Gewerbekonjunktur schlägt Kapriolen wie das Aprilwetter

Auftragsbestände sanken im 1. Quartal um 0,2 auf 11,7 Wochen Umsätze blieben stabil

Wien (PWK) - "Die Konjunktur im Gewerbe und Handwerk schlägt derzeit Kapriolen wie unser launisches Aprilwetter", kommentiert Hans Leitner, Syndikus der Bundessektion Gewerbe und Handwerk, die Ergebnisse der jüngsten Konjunkturumfrage des Instituts für Gewerbe-und Handwerksforschung (IfG). Während der durchschnittliche Auftragsbestand in den investitionsgüternahen Branchen im 1. Quartal 1999 weiter auf niedrigem Niveau verharrt (-0,2 auf 11,7 Wochen), hat sich die Umsatzentwicklung in den konsumnahen Sparten etwas gebessert. Selten war jedoch die Diskrepanz der Konjunkturentwicklung in den einzelnen Bundesländern größer als im letzten Quartal. ****

Steigende Auftragsbestände meldeten vor allem die Betriebe in Salzburg (+26%), Kärnten (+22%) und in Vorarlberg (+11). Stark rückläufig war die Entwicklung hingegen in Oberösterreich (-14%) und in der Steiermark (-7%). Burgenland, Wien und Niederösterreich pendelten sich bei einem Rückgang von vier bis fünf Prozent ein, während Tirol auf dem Niveau des Vorjahres stagnierte. Der Anteil der öffentlichen Aufträge stieg zwar geringfügig von 16,3% auf 17,8%, liegt damit aber immer noch weit unter dem Niveau Anfang der 90er Jahre.

Verantwortlich für die flaue Konjunktur im investitionsgüternahen Bereich sind die baunahen Branchen. Vor allem bei den Malern (-16,3), im Baugewerbe (-9,1) und bei den Dachdeckern (-6,8%) gab es zum Teil erhebliche Auftragseinbrüche. "Diese Entwicklung ist alarmierend, denn das Baugewerbe hat eine Leitfunktion für nahezu die Hälfte aller Branchen im Gewerbe und Handwerk" betont Leitner. Etwas weniger dramatisch verlief die Entwicklung bei den Tischlern (-3,1%) und den Elektrotechnikern (-0,8%).

Leichte Steigerungen verzeichneten die Kunstoffverarbeiter (+7,1%), die Zimmermeister (+4,7%) und die Schlosser (+2,6%). Überdurchschnittlich gut florierte das Geschäft in der Werbung und Marktkommunikation (+28,3%), bei den Sanitär- und Heizungsinstallateuren (+25,8%) und bei den Druckern (+8,3%).

Etwas besser entwickeln sich die konsumnahen Branchen. Obwohl immer noch 19% der Betriebe mit Umsatzrückgängen konfrontiert sind, nimmt die Zahl der pessimistischen Unternehmen von Quartal zu Quartal ab. Auch im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Situation etwas entspannt. Der Saldo der Umsatzentwicklung verbesserte sich im 1. Quartal 1999 um 5%-Punkte gegenüber dem Vorjahr, liegt jedoch immer noch im negativen Bereich(-12). 20% der Betriebe rechnen bereits in den nächsten Monaten mit Umsatzsteigerungen, 18% erwarten Einbußen.

Deutlich gebessert hat sich die Umsatzentwicklung per Saldo bei den Friseuren (+15%-Punkte auf -15) und bei den KFZ-Technikern (+11%-Punkte auf -5). Stabilisiert hat sich die Konjunktur bei den Textilreinigern und den Bäckern, während die Fleischer (-1%-Punkte), Mechatroniker (3%-Punkte) sowie die Kleidermacher und Kürschner mit einem Minus von je 4%-Punkten weitere Umsatzeinbußen hinnehmen mußten.

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