"profil": Schödel droht mit Verfügung gegen Burgtheater

Autor Helmut Schödel bezichtigt das Burgtheater der nicht genehmigten Verwendung von Passagen seiner Proksch-Biografie Ð Anwalt: Chancen für Einstweilige Verfügung "sehr realistisch"

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in
seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, will der
deutsche Journalist, Dramaturg und Schriftsteller Helmut
Schödel wegen der nicht genehmigten Verwendung von
Passagen aus seinem Buch "Ein Staat braucht einen
Mörder: Udo Proksch und die 'Lucona'-Obsession" rechtlich
gegen das Burgtheater vorgehen.

Nach Ansicht Schödels Anwalt, Alfred Noll, finden sich in
dem Stück "Wiener Blut" von Johann Kresnik, das derzeit
am Burgtheater aufgeführt wird, etwa 20 Passagen, die
aus Schödels 1998 bei Kiepenheuer & Witsch erschienen Proksch-Biografie die entweder "eins zu eins" oder nur
"leicht bearbeitet" übernommen wurden.

Beides verstoße nach Meinung von Schödels Anwalt klar
gegen das Urheberrecht. Umso mehr, als Schödel auch auf
dem Programmzettel nicht erwähnt werde. Dort heißt es
lapidar: "Die Collage verwendet authentische Texte."
Weder er noch sein Verlag, so Schödel zu "profil", seien
über die Verwendung der Textstellen aus der Biografie,
für die er sich "ein Jahr lang abgebuckelt" habe, informiert worden.

In einem Schreiben, das Noll dem Burgtheater, zu Handen
Claus Peymann, zukommen ließ, macht der Anwalt in
Schödels Namen zwei Vergleichsanbote: Entweder
Peymann entfernt sofort alle Schödel-Passagen aus
"Wiener Blut", erklärt in einer Pressekonferenz, daß die inkriminierten Stellen nicht mehr aufgeführt werden und
zahlt Schödel als Entgelt und Schadenersatz eine Pauschale
von 200.000 Schilling. Oder Peymann holt die Zustimmung
zur weiteren Verwendung der Passagen ein, entrichtet
Pauschalzahlung von 400.000 Schilling und verkündet das
ebenfalls in einer Pressekonferenz.

Sollte keines der Angebote aufgegriffen werden, will Noll
beim Wiener Handelsgericht eine Einstweilige Verfügung
erwirken. Die Chancen für eine solche Verfügung hält der
Anwalt "für sehr realistisch". Das Burgtheater war zu
keiner Stellungnahme bereit.

Helmut Schödel meinte im "profil"-Gespräch, er habe
keine andere Möglichkeit als rechtliche Schritte gesehen.
"Ich meine, soll ich im Burgtheater anrufen und sagen:
'Entschuldigen Sie bitte, könntet ihr mir nicht sagen, was
ihr da gemacht habt?' Ich meine, dieser ganze riesige Burgtheater-Apparat, das ist doch keine Klitsche."

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