Fernost: Österreichs Wirtschaft hält die Stellung

Erste Anzeichen für Erholung in den Krisenländern - Interessante Marktnischen in Japan, China, Korea

pwk - "Die Asienkrise hat die österreichischen Exporte nach Fernost stark getroffen, wenngleich diese Region nur einen relativ kleinen Anteil am gesamten österreichischen Außenhandel hat", erklärt Günther Graf, stellvertretender Leiter der Außenwirtschaftsorganisation der WKÖ bei der Außenhandelstagung Fernost. 1998 gingen Österreichs Exporte in die Märkte Japan, China, Hongkong, Taiwan, Korea, Singapur, Australien und Neuseeland insgesamt um 13,2 Prozent auf 25,3 Mrd. S zurück. Gleichzeitig stiegen die Importe aus dieser Region um 8,6 Prozent auf 44,6 Mrd. S an, wodurch sich das österreichische Defizit im Handel mit Fernost weiter vergrößerte. ****

Trotz der Krise hat die österreichische Wirtschaft ihre Präsenz in den Fernostländern weitgehend aufrecht erhalten, betont Graf. Bei einem früher oder später zu erwartenden Wirtschaftsaufschwung werde es sehr wichtig sein, sich möglichst rasch auf diesen Märkten zu positionieren.

Die Handelsentwicklung mit den einzelnen Ländern verlief unterschiedlich, so Graf. Während die österreichische Exportwirtschaft in China um fast 22 Prozent (auf über 5 Mrd. S) zulegte und in Taiwan noch eine Zunahme von 1,5 Prozent (auf 2,5 Mrd S) erzielte, mußte sie in Japan, Hongkong, Korea und Singapur starke Einbußen hinnehmen. Nach Japan und Hongkong gingen die Exporte um jeweils 20 Prozent (auf Werte von 7 bzw. 3 Mrd. S) zurück, nach Korea und Singapur um jeweils rund 33 Prozent (auf 2,3 bzw. 1,3 Mrd S).

In Japan waren am stärksten die "konjunktursensiblen" Sektoren wie Baumaterial (Holz), Kraftfahrzeuge und Maschinen vom Exportrückgang betroffen, erklärt Handelsdelegierter Wolfgang Penzias. Mit gehobenen Konsumgütern (Glas, Porzellan, Bekleidung), High-Techprodukten oder Pharmazeutika konnten hingegen immer noch beachtliche Erfolge erzielt werden.

Die Exportzuwächse 1998 nach China gingen vor allem auf das Konto der weitaus wichtigsten Ausfuhrposition, Maschinen und Anlagen, so HD Ernst Laschan. Ein auffallender Anstieg zeigt sich bei Holz und Holzprodukten. Aufgrund der Bedeutung des Bausektors für die chinesische Konjunktur ergeben sich gute Absatzchancen für Baustoffe. Ein österreichischer Baucluster für China hat sich kürzlich gebildet. Eine positive Auswirkung auf das Ausfuhrvolumen erwartet Laschan von den anläßlich des Österreich-Besuches von Präsident Jiang-Zemin unterzeichneten Abkommen.

Hongkong, das derzeit eine der schwersten Rezessionen seit Jahrzehnten erlebt, wird eines der ersten Ländern sein, die sich von der Krise erholen, meint HD Alfred Mayer. Die Probleme Hongkongs seien nicht eine Folge der Übernahme durch China, sondern Ergebnis der krisenhaften Entwicklung in Südostasien.

In Taiwan hat sich die Wirtschaft trotz der Krise in der Region relativ gut gehalten, betont Länderreferent Josef Altenburger. Daher konzentriert sich jetzt dort die internationale Konkurrenz. Umso bemerkenswerter, daß es Österreich trotzdem gelungen ist, den Marktanteil zu vergrößern und die Lieferpalette zu verbreitern. Eine österreichische Wirtschaftsmission unter Leitung von WKÖ-Präsident Leopold Maderthaner befindet sich derzeit in Taiwan und ist bemüht, die Wirtschaftsbeziehungen auszubauen.

Der drastische Exportrückgang nach Korea 1998 betraf praktisch alle wichtigen Positionen, berichtet HD Christian Kesberg. Seit Jahresbeginn 1999 zeichnet sich jedoch eine Konjunkturerholung ab, die auch den österreichischen Lieferungen zugute kommen wird. Durch die krisenbedingten Kostensenkungen sei Korea auch als Investitions-und Beschaffungsmarkt wieder interessanter geworden.

Mit einer baldigen Verbesserung der Exportzahlen nach Singapur rechnet auch HD Karl Wallner. 1998 sei eine Reihe von neuen Aufträgen abgeschlossen worden, die heuer zur Auslieferung gelangen werden.

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