt in einem Interview mit FORMAT die Ansicht, daß Kosovo-Albanern aufgrund ihrer Situation eindeutig Asyl in Österreich gewährt werden müsse, wenn sie einen diesbezüglichen Antrag stellen: "Es handelt sich um die Verfolgung einer spezifischen ethnischen Gruppe. Deshalb haben sie Anspruch auf Asyl nach der Genfer Konvention."

Dieser Anspruch könnte Kosovo-Flüchtlingen schon bald von Amts wegen bescheinigt werden. Nach FORMAT vorliegenden Informationen wird unter den Richtern des Unabhängigen Bundesasylsenats (UBAS) überlegt, die "Zugehörigkeit zur Gruppe der Kosovo-Albaner" als Verfolgungsgrund im Asylverfahren anzuerkennen.

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