Biber: Sie schwimmen wieder

Auf den Spuren des Bibers in den March-Auen

St. Pölten, (SPI) - Wie in fast ganz Europa wurde auch in Österreich das Vorkommen des Bibers - des "Baumeisters des Tierreiches" - in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgrund anhaltender Verfolgung ausgerottet. Ausgehend von der Wiederansiedelung am bayrischen Inn und in den Donauauen bei Wien in den Siebzigerjahren hat sich seine Art seither besonders in der östlichen Landeshälfte NÖ überaus erfolgreich wieder etabliert. Der Biber ist mittlerweile in Niederösterreich und in der angrenzenden Slowakei mit etwa 200-230 Biberrevieren und rund 1.000 Exemplaren wieder vertreten, wobei das Vorkommensgebiet von den Donauauen zwischen Krems und Hainburg bis zu den Marchauen hin zu einzelnen Schotterteichen oder dem Marchfeldkanal reicht.****

Heute Mittwoch, den 7. April, fand unter dem Motto "Auf den Spuren des Bibers" auf Einladung des Distelvereins ein "Biber-Schnuppertag" in den Marchauen Niederösterreichs statt. Niederösterreichs Naturschutz-Landesrat Dr. Hannes Bauer und Agrarlandesrat Franz Blochberger überzeugten sich nicht nur vor Ort von der erfolgreichen Entwicklung der Population, es wurde mit Experten auch die Einwirkung der wiedererstarkten Art auf die Umwelt und die Landwirtschaft erörtert.

"Als geschickte Baumeister ist es nicht verwunderlich, daß die Biber teilweise Uferböschungen unterminieren, Gewässer aufstauen und die Weichholzbestände in den Augebieten für ihre Bauwerke besonders schätzen. Dies sorgt bei den betroffenen Grundbesitzern nicht immer für Freude. Daher sind begleitende Maßnahmen erforderlich", so Landesrat Hannes Bauer. Derzeit wird seitens des Landes Niederösterreich mittels eines maßvollen Förderinstrumentariums (NÖ Landschaftsfonds, ÖPUL) Schadensminderung und Schadensvorbeugung in Sachen Land- und Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft und Verkehr betrieben. Begleitend dazu soll die Aufklärungs- und Informationsarbeit verstärkt werden, vom Distelverein wurde dazu eine reich bebilderte Broschüre erstellt. "Weiters werden im Uferbereich der March zusätzliche Weichgehölzer - Weiden - gepflanzt sowie das Nahrungsangebot der Biber durch Teich- und Seerosen bereichert. Im Rahmen der alljährlichen Durchforstung wird das Kronenmaterial der Bäume dem Biber als Baumaterial und Nahrung überlassen", informiert Bauer über die neuesten Maßnahmen.

"Zielsetzung des Landes ist es, den Biber als Bestandteil der niederösterreichischen Kulturlandschaft zu erhalten, gleichzeitig aber auch auf eine Minimierung der Schäden in Konfliktbereichen seines Lebensraumes mit der Land- und Forstwirtschaft - in guter Zusammenarbeit mit den Betroffenen - hinzuarbeiten und damit auch seine Akzeptanz zu verbessern. Der Biber ist ein intelligenter und geschickter Bewohner unserer Naturlandschaft und stellt eine besondere Bereicherung unserer Natur- und Nationalparke sowie unserer Landschaftsschutzgebiete dar", so Landesrat Bauer abschließend. (Schluß) fa

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel: 02742/200/2794Landtagsklub der SPÖ NÖ

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSN/NSN