"Zwölfton- und andere Spiele" als Jahresthema 1999

Ausstellung über Josef Matthias Hauer (1883 bis 1959)

Niederösterreich (NLK) - Musik ist nicht gleichbedeutend mit "museal" sondern sie kann und muß auch zeitgemäß oder sogar modern sein. Das war am Freitag abend das Thema einer Pressekonferenz im Wiener Neustädter Stadtmuseum, zu der die "Musikfabrik Niederösterreich" einlud. Im Anschluß eröffnete man die Ausstellung zu Leben und Werk des Komponisten Josef Matthias Hauer, die bis 2. Juni im Stadtmuseum und außerdem im April in der unmittelbar benachbarten Kirche St. Peter an der Sperr (Dienstag und Mittwoch von 10.00 bis 17.00 Uhr, Donnerstag von 10.00 bis 20.00 Uhr, Freitag von 10.00 bis 12.00 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 10.00 bis 16.00 Uhr) bei freiem Eintritt besichtigt werden kann.

Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop bezeichnete die Einladung und die Ausstellung als einen Modellfall für ein dezentrales Projekt, die Übernahme von Eigenverantwortung durch die Betroffenen, eine schwierige aber geglückte Vermittlungsarbeit und eine bewegliche Organisation außerhalb der Verwaltung. Die Finanzierung bringe neben der künstlerischen Freiheit auch einen ökonomischen Hintergrund und betrage rund drei Millionen Schilling pro Jahr. Davon würden 1,2 Millionen Schilling das Land Niederösterreich, 600.000 Schilling der Bund und den Rest die Gemeinden und eigene Apparat aufbringen.

Seit 1996 haben in Niederösterreich rund 120 Veranstaltungen der "Musikfabrik" - im Auftrag der Kulturabteilung des Landes Niederösterreich - stattgefunden. Heuer werden 44 Konzerte, ein Symposium, fünf Seminare, Workshops und Schulprojekte an 25 Orten Niederösterreichs über die sprichwörtliche Bühne gehen. Jahresthema 1999 ist Josef Matthias Hauer, der 1883 in Wiener Neustadt geboren wurde und 1959 in Wien starb. Die "Zwölfton- und andere Spiele" Hauers, die 40. Wiederkehr seines Todestags und der 80. Jahrestag der Entstehung seines ersten "modernen" Werkes werden von der Veranstaltungsreihe "musik aktuell - Neue Musik in Niederösterreich" also besonders gewürdigt. Dabei wird ein weiter Bogen vom Orchesterkonzert bis zum Soloabend gespannt. Als "Artist in Residence 1999" wirkt der Komponist, Jazzmusiker und Pädagoge Robert Michael Weiß, der mit seinem Nachfolger im Jahr 2000 Otto M. Zykan, und Mag. Gottfried Cawichowsky von "Musikfabrik Niederösterreich" ebenfalls im Podium saß. Ein wichtiger Punkt dieses Programms war das Konzert des Hauer-Konservatoriums am 22. April, 19.30 Uhr, im Sparkassensaal Wiener Neustadt, mit Werken des Komponisten und der Uraufführung einer Kantate von Christof Cech. Auch ein "Lecture Concert" mit dem Titel "Schon was von Hauer gehört" im Konzertsaal des Wiener Neustädter Konservatoriums am 24. April, 19.30 uhr, präsentiert von Robert Michael Weiß, ist zu hören. Schließlich veranstaltet man noch das Symposium "Hauer heute" sowie ein Seminar, in dem Weiß eine Einführung zu Hauer Zwölftonspiel gibt, und zwar von 23. bis 25. April im Museum und im Konservatorium.

Hauer war mit seinem "nomos opus 19" vom August 1919 der erste Komponist, der ganz konsequent, eine Zwölftonfolge als Ausgangspunkt für ein musikalisches Werk verwendete. Dieses "Spiel mit den 12 temperierten Halbtönen" wurde von ihm als sein eigentliches Hauptwerk angesehen. Seit 1982 wird das Zwölftonspiel auch an Josef Matthias Hauer-Konservatorium in Wiener Neustadt unterrichtet.

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