"Wirtschaftslage und Prognose - Stand März 1999"

Neuerscheinung aus 'Zahlen, Daten, Fakten'

pwk - Nach den jüngsten Konjunktureinschätzungen wird sich Österreichs Wirtschaftswachstum heuer auf 2,2 Prozent reduzieren. Nach einem realen BIP-Zuwachs von 3,3 Prozent im Vorjahr (höchstes Wirtschaftswachstum seit 1991) bedeutet diese Abschwächung die Rückkehr auf den mittelfristigen Wachstumspfad (zwischen zwei und 2,5 Prozent). Auch die internationale Konjunktur schwächt sich heuer deutlich ab (EU: zwei Prozent, OECD-insgesamt: zwei Prozent), sodaß unser Land weiterhin vergleichsweise gut abschneidet. ****

Die Finanzkrisen in Asien, Rußland und Lateinamerika haben das globale Wachstum 1998 stark verlangsamt. Neben den direkten negativen Auswirkungen in den betroffenen Ländern selbst, wurde - infolge geringerer Absatzchancen - auch die wirtschaftliche Dynamik der Industriestaaten in Mitleidenschaft gezogen. Die Verringerung der wirtschaftlichen Dynamik in Österreich, die 1997 und 1998 maßgeblich von den Warenexporten getragen wurde, kommt angesichts der verschlechterten Exportchancen nicht überraschend. Nach zweistelligen Ausfuhrzuwächsen 1997 und in der ersten Hälfte 1998 hat sich das Wachstum der Warenausfuhren seither deutlich verlangsamt.

Daß die heimischen Wachstumsaussichten 1999 immerhin bei 2,2 Prozent liegen, ist in erster Linie auf die sukzessive Belebung der Inlandsnachfrage zurückzuführen. Die privaten Konsumausgaben dürften nach einer realen Steigerung um 1,7 Prozent im Vorjahr, 1999 um zwei Prozent und 2000 sogar um 2,4 Prozent zunehmen. Reale Einkommenszuwächse, erhöhte Transferleistungen für Familien und Steuerentlastungen stärken die Kaufkraft der privaten Haushalte.

Das Nachlassen der Exportdynamik und die damit verbundenen sinkenden Absatzerwartungen bringen die Sachgütererzeugung unter erheblichen Druck. Das reale Wertschöpfungsplus im produzierenden Bereich wird sich 1999 voraussichtlich halbieren (+ 2,5 Prozent gegenüber 1998: fünf Prozent). Parallel dazu verliert auch die Investitionstätigkeit an Dynamik, ein Teil der geplanten Investitionen wird zurückgestellt.

Die öffentlichen Haushalte (Gesamtstaat) verzeichneten 1998 ein Defizit von 2,1 Prozent des BIP. Diese Quote wird heuer voraussichtlich stabil bleiben. Für 2000 hingegen lassen die Steuerreform und das Familienpaket eine Erhöhung der Defizitquote auf 2,5 Prozent erwarten. Die im Stabilitätsprogramm festgelegte Zielsetzung, das gesamtstaatliche Defizit bis 2002 auf 1,4 Prozent des BIP zu drücken, stellt die Budgetpolitik - insbesondere hinsichtlich Einsparungsmaßnahmen auf der Ausgabenseite - vor eine große Herausforderung.

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