EU-Kommission will Mehrwertsteuer bei Dienstleistungen senken

Richtlinienentwurf für ermäßigten Mehrwertsteuersatz bei arbeitsintensiven Branchen verabschiedet

Wien (PWK) - Die Europäische Kommission hat kürzlich einen Richtlinienentwurf über einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz für arbeitsintensive Dienstleistungen verabschiedet, der den Mitgliedsstaaten die Möglichkeit einer dreijährigen versuchsweisen Anwendung einräumt. Dieser Entwurf wurde dem ECOFIN Ministerrat bereits vorgestellt. Nach Ansicht des Bundesinnungsmeisters der Baugewerbe, Johannes Lahofer, stellt dieser Vorschlag "einen bemerkenswerten Fortschritt bei der Bekämpfung der Schwarzarbeit dar, der zu einem enormen Beschäftigungsanstieg im Bausektor beitragen kann". ****

In der Tat hatte der Verband der Europäischen Bauwirtschaft (FIEC), als dessen Vizepräsident und Schatzmeister Lahofer fungiert, schon im Oktober 1997 in einer Stellungnahme den engen Zusammenhang von indirekten Steuern und Schwarzarbeit unterstrichen, deren Anstieg eine der Hauptursachen für die Entlassungen im Bausektor in den vergangenen Jahren darstellt.

Die FIEC vertritt über 30 Verbände aus 23 europäischen Staaten, aus allen Fachbereichen des Hoch- und Tiefbaues, die 10 Mio Mitarbeiter beschäftigen. Die Bundesinnung der Baugewerbe ist seit 30 Jahren Mitglied der FIEC.

Die vorliegenden Berechnungen ergeben, daß bei einer Reduzierung des aktuellen Mehrwertsteuersatzes auf 6 % für Renovierungs- und Instandsetzungsarbeiten in der Bauwirtschaft die Anzahl der Arbeitsplätze in den 15 Mitgliedsstaaten der Union um 240.000 bis 270.000 ansteigen könnte. Außerdem müßten die positiven Auswirkungen der Umwandlung von Schwarzarbeit in "Weißarbeit" berücksichtigt werden.

Neben dieser "direkten" Schaffung von Arbeitsplätzen würden auch "indirekt" Arbeitsplätze in vor- und nachgelagerten Bereichen entstehen. In die Gesamtschau dieser Aktion fließt in jedem Staat eine Reduzierung der Belastungen durch Arbeitslosengelder ein, ebenso wie ein Anstieg der Einkünfte durch eine Vergrößerung der Besteuerungsgrundlage durch Arbeiten, auf die Mehrwertsteuer erhoben wird.

Eine bereits vor zwei Jahren vom österreichischen Wirtschaftsforschungsinstitut erstellte Studie kommt ebenfalls zum Schluß, daß schon eine Halbierung des Mehrwertsteuersatzes allein im privaten Wohnbau in Österreich 11.000 Arbeitsplätze schaffen und die Zahl der Arbeitslosen um 7.000 verringern könnte.

BIM Lahofer: "Die FIEC und die Bundesinnung der Baugewerbe nehmen mit Zufriedenheit zur Kenntnis, daß die Kommission mit der Verabschiedung des Richtlinienentwurfes zur Ermäßigung des Mehrwertsteuersatzes die positiven Effekte dieses Modelles erkannt hat, und erwartet, daß die Ermäßigung des Mehrwertsteuersatzes letzten Endes auch zu einer Verbesserung der öffentlichen Finanzen führen würde."

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Manfred Katzenschlager
Tel: 01-7183737-0

Bundesinnung der Baugewerbe

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK